She - Eine verrückte Reise in die Zukunft


"Spannend, wahnsinnig, witzig. Das Videoereignis."


Originaltitel: She (1985) Regie und Drehhbuch: Avi Nasher
Darsteller: Sandahl Bergmann, Quin Kessler, David Goss FSK:18


She - Eine verrückte Reise in die Zukunft

Der Film beginnt mit dem blonden Hünen Tom, seiner Schwester und ihrem Kumpi Dick, die alle vom anderen Ufer kommen (O-Ton). Die drei halten Einkehr in die obligatorische postapokalyptische Stadt, mit dem obligatorischen postapokalyptischen Basar und bekommen auch schon die ersten Dialog-Perlen präsentiert.
„Gibt’s die Löcher auch einzeln?“
„Nein, nur mit Käse!“
„Hm, ich mag keinen Käse!“.

She & Him...
Ganz unerwartet (genau!) kommt aber die böse Knork-Armee (Hunnen, Römer, NaziPunks und Wahnsinnige mit Ketten, Sensen, Harpunen und Regenschirmen), welche die Idylle eins fix niedermähen und Toms Schwester in ihr böses Reich des Bösen entführen.
Leicht angepisst machen sich Tom und Dick auf den Weg dorthin und begegnen bald der titelgebenden She (gespielt von Sandahl ‚Valeria’ Bergmann), einer blonden Göttin in Amazonenform.
Bevor ich hier weiter im Text schwabuliere, muß ich erstmal auf die beiden wichtigsten Merkmale dieses Flix hinweisen:
Eine Erzählerstimme aus dem Off und blechernde Gitarrenmucke aus dem On!
Zum Erzähler nur so viel: In der Welt des Film’s gab es bisher den Extended Cut, den Directors Cut und den Final Cut; hier haben wir’s mit dem Commentators Cut zu tun. So stellt uns besagter El Commentatore Infos über She zur Verfügung („Ihre Anhänger sind She-zophren! Man hat sogar schon von She-weltmeisterschaften gehört!“) und diskutiert/interpretiert das Geschehen non stop!

...Them...
Der Film wirkt so wirr auf die dämlich lustigen Kommentare des Erzählers zugeschnitten, dass es eine Freude ist. Figuren tauchen auf und verschwinden, dann verschwinden sie nochmal, ohne je wieder aufgetaucht zu sein und sterben schließlich. Unsere kleine Zuschauerschar fragte sich während der 1. halben Stunde ständig: Was macht She denn da, wo kommt She auf einmal Her (pun intended) und wo ist sie jetzt weder hin?...:
Da isse ja… im Kampf mit Rittern, Gladiatoren und Frankensteins Monster, die wild brüllend aus Cargo-Kisten schlüpfen. Oder da, sich räkelnd in einer Pfütze aus magischen Wasser, um geheilt zu werden, so wie bei ’nem Videospiel, wenn man die Energie aufladen muß. Manchmal sieht man sie auch in der Gefangenschaft von kettensägenschwingenden, in Mullbinden gehüllten Mutanten (Kommentar: „Die sind echt She-f gewickelt!“)
Diese packen übrigens She und ihre beiden Gefährten mal eben in eine tödliche Müllpresse. Während dieser Szene, in der die beiden Wände der Presse allmählich zueinander finden, würde der geneigte Zuschauer sicher stimmige Musik erwarten, welche die Spannung atmosphärisch untermalt. Haha, weit gefehlt! Aus den Boxen schwingen uns die Klänge eines 70’er Jahre Discobrett’s entgegen und während ich noch denke ‚Abgefahren, der Wahnsinn beutelt mich!’, greifen auch schon wieder die Kettensägenmassakrierer von vorhin an (Kommentar: „Jetzt kommen die Kandidaten von Deck und Blacker. Hoffentlich geht das durch die Zensur!“)

...It...
Die Jungs werden aber von She’s ’Red Sonja-Einsatzkommando’ (Kommentar: „Die ganze Emma-Redaktion nimmt Aufstellung.“) erledigt, woraufhin sie (also She) dann dem ganzen Spuk ein Ende bereitet, indem sie dem Anführer der Mutanten den Arm ausreißt (’Sinbad - Herr der Sieben Meere’ irgendjemand?). Danach sind alle wieder frei. Überhaupt zeichnet sich der Film dadurch aus, dass jeder mal gefangen genommen und wieder freigelassen wird.
Weiter geht’s: She reist ins She-Lager (Der is von mir!), Tom und Dick kommen zu einem Schwulen-Golfclub im Garten Eden Stil, wo degenerierte Hoschis in Togas rumkreuzen, die unseren Helden zwielichtige Angebote machen. („Ihr müßt jetzt in was bequemeres schlüpfen. Ich habe bestimmt was, wo du reinpasst!“…Na, habt ihr’s? Habt ihr’s?...Ihr habt’s!) Eine Feier a la ‚Das große Fressen’, gefolgt von einem Gemeinschaftsnickerchen unterm Buffettisch runden den Abend ab und man fragt sich schon ‚Was’n nu!?“
Bloß gut, das She endlich auftaucht, denn gerade sind die Degenerierten dabei, sich in Vampirmümmler zu verwandeln, um Tom und Dick das Hämoglobin aus der Vene zu schlotzen.
Nachdem diese Episode überstanden ist, führt der Weg der 2 lustigen 3 schließlich in ein Land, wo das Licht-Double von Ben Stiller mit grünen Zauberaugen als Guru ‚Goddan’ herrscht. Nicht nur, dass dieser Hammer und Sichel als Emblem auf den Rippen trägt, nein er nimmt auch noch She gefangen (ach nee!). Aber nach einem kurzen Folter-Intermezzo mit Franziskanermönchen und der Helge Schneider-Version von ‚Kabale und Liebe’ überlistet She den Bösewicht und reist mit Tom und Jerry weiter in den Zauberwald.
So, jetzt habt ihr schon mehr erfahren, als es gut für Euch ist. Aber lasst Euch gesagt sein: Was folgt, ist mindestens genau so bekloppt!

...and the Others!

Mann, Mann, Mann, echt jetz; Der Stoff aus dem die Träume sind!
(Aber nichts anderes hätte ich erwartet von einem Film, in dem jemand namens Maria Quasimodo mitspielt!)

Hudson