Shadowzone


‘On The Dark Side Of Dreams, A New Terror Takes Shape.’


Originaltitel: Shadowzone (1990) Regie & Drehbuch:: J.S. Cardone
Darsteller: Louise Fletcher, David Beecroft, James Hong FSK: 18


Ein weiterer Film aus Charles Bands ’Full Moon’ Ofen?
’Das kann ja heiter werden!’, dachte ich mir unbesorgt und wurde böse überrascht.

Wow: Frauen per Rohrpost!
In einem unterirdischen Forschungs-Labor, der sogenannten ’Shadowzone’ (huibuh!), werden Experimente mit tiefschlafenden (menschlichen) Versuchs-Kaninchen durchgeführt.
Das Forscher-Team Dr. Van Fleet (James Hong, kennt man als väterlichen Vollblut-Asiaten aus etlichen A-, B- und C-Filmen u.a. ’Blade Runner’, ’Tango & Cash’ und ’Epoch’), Dr. Erhart (Louise Fletcher, den meisten bekannt in der oskarprämierten Rolle der Schwester Ratched aus ’Einer flog übers Kuckucksnest’, war aber auch in genügend Trash-Produktionen unterwegs, um ihre Credits hier zu verdienen) und ihr Assi, Computer-Fritze Wiley (Miguel A. Núñez Jr., der in ’Street Fighter’ 4 Jahre später eine ganz ähnliche Rolle spielte) sind mit einem heißen Programm dem Öffnen von Portalen paralleler Universen auf der Spur. Kurz nachdem NASA-Nase Captain Hickcock im Labor auftaucht, geht alles drunter und drüber. Die Tür zur parallelen Welt schwingt nämlich zu beiden Seiten und makabre Monstrositäten gelangen hindurch. Versuchspersonen sterben, zu peinlich undramatischer Musik (von Bands Bruder Richard) wird viel rumgelabert, durch finstere Flure geschlurft, aus blöden Schutzbrillen geglotzt und mal wieder aus Scotts ’Alien’ und Carpenters ’The Thing’ kopiert, bis der Hammer fällt.

Freilich hat Produzent Charles Band (’RobotJox’) auch zu den besten Zeiten seiner ’Full Moon’-Schmiede viel Schund ausgeworfen, eine solch banale, seelenlose und stümperhafte Mega-Gurke, wie das vorliegende ’Shadowzone’ hatte ich aber nicht von ihm erwartet.
Sein ausführender Müllmann, pardon ’Auteur-Regisseur’ J.S. Cardone (’8MM 2’) haut hier einen weiteren lieblosen Science-Horror-Käse auf den Schirm, dass man George P. Cosmatos’ grottigen ’Leviathan’ im Vergleich beinahe als meisterlich loben möchte.

Wenn McMurphy das noch
hätte erleben könnte!
Dialoge aus der Mottenkiste des Gespensterfilms (“Was hat das zu bedeuten?“ “Es kommt aus der Dunkelheit!“), ein Affe namens Bingo (sieht aus wie Marcel aus ’Friends’), der frei im Autopsie-Saal rumspringt und die Besucher mit frischem Leichenblut vollspritzt sind noch lange nicht genug. Die fette Mensa-Köchin und der bekloppte Hill-Billy-Mechaniker erwiesen sich als zwei der dümmlichsten Nebenfiguren, die mir je ein Film dargeboten hat (schon mal ’Danke schön’ dafür!) … nicht, dass die anderen Schauspieler auch nur irgendetwas Gescheites zum Geschehen beitragen könnten (vor allem Mrs. Fletcher kam mir vor, als stünde sie unter starker Medikation).
Splatter-Fans könnten möglicherweise an platzenden Köppen, witzigen Schmadder-Masken und gelegentlicher Innereien-Schau ihren Spaß haben, wenn diese nicht von purer Langeweile und einem konstanten Spannungs-Tief ummantelt wären.

Fazit: Einfach stehen lassen, und was Vernüftiges aus dem Regal fassen! Der Film stinkt.

PS: Dass mir ein Tape mit englischer Sprache und holländischen U.T.s zur Verfügung stand, hat meiner Begeisterung zwar keinen Schub gegeben, aber immerhin weiß ich jetzt das ’Bastard’ sich im niederländischen mit ’Smeerlap’ übersetzt.

Hudson