Sexy Platoon



Originaltitel: Shooters (1989) Regie: Peter Yuval
Drehbuch: Jeffrey Mandel & Michael Bogart Yuval
Darsteller: Benjamin Schick, Robin Sims, Aldo Ray FSK: 16


Willkommen in Ford Lepter: Idotenquote 100%

Eigentlich gehört ein Film namens ’Sexy Platoon’ ja von unserem Vollzeit-Ferkel Spooner rezensiert¹, doch der eifrige Koitus-Kino-Konsument mit der schönen Frisur ist derzeit mächtig gewaltig beschäftigt mit der Anfertigung seines eigenen Regie-Debüts, also bleiben selbst solch anstößige Schmierlappstreifen am ollen Hatzen kleben, wie… na gut, die Metapher erspar ich euch lieber.
Erspart werden dem Spooner ein paar Titten, Sprüche und Explosionen schon in den ersten fünf Minuten. (Junge, wenn du das hier liest: HA HA!) Lasst mich dem Rest von euch weniger schadenfroh davon erzählen:

“Da haben Sie ja eine starke Truppe, Zippel!“

Die Salami präsentiert!
Major Zips Kompanie vom Fort Lepter (das ’t’ ist aus dem Eingangsschild herausgekratzt worden, *badoom tsss*) ist genau so unfähig wie man es von einem Streifen erwartet, der eigentlich nichts anderes ist, als die Militär-Version von ’Den letzten schnappen die Fische’ (aka ’Das knallgelbe Gummiboot’). AAACHTUNG! Einheit angetreten! Darf ich vorstellen: Der draufgängerische Lt. Harley, der nerdige Lt. Plato, der dicke Sgt. Dingsbums und weitere Abziehfiguren, die in keinem schwachsinnigen Kalauer-Kokolores der Marke ’Up the Creek’ fehlen dürfen. Rollennamen wie Detonator, Major Lush, Animal und General Makepeace betonieren das Niveau. Hier hängt ein wahrer Rattenschwanz an Debilitäten dran. Feinsinnige Schöngeister können also an dieser Stelle getrost den Hut nehmen.
Kommen wir zur Ha-ha-handlung. Diese lässt den General mit dem irre komischen Namen (kapiert? Ein General namens “Mache Friede“! Gnihihi…) die ’26th Annual Wargames’, ein Manöver krawalliger Art, auf dem Gelände der “Schlafschützen“ (So nennt sie das Backcover. Köstlich, man weiß wirklich nie, was als nächstes kommt!) abhalten. Okay, der Satz hatte zu viele Kommas und Klammern, also nochmal: Manöver verfeindeter Kompanien auf dem Gelände der Idioten-Einheit. FIGHT!

Aldo Ray, Ladies & Gentlemen
(Und einen herzlichen Glückwunsch an alle,
die auf den 'Inglourious Basterds'-Verweis
von ganz alleine gekommen sind. You rock!)
Herbei rattern die ’roten Vipern’, welche quasi als bösärschige Antagonisten für Zips Kompanie herhalten, und die Ladies vom Titel gebenden ’Sexy Platoon’, die quasi als… na ihr wisst schon. ’Sexy Platoon’ nennt sie übrigens niemand im Film (wahrscheinlich können wir noch froh sein, dass sie den Streifen nicht ’Platoon Acadamy’ genannt haben²), dafür aber unser Freund, das ulkige Backcover, das ich an dieser Stelle unbedingt zitieren muss:
“Die Girls vom Sexy Platoon blasen zum Angriff. Da werden die harten Männer weich und die Schlappschwänze wieder stramm. Den Girls platzt die Bluse, den Jungs die Hose und General Makepeace der Kragen.“ Also besser hätten es Wilhelm Busch, Joe Bob Briggs oder Spooner auch nicht formulieren können.

“Sie sind ganz schön schlau?“
“Ungefähr so schlau wie die Nachgeburt einer Beutelratte!“

Wie diese formschöne Inhaltsangabe es prophezeit, kommt es zu einigen gewollt amüsant absurden Situationen, die größtenteils jedoch so abgeschmackt ausbaldowert und inszeniert sind, dass wirklich nur die einfachsten Gemüter (und damit meine ich jene, die normalerweise Probleme haben, das Runde nicht ins Eckige zu stecken) ihren Spaß daran finden dürften (nicht, dass etwas falsch damit wäre!).

Joseppe Pilato, y'all!
Erzähltechnisch besteht ’Sexy Platoon’ aus aneinander gereihten Gags (wollen wir die Ansammlung klobiger Kalauer und humoristischer Holzhammer-Spukgeschichten mal liebenswürdigerweise so nennen) auf einer durchhängenden Kohärenz-Kette (der erwähnte Manöver-Rahmen) und verknötelt durch die Tatsache, dass diese nicht wirklich unterhaltsamen Sperenzchen (G.I. auf Drogen in der Mädchen-Dusche, G.I. in drags im Knast, G.I. am Arsch etc.) von denselben Darstellern über 80 Minuten lang abgekaspert werden.
Die Besetzung ist bis auf folgende zwei Ausnahmen nicht weiter erwähnenswert: ’Day of the Dead’-Rüpel Joe “Choke on ’eeem!“ Pilato gibt in einem wahnwitzigen Fall von Stuntcasting einen eierköpfigen G.I. Nerd mit Brille und Stahlplatte in der Birne und als General Makepeace sehen sie Aldo Ray (’Bog’), einer von Hollywoods damaligen Go-to-Opas für dürftigen 80er Genre-Schund, womit er bei ’Sexy Platoon’ bestens aufgehoben war.

Dustin Hoffman hat angerufen. Er will seine Beinfreiheit zurück.

“Du bist betrunken!“
“Aber noch nicht genug.“

Ha-ha-hab ich’s wieder geschafft, ein passendes Zitat als Fazit rauszufiltern. Gern geschehen.
Schon der Original Trailer warnt “Move over, M.A.S.H! Step aside, Stripes!”, was dann auch gleich als warnendes Beispiel für die Originalität des fertigen Filmes herhalten kann. Klar stand hier ’Ich glaub mich knutscht ein Elch!’ Pate, aber damit meine ich, so wie ’Der Pate’ für ’Jane Austens Mafia’ Pate stand, nicht etwa so wie ’Der Pate’ für ’Der Pate 2’ Pate stand, wenn ihr versteht, wie der Hudson meint. Am Ende bleiben zwei Paar Titten, zwei Explosionen und eine handvoll Sprüche, summa summarum also doppelt so viel wie in den ersten fünf Minuten. Mein Ratschlag: Lasst den hier ausfallen, aber erzählt nix dem Spooner davon. Er ist noch jung und braucht die Illusion.



¹ Full disclosure: Das Tape, das zur Rezension vorlag, ist aus Spooners Besitz. So technically, he’s still sleazing.
² ‘Major Lush’-Darstellerin Jayne Hamill, die in der Rolle der dauergeilen Schnapsdrossel als Feindbild für alle Frauenbeauftragten dieser Welt herhalten durfte, spielte eine ähnlich niemanzipierte Rolle in nicht einem, nicht zwei, nicht drei, nein ganzen fünf ’Vice Academy’-Streifen.


Hudson