Shootfighter


‘It'll tear your heart out!’


Originaltitel: Shootfighter: Fight to the Death (1993) Regie: Patrick Allen
Drehbuch: Larry Felix Jr., Judd Lynn & Pete Shaner
Darsteller: Bolo Yeung, Maryam d'Abo, William Zabka FSK: unbekannt


Shingo und Lee sind Shootfighter. Was das bedeutet, wissen wir nicht. Zunächst heißt es, dabei handele es sich um einen ehrenhaften Sport. Als Lee Chingos Partner bei einem Kampf die Kehle herausreißt ist’s vorbei mit der Ehre und der Brutalinski wird für Lebenszeit aus dem Sport ausgeschlossen.

Kneel before KOVE!
Jahre später betreibt Shingo (Bolo Yeung) mit dem stürmischen jungen Ruben (William Zabka) eine Kampfsport-Schule und hat das Shootfighting hinter sich gelassen. Lee hingegen hat einen Untergund-Kämpferring aus dem Boden gestampft, der eine brutale Variation des Sports (Regeln: Es gibt keine) in illegalen Schaukämpfen vor dekadentem Publikum veranstaltet.
Als Nick, Rubens bester Freund und Bruder dessen Freundin (Maryam D’Abo), nach zwei Jahren Exil zurück in die Heimat kehrt, werden die beiden von Lees Attaché Mr. C nach Mexiko zum Shootfighting eingeladen. Nick will nach gewonnenem Turnier zurück nach Hause, doch Ruben hat Blut gerochen. Gegen den Rat seines Freundes, seines Mentors, seiner Freundin und seines Stomatologen begibt er sich in die Hölle des Shootfighting…

“Und was siehst du da draußen?“
“Blut, Qualm und Spucke. Und alles ohne Tiefschutz.“

Auf die Lenden gibt es tatsächlich eine Menge in ’Shootfighter’, einem weiteren Martial-Arts-Prügel im Fahrwasser beliebter Turnier/Kumite-Filme wie ’Bloodsport’ und ’Best of the Best’. Schon die plumpe Dramaturgie forciert einen unglaubwürdigen Konflikt nach dem anderen, biss man aus dem Augenrollen gar nicht mehr rauskommt.

Zwei Lappen auf dem
Weg zur Schmiere
Während die Kämpfe bestenfalls choreographischen Durchschnitt präsentieren, ist der Gewaltfaktor beträchtlich. Da packen die groben Finger auch gerne mal ins Fleisch und reißen ganze Brocken heraus (erwartet bloß nicht, davon etwas in der deutschen Fassung zu sehen). Wie viele Leinwand-Bösewichter vor ihm, versucht Bolo Yeung (’Der gelbe Gorilla’) in ’Shootfighter’ sich mal auf der Seite des Guten. Nur wenige schaffen es dabei wirklich sympathisch rüberzukommen. Gratulation, Mr. Yeung. Wir haben alle auf dich gezählt und du bist wahrlich das Highlight dieses Films. Besonders Fans, die Bolo fiese Auftritte kennen, dürften Freude an seiner Rolle als liebenswerter Sifu haben. Maryam D’Abo (’Zeit des Grauens’) hat hier kaum etwas zu tun und je weniger über die beiden Hauptdarsteller Michael Bernardo und William Zabka gesagt wird, detso besser. In solchen Filmen kann man natürlich immer damit rechnen, dass eine bestimmt Anzahl bekannter Genre-Nasen auftaucht. Hier sind es George Cheung (’Rambo 2’), Chris Cassamassa (’Mortal Kombat’), Gerald Okamura (’Ninja Assassin’) und der allseits beliebte Martin Kove (’Stahljustiz’), der mit einem blauen Auge im Resümee und gebrochenen Knochen auf der Leinwand davon kommt.
Panflöten-Mucke und das übliche Synthie-Gedöhns werden im Score mit einem Stück gemischt, das verteufelt an das ’Rambo’-Theme erinnert. Regie führte übrigens ’Exterminator’-Darsteller Robert Ginty… bis man sein Werk nach eigenem Gutdünken zurecht schnitt und er seinen Namen aus den Credits nahm.

BOLO!

Fazit: Rabiate Prügelorgie, die nur aufgrund ihrer selbstzweckhaften Fatalities und einer handvoll druffen Fighting Vokuhilas erwähnenswert ist. Der einzige wirkliche Grund, sich ’Shootfighter’ anzuschauen wäre Bolo Yeung. Aber auch als dessen Fan will ich ehrlich sein: Lasst es sein.


Hudson