Silent Assassins


‘They must stop the masters of the ritual art of killing.’


Originaltitel: Silent Assassins (1988)
Regie: Doo-yong Lee & Scott Thomas Drehbuch: Lin Ada & Will Gates
Darsteller: Sam J. Jones, Linda Blair, Jun Chong FSK: 18


LAPD Bulle Sam steckt in Schwierigkeiten. Sein Partner wurde erschossen, seine Freundin (Linda Blair) will nichts mehr mit ihm zu tun haben und er selbst wird ausgerechnet von Sam Jones (’Flash Gordon’) gespielt. Da kann einem das Lachen schon vergehen. Als der skrupellose Gangster Kendirck den Biochemiker Dr. London und (durch Zufall; dazu später mehr) ein kleines Mädchen entführen lässt, muss Sam sich mit dem Onkel der Kleinen, dem Künstler Kim (Jun Chong) zusammentun, um die Spur der beiden zu verfolgen. Unvermutet schliddern die zwei in ein Komplott aus Ninjas, biologischen Waffen und Deppen…

Langsam gehen mir die Frisur-Witze aus...

Linda Blair, Sam Jones und Phillip Rhee. B-Stars United in einem Film, dessen Klischees die Wanne zum Überlaufen bringen und dessen Musik dem Titel leider gar nicht gerecht werden will.
Fangen wir mal bei den Gestalten an, die hier als Entführungsopfer herhalten müssen. Da ist zuerst einmal dieser alte, senile Tattergreis (Bill Erwin), der ununterbrochen chemische Formeln vor sich hin brubbeln muss, damit eine schlecht geschminkte Sprayfrisur auf zwei Beinen (nicht Linda Blair!) diese in einen C-64 eingeben kann, welcher angeblich eine Superformel berechnet. Dann ist da das kleine Mädchen Joanna, die durch oben erwähnten Zufall in die Arme von Opa Einstein geriet und zwar, als er in einem Fahrstuhl ihre Mutter fragte, ob er die süße Zuckerschnute nicht mal auf den Arm nehmen könne.

Mönsch Oppa, die Kleine
ist doch keine Handpuppe, doa!
Zu dumm dass in der Tiefgarage schon die mörderischen Kidnapper warten und die Kleine von nun an den ganzen verdammten Film lang dem Zausel auf dem Schoß klebt (und bei Gelegenheit auch mal den guten alten ’Nightmare’ Schüttelreim ’Eins, zwei, Freddy kommt vorbei’ zum Besten gibt).
Linda Blair (’Grotesk’) tritt diesmal als altbackene Hausfrau auf, die Sam Jones (’Highwaymen’) die Hölle heiß macht, weil er die Finger nicht von den Gangstern lassen kann. Ich geb’s ja zu, die beiden sind mir sympathisch, aber ihr Schauspiel lässt mehr zu wünschen übrig, als sie je wieder nachholen können. Phillip ’Best of the Best’ Rhee (der hier auch produzierte) übertreibt’s zuweilen arg und krönt somit das Tirumvirat des ’Acting of Doom’. Mako (’Conan - Der Barbar’) spielt den altehrwürdigen Triaden-Boss mit Charme, nur die Leistung von Oberfiesling Gustav Vintas (war mal Handlanger bei ’Lethal Weapon’) ist so dünn wie sein Kopfhaar. Einigermaßen überzeugend ist immerhin die Action. Vor allem beim Finale macht es außergewöhnlich oft BUMM und die zahlreichen Keilereien mit dem Schurkenpack dürften Action-Fans gefallen. Die Ninjas hier sind übrigens eher von der plump-groben Art und kommen schon mal mit Springerstiefeln, Skimaske, Anarok und einer Axt herbei ’geschlichen’.

Silent Assassins also...

Fazit: Doofer, kleiner Cop-Actioner mit drolligen, aber ziemlich unterbelichteten C-Stars, die austeilen, einstecken und sich mit Klischees bekleckern. Keine Glanzleistung, aber billig und schnell. Als grobe Schiesspulver-Zwischenmahlzeit für den hohlen Action-Zahn geeignet.


Hudson