The Sisterhood


‘Amazon warriors fight to survive a world gone mad!’


Originaltitel: The Sisterhood (1988) Regie: Cirio H. Santiago
Drehbuch: Thomas McKelvey Cleaver
Darsteller: Rebecca Holden, Chuck Wagner, Lynn-Holly Johnson FSK: unbekannt


Chuck Wagner (’America 3000’), Henry Strzalkowski (’Die Solo-Kampfmaschine’, ’Equalizer 2000’, ’Rescue Man’, ’Dune Warriors’), David Light (’Operation Overkill', ’Future Hunters’), Kenneth Peerless (’Future Hunters’, ’Desert Warrior’), Peter Shilton (’Future Hunters’, ’Equalizer 2000’), Joanne Griffin (’Rescue Man’, ’Dune Warriors’), Steve Rogers (’Operation Overkill’, ’Rescue Man’).

The usual P.A.-Tropes...

Ich kann nicht von euch erwarten, dass ihr das wisst. Schließlich seid IHR nicht die Irren, die sich jeden Endzeit-Käse, der je produziert wurde, über die Netzhaut jagen. Das bin ich. Aber die Filme in den Klammern oben sind allesamt postapokalyptische Action-Reißer und zu 90 % von Cirio H. Santiago (’Stryker’, ’Bloodfist 2050’) dirigiert oder produziert worden. Alle oben genannten Schauspieler sind in ’The Sisterhood’ dabei und mit ihnen alle Requisiten (Ledermonturen, War-Trikes und aufgepimpte Raider-Buggies), die in jenen Filmen vorher schon benutzt wurden, alle Locations (Kiesgruben, verlassene Fabrikgelände) und alle Klischees (Eröffnungsmonolog, P.A.-Mutanten dank Strahlung, taffe Amazonen und Schulterpolster-Fashion).
Es ist fast überflüssig, das jetzt anzubringen, aber selten war das Sprichwort ’Kennst du einen, kennst du alle.’ im filmischen Bereich zutreffender als bei philippinischen Action-Keulen der Marke Santiago. Da können eigentlich nur noch Slasher und Filme von Godfrey Ho samt Kollegium mithalten.
In Sachen Originalität (und ich weiß, dass dieses Wort in diesem Text faktisch nichts zu suchen hat) glänzt ’The Sisterhood’ mit Schwertkämpfen. Es gibt zwar Knarren, aber klirrende Klingen passen halt optisch besser zu schwitzenden Oberkörpern und dem He-Man Geschirr, das darüber gezurrt wurde und weiblichen Protagonisten, welche übernatürliche Fähigkeiten besitzen (Kommunikation mit Tieren, Heilkräfte, Laserstrahlen-Beschuss aus den Augen), die allerdings kaum zum Tragen kommen. Ich habe absichtlich noch kein Wort über die Story verloren, denn etwas Derartiges gibt es bei ’The Sisterhood’ schlichtweg nicht. Was ich von der selten unterirdisch eiernden Musik aus den üblichen Tasten-Konserven übrigens nur allzu gern behaupten würde. Nur eine Aneinanderreihung von Schießereien zugunsten eines Konfliktes, der zum Finale durch semi-religiösen Zauber-Humbug aufgelöst wird.

"Kill! Pillage! Rape! Do what feels good!"

...vs. silly Fantasy-Stuff.

Ich weiß, ich klinge wie ein resignierter, steifer Sack, aber ihr kennt mich, ich bin für jeden Scheiß zu haben. Und ein Film, der von halbnackten, um sich ballernden Mutanten-Mädels in einer postapokalyptischen Zukunft handelt, müsste eigentlich in die Kategorie von Scheiß gehören, die ich mir nur allzu gerne auftischen lasse. Aber hier bin ich mit meinem Rechtfertigungslatein für billigen Schund am Ende.
Kleine Anekdote am Rande: Als der Film zu Ende war, ich die DVD aus dem Player nahm und meine, bis dahin schlauerweise desinteressierte und anderweitig beschäftigte, Herzdame fragte, ob sie wisse, wo denn die Hülle von ’The Sisterhood’ sei, meinte sie nur: "Auf dem Klo." Und das, liebe Freunde, ist alles, was hierzu gesagt werden muss.


Hudson