Skeleton Man


‘Some Myths Are Real.’


Originaltitel: Skeleton Man (2004) FSK: Keine Jugendfreigabe
Regie: Johnny Martin Drehbuch: Frederick Bailey
Darsteller: Michael Rooker, Nils Allen Stewart, Casper Van Dien


Wer reitet so früh durch den märkischen Mischwald?

Der Skeleton Man und er macht die G.I.s kalt!

So oder so ähnlich könnte man die Handlung von ’Skeleton Man’, dem vorliegenden ’Predator’ meets ’Skeletor’ Vehikel von Nu Image lyrisch zusammenfassen.
Aber gehen wir die Sache einfach mal etwas konkreter an, denn der Blödsinn dieses Films zeigt sich in etlichen Facetten.
Das fängt natürlich beim Titelmonster an. ’Skeleton Man’! Dieser Typ ist ein Skelett im Mantel, das auf einem Pferd durch einen taghellen Wald galoppiert und dabei eine Handvoll ’Delta Force’ Fuzzis mit einer Lanze aufspießt.
So, nochmal:
’Skeleton Man’! Dieser Typ ist ein Skelett im Mantel, das auf einem Pferd durch einen taghellen Wald galoppiert und dabei eine Handvoll ’Delta Force’ Fuzzis mit einer Lanze aufspießt.
Und nochmal:
’Skeleton Man’! Dieser Typ ist ein Skelett im Mantel, das auf einem Pferd durch einen taghellen Wald galoppiert und dabei eine Handvoll ’Delta Force’ Fuzzis mit einer Lanze aufspießt.
Merkt ihr was? Ja, der Blödsinn wird von mal zu mal bescheuerter. Jetzt stellt euch vor, ihr müsstet das 90 Minuten lang auf einem Bildschirm verfolgen. Nein, ihr braucht nicht danke sagen. Dafür bin ich ja da.

Kaspertheater im Wald
Frei nach dem Motto ’Back to the Roots’ wird sich hier nicht etwa den Wurzeln des Action-Horror zugewandt, sondern den Wurzeln jener Bäume, die hier 90% der Location ausmachen. Dabei hat die Besetzung mit Michael Rooker (’Slither’) eigentlich ein würdiges Alpha-Männchen verpasst bekommen. Zu dumm nur, dass seine ’Special Unit’-Truppe entweder aus schlecht gekleideten B-Stars (u.a. Nils Stewart Allen, ’Double Dragon’) und blondierten Tittenmäuschen (?) besteht. Mit schlecht gekleidet meine ich übrigens ’besonders schlecht’, denn wann sah man jemals ein ’Delta Force’ Commando in bunten Holzfällerhemden? (Obwohl das im Wald natürlich auch schon wieder eine Art Tarnung ist.) Casper van Dien (’Starship Troopers’) ist übrigens auch mit von der Partie und versucht sein Babyface mit einem Drei-Tage-Bart und einer Narbe zu kaschieren, um möglichst Bad Ass zu wirken. Der Rest sieht entweder nach Penthouse Cover-Girl aus (ich versteh’s immer noch nich… Mal alle Emanzipation beiseite, aber Porn-Chicks bei der ’Delta Force’?) oder murmelt etwas in der Richtung von “Das hier erinnert mich an Laos!“
Mich erinnerten Setting und Sätze wie “Wenn es atmet, kann ich’s töten.“ eher an ’Predator’, nur dass dort so etwas wie Atmosphäre geschaffen wurde und ein südamerikanischer Dschungel auch um einiges imposanter daher kommt, als der Mischwald kurz hinter Rosengarten bei Frankfurt/Oder. (Soll angeblich in Kalifornien gedreht worden sein, aber lasst euch das nicht erzählen!) Technische Sach- und Fachkunde hätte dem Film auch nicht geschadet, aber außer dem titelgebenden Pappkopp mit seiner seidenen Goth-Kutte, einigen blutigen Effekten, viel Nebel und einer finalen Explosion im Kraftwerk ihres Vertrauens gibt es kaum etwas zu bestaunen.

“Das werden auch die letzten Menschen hören. Nur den Wind, der leise säuselt. Und das Schwingen der Erde.“
“Hmh. … Musstest du lange an diesen Sätzen basteln?“
“Zu dick?“
“Nur ein bisschen.“

"Bald wird ganz Eternia mir gehören. Muahahahahahaha!"

Fazit: Einfach nicht ausleihen, kaufen oder geschenkt bekommen. Und wenn doch, nicht kucken, sondern nochmal lesen:
’Skeleton Man’! Dieser Typ ist ein Skelett im Mantel, das auf einem Pferd durch einen taghellen Wald galoppiert und dabei eine Handvoll ’Delta Force’ Fuzzis mit einer Lanze aufspießt.


Hudson