Jäger der verschollenen Galaxie



Originaltitel: Slave Girls from Beyond Infinity (1987)
Regie & Drehbuch: Ken Dixon
Darsteller: Elizabeth Kaitan, Cindy Beal, Don Scribner FSK: 16


Eine halbnackte Blondine rennt verängstigt durch den nebeligen Dschungel, ein widerliches Alien-Monstrum ist ihr auf der Spur. Kurz bevor das Ekel-Paket ihr auch die letzten Fetzen vom Leib reißen kann, ist Zed, der größte Jäger der Galaxis, zur Stelle…

Das ist doch mal eine Art, einen Science Fiction zu starten!

Zwei ’Slave Girls from beyond of infinity’ (so der Originaltitel, beide übrigens auch nur im fleischfarbenen Bikini bekleidet) fliehen vom Sklaven-Raumschiff auf einen kleinen Planeten. Dort herrscht besagter Zed über eine Roboter-Armee in einer alten Festung, welcher die Damen nett empfängt und sie bald mit anderen ’Gästen’ bekannt macht. Wie schon erwähnt, ist Zed ein leidenschaftlicher Jäger und pflegt, neben allerlei pseudo-philosophischem Gequatsche („Der Tod ist immer unangenehm, aber nicht für den Jäger, sondern für den der gejagt wird!“), auch seine Trophäen-Sammlung regelmäßig zu erweitern. Was seine Besucher bisher noch nicht wissen: Die Lieblings-Beute von Jägermeister Zed sind Menschen.

Big Guns soweit das Auge reicht!
Filmkenner der alten Schule haben vielleicht schon erkannt, dass es sich hierbei um ein Quasi-Remake des Klassikers ’Graf Zaroff – Genie des Bösen’ (aka ’The Most Dangerous Game’ von ’King Kong’ Macher Ernest B. Schoedsack) handelt.
Nicht die dümmste Idee, dieses Spiel in ein Science-Fiction Setting zu packen, wenn man die richtigen Ambitionen und das passende Budget hat. Beides ist hier, mit Verlaub, nicht der Fall.
Das fängt schon bei den Darstellern an. In Sachen Schauspiel kann hier nur ’Bösewicht’ Don Scribner punkten (der übrigens aussieht wie Christian Bales älterer Bruder und dessen Charakter scheinbar eine Vorliebe für Roboter-Petting hat, üargh!).
Den Rest der Besetzung würde ich mal wie folgt beschreiben:
Halb nackte Mädels in Ketten, Mädels in Betten und Mädels in Scheibletten.
Ja, viel nackte Haut und allerlei Albernheiten bestimmen nicht nur das Bild, sondern auch den Ton. Letzterer kann mit einen recht schicklichen Score punkten, hat aber wieder etliche (und natürlich spaßige) Dialoge im Trashformat zu bieten. Stellt euch folgendes Gespräch bitte in der ’klassisch, abgehackten Roboter-Sprache’ vor:

"Ich krieg 'ne Fehlzündung!"
„Was tust du hier?“
„Sie beaufsichtigen!“
„Du hattest den Befehl, Zimmer zu kontrollieren!“
„Alles in Ordnung!“
„Hast du das persönlich geprüft?“
„Äh.. nein!“
„Ich dachte du bist für das Haus verantwortlich!“
„Gib nicht so an, du kannst gar nicht denken!“
„Du bist beleidigt?“
„Nein, realistisch!“
Das Campy-Feeling wird nicht nur durch solche Sprechperlen angeheizt, sondern auch mittels typisch idiotischer Handlungen der Protagonisten (das erste was man machen sollte, wenn man in ein klebriges Spinnennetz gerät, ist Arme-Ausbreiten!) und der arg trashigen Ausstattung. So ist Zed’s Schloss zwar nett dekoriert, die Kulisse selber scheint aber ebenso von einer alten Roger Corman-Produktion entliehen zu sein, wie die Dschungel-Monster und Zed’s Roboter, die obskurerweise eine Libido besitzen (!).
Finanziert wurde der Ulk aus dem Geldbeutel von Charles Band, der schon für allerlei Spaß (’Arena’), Angst (’From Beyond’) und unerträgliches Grauen (’Breeders’) sorgte.

Von 'Vollen Zügen' zu 'Letzten Zügen'...

’Jäger der verschollenen Galaxie’ ist amüsanter Science-Fiction Mumpitz mit netter Idee, aber eher bescheidener Ausführung und jagt leider nicht über den Durchschnitt hinaus.

Hudson