Shakma


‘The world's most aggressive primate just got mad’


Originaltitel: Shakma (1990)
Regie: Tom Logan & Hugh Parks Drehbuch: Roger Engle
Darsteller: Christopher Atkins, Amanda Wyss, Roddy McDowall FSK: 18


“Also meistens hemmt es Aggressionen aber manchmal hat es den gegenteiligen Effekt.“
“Warum nehmt ihr den armen Affen?“
“Pavian! Sie sind die aggressivsten Primaten… neben den Männern.“

O Roddy where art thou?!
Auf die Bäume, ihr Leute: Labor-Pavian Shakma bekommt eine Überdosis Überraschungs-Ei-Serum in den Hypothalamus gespritzt und dreht natürlich frei.
Ausgerechnet der nette Oberschimpanse aus ’Planet der Affen’ (Roddy McDowall), der hier den Professor Unrat gibt, befiehlt die Zwangs-Euthanasie (darf man das in Verbindung von Affen sagen?). Nützt aber nix: Shakma wacht nicht viel später wieder auf und rächt sich fürchterlich an dem nichtsnutzigen Medizin-Studentenpack, welches ausgerechnet in der folgenden Nacht eine ’Rollenspiel’-Session im Forschungs-Spital veranstaltet….

… ’Aus dem Spiel wird tödlicher Ernst’, würde ich jetzt sagen, wenn es stimmte.
But think again! Horrortier trifft auf nerdige Rollenspieler? Mann, mann, mann.
Jeder halbwegs intelligente Cine-Lurch sollte doch wissen, dass so ein Schmu höchstens als Trailer oder Skizze im Matheheft funktionieren kann. Aber bitte, macht’s halt noch ’nen Tierhorror mit ’nem Affen im Hochhaus.
Schön, bei ’Im Schatten des Kilimanscharo’ war es eine Pavian-Horde unter freiem Himmel. Da kann man es schon mit der Angst zu tun bekommen. Aber ein Tier in einem mehrstöckigen Gebäude?! Da macht man doch einfach die Tür zu und gut ist!

’Wie ein wilder Stier’
Ja, denkste. El Scripto hat gesprochen und baut sein Werk nicht nur auf einem Denkfehler nach dem anderen auf sondern mischt auch noch unzählige Konversationen der folgenden Art hinein:
“Was war los, over?“
“Ähm, ich bin grad eingeschlafen, over.“
“Verdammt, pass besser auf oder es wird ein kurzes Spiel, over!“
Keine Übertreibung! Dialoge wie jener sind im Film verteilt wie die Affenköttel des Titelmonsters. Das Vieh ist allerdings noch das überzeugendste Element des Dargebrachten. Keine Ahnung, wie die Dompteure den Affen zu seiner ungesund anmutenden Aggressivität geschäkert haben (vielleicht haben sie ihm das Drehbuch zu fressen gegeben?), aber wenn den Shakma erstmal der Deibel laust, dann kommt Bewegung in den Flur.
Es hilft natürlich ungemein, dass die Türen des Gebäudes scheinbar aus Trabbi-Pappe geschustert wurden, nicht richtig geschlossen werden können und auf das wilde Rütteln des Tieres allzu schnell nachgeben.
Neben den fizzeligen Grusel-Geigen und ähnlich unerträglichem Geräusche-Schmand, sind es vor allem die quengeligen Schauspieler, die hier negativ auffallen (nur soviel: der Hauptdarsteller ist Bübchen Blond aus der ’Blauen Lagune’). Riesige Mitschuld trägt mal wieder die deutsche Synchro. Glaubte man eben noch, mit ’Iron Thunder’ den schlimmsten Verton-Hohn diesseits der Schallmauer vernommen zu haben, muss man diese Aussage schon wieder relativieren. Was hier zusammen geseiert wird, ist ein klarer Fall für den Logopäden.

Was hier wie ein ’Fußrauchen’ aussieht, ist nur ein Bildfehler.
Und was da wie ein Schauspieler aussieht... ist auch was anderes.

Meine Empfehlung geht an Mittelscheitel-Nerds und Tierhorror-Spunde mit Pavian-artigem Sitzfleisch (denn der Streifen will und will und will und will und will…). Meine Warnung geht an allen anderen. (…und will und will kein Ende nehmen!)

Hudson