Todescamp der Shaolin
aka
Shaolin Killer
aka
Incredible Kung Fu Mission



Originaltitel: Shi xiong shi di zhai chu ma (1979)
Regie: Cheung San Yee Drehbuch: Nix Da
Darsteller: John Liu, Robert Tai, Tien-chi Cheng FSK: 16


Wer meint, aus Taiwan kämen nur Halbleiter und Fahrräder, der irrt gewaltig. In den 70er und 80er Jahren wurden hier auch etliche Martial-Arts-Schinken zubereitet. Bei ’Shaolin Killer’ aka ’Todescamp der Shaolin’ haben wir es mit der Kung Fu(n)-Version des ’Dreckigen (halben) Dutzend’ zu tun.

Als der Rebellenführer Ching Chang Feng von den Häschern des grausamen Gouverneurs Lu Ping gefangen genommen wird, heuert dessen Genosse Pa Lung den Kung Fu Man Shi Tien Kang an, um Ching Chang Feng zu befreien. Um dies zu erreichen, muss der Meister allerdings erst fünf tölpelhfte Gefährten ausbilden, die ihm bei der Aufgabe behilflich sein sollen. Die fünf sind zu allem bereit, haben ein großes Maul… aber nicht den blassesten Schimmer von Kung Fu…

“Morjen, ihr Luschen!“

Aber holla, der Reistee!
Ich hoffe die Ansammlung zahlreicher ’ng’-Endungen hat euch nicht zu sehr verwirrt. Alleine in den ersten 5 Minuten wird der Name Ching Chang Feng ca. 20 Mal ausgesprochen. Das schlaucht, vor allem wenn man schon einige Biere intus hat, die ansonsten bei ’Shaolin Killer’ überhaupt nicht schaden. Das Ding ist nämlich ein herzlicher Fun-Prügler der alten Schule. Das große Lachen bahnt sich schon an, als die fünf Adepten sich bei Meister Tien vorstellen.

Nummer 1:
“Ich bin Ling. Ausgebildeter Sargtischler. Besondere Fähigkeiten: Keine. Meister Tien, sie werden ja sicher bald einen Sarg brauchen. Da mach ich ihnen einen Vorzugspreis! Ahahah.. öh Entschuldigung.“
Nummer 2:
“Ich bin Tsu Chow Chi, Angestellter in einem Freudenhaus. Besondere Fäheigkeiten: äääh… Meister, kann ich euch wohl mal unter vier Augen sprechen?“
Nummer 3:
“Ich bin Kuang Quai Quai. Beruf: Jongleur. Moment, ich führ euch was vor…“
Nummer 4:
“Ich bin Lee Ching. Beruf: Holzfäller. Besondere Fähigkeiten: Keine… Tut mir Leid, ich kann nichts!“
Nummer 5:
“Tali Sing. Ich bin der größte Kung Fu Kämpfer.. äh… bis vorhin, als ihr mir auf’s Maul gehauen habt.“

’It's fun to train at the YMSA!’

Das darauffolgende Training ist nur eine von etlichen albernen Episoden in diesem Potpourri aus dämlicher Beleidigungsduell-Synchro (“Du gottverdammter Hurenhund!“), possierlichen Slapstick-Einlagen und handfester Action. Kloppereien gibt’s in jedem Terrain, ob nun Wald, Wiese, Burg oder Freudenhaus. Zur Abwechslung auch gerne ein paar Schwertkämpfe, Kämpfe mit Regenschirmen und bitte schnell, hart und wenn möglich begleitet von uriger Spaghetti-Western-Mucke.
Den Bösewicht spielt Kung Fu-Choreograph und ’Bloodfight 2’-Regisseur Robert Tai, der hier ulkigerweise aussieht, wie ein junger, chinesischer John Carpenter. Ihm entgegen stellen sich John Liu (’Shaolin - Warteliste des Todes’) und fünf verrückte Grimassen-Männer, die für jede Menge Spaß sorgen.

“Ich kann nicht weiter, ich glaub hab’nen Herzfehler… hey was hast du vor?“
“Unser Auftrag muss geheim bleiben. Ich kann keinen möglichen Verräter dulden. Ich muss dich umbringen.“
“Ich glaub, es geht mir schon besser!“

Yeeeeeeeeeehaaaw!!!

’Todescamp der Shaolin’. Was nach brutaler Exploiter-Ware klingt, entpuppt sich als humoristische Klopper-Partie mit Mut zum bitteren Ende. Nach einem solchen Happen werden sich Martial-Arts-Anhänger alle zehn Finger ablecken und sie danach wieder zur Faust ballen.


Hudson