The House on Skull Mountain


‘Every Room Is A Living Tomb in The House On
Skull Mountain’


Originaltitel: The House on Skull Mountain (1974)
Regie: Ron Honthaner Drehbuch: Mildred Pares
Darsteller: Victor French, Janee Michelle, Jean Durand FSK: unbekannt


Auf einem dunklen, dunklen Land, da steht ein dunkler, dunkler Berg und auf dem dunklen, dunklen Berg, da steht ein dunkles, dunkles Haus.

Neulich auf Castle Grayskull
In dem Haus wohnt Pauline Christophe, eine farbige Voodoo-Oma, die es leider auch nicht mehr lange macht. Nach ihrem Tod werden alle Angehörigen auf ihr Anwesen in Atlanta (es ist tatsächlich ein Haus auf einem Totenkopfschädel… Sachen gibt’s) gerufen, um Paulines letzten Willen verlesen zu bekommen. So treffen nach und nach der fesche Sprücheklopfer Phillipe, die nette Dame Harriet die schicke Mieze Lorena und der weiße Dr. Cunningham ein, der (ihr habt es sicher schon gemerkt) farblich gar nicht ins Bild passen will. Auf dem Grundstück werden sie bereits vom Personal erwartet, dem mysteriösen (hust hust) Butler Thomas und seiner Magd Louette. Nachdem den Herrschaften von Paulines Nachlassverwalter unterbreitet wird, dass sie eine Woche auf dem Anwesen verbringen müssen, um Anspruch auf das Erbe zu haben, ahnen selbst Neulinge im Mystery-Genre, dass bald Furchtbares geschehen mag. Zugegeben, der Titel ’The house on Skull Mountain’ war auch schon ein guter Hinweis. Schon nach der ersten Nacht weilt einer der Anwesenden nicht mehr unter den Lebenden. Hat etwa Voodoo-Dämon Dambala, den schon Henry I, König von Haiti und Urahn der Familie Christophe vor vielen Jahren zu Hilfe rief, etwas damit zu tun … oder ist das zu weit hergeholt?

“Who is Dr. Cunningham?”
“He’s the only smart one. He got better senses then trippin’ hell and back, just cause some old broad sent him a letter and died.”

Shaka Zulus Erben
(Der alte Shaka wär beschämt!)
Blaxploitation und Voodoo; eine passende Mischung, möchte man angesichts der Verankerung beider Fachgebiete in der afro-amerikanischen Kultur meinen. Doch ’The House on Skull Mountain’ orientiert sich viel eher an biederer Mystery-Kost á la ’Zehn kleine Negerlein’, als an echtem Exploitation-Drive und wird niemals schmissiger als jenes Zitat, ein paar Zeilen weiter oben.
Auch der Voodoo-Aspekt ist nur mäßig gelungen. Käsiges Beschwörungsgelalle, spukige Schädel-Erscheiungen, eine Giftschlange im Schaukelstuhl und ’Dauerunwetter-umtöst-Haus-auf-Totenkopfberg’-Romantik werden schon damals kaum mehr jemanden hinter dem Ofen hervorgelockt haben. In unserer reizüberfluteten Zeit und in Anbetracht der unterhaltsameren Vintage-Auswahl dürfte jeder erwartungsvolle Exploitation-Freak bei der Sichtung von ’The House on Skull Mountain’ das große Gähnen bekommen.
Technisch gesehen gibt’s wenig zu bemängeln, aber genau so wenig zu bemerken. Der Film ist farbenfroh und stimmungsvoll fotografiert, schenkt sich jedoch einfallsreiche Kameraarbeit und allzu überzeugende Effekte. Die Darsteller (u. a. Victor French, Serien-Fans noch als Michael Landons Sidekick aus ’Ein Engel auf Erden’ und ’Unsere kleine Farm’ bekannt) wurden größtenteils aus diversen TV-Shows zusammengetrommelt und leisten unter zuweilen dauerfeuerartiger Trommel-Beschallung solide Durchschnittsarbeit. Den auf Spannung hoffenden Filmnarren schert bald jedoch nichts mehr, schließlich macht der über eine Laufzeit von knapp 90 Minuten schleichende Film schon nach dem ersten Mord kein Geheimnis mehr aus der Identität des Mörders.

Abe Simpsons schlimmste Alpträume -
The French, der Toooood und eine dauergeile Zombie-Oma

Fazit: Zahm, lahm und an Reizen arm. ’The House on Skull Mountain’ ist die ’Scooby Doo’-Episode des Blaxploitation-Subgenres. Nur ohne den Spaß von ’Scooby’ und ohne den Exploitation-Teil. Ihr merkt schon, wohin das führt, oder?


Hudson