Karate, Küsse, blonde Katzen


‘Virgin on the Ridiculous! Fantastic Chop Chop!
Plenty Hanky Panky! Very Very Sexy!’


Originaltitel: Yang chi (1974)
Regie: Ernst Hofbauer & Chin Hung Kuei Drehbuch: Chen I. Hsin
Darsteller: Hua Yueh, Sonja Jeannine, Diane Drube FSK: ungeprüft


“Die Chinesen sind nämlich ganz scharf auf weiße Weiber. Besonders, wenn sie Jungfrauen sind.“
“Du bist aber nur noch weiß, Brenda.“



’Eine Produktion der SHAW BROTHERS LTD. Hong Kong In Zusammenarbeit mit RAPIDFILM, MÜNCHEN Weltvertrieb Dieter – Wahl – Film München’

“Wo hast du denn den Scheiß rausgesfischt? Das schmeckt ja wie alter Opa unterm linken Ei.“
“Ich hab’s genau nach Oma’s Kochbuch gemacht!“


Ihr fragt euch sicher…

“Die Stellung war doch schon bei den alten Ägyptern aus der Mode!“
“Zappelt nicht so geil. Ihr werdet alle bedient.“


…warum hier andauernd irgendwelche ober-dämlichen Sprüche dazwischenfunken.

“Seh ich eure Tittchen zittern fängt meine Hose an zu flittern.“


Nun, ganz einfach. Der vorliegende Film, mit dem dem unglaublichen Originaltitel ’Enter the Seven Virgins’…

“Was macht die denn da?
“Dreimal darfst du raten. Die schaut, ob sie unten noch dicht sind.“
“Kann man das denn sehen?“
“Halt dir mal ’nen Spiegel drunter!“


…zeigt uns auf recht amüsante, sinnlose und höchst chauvinistische (in beide Richtungen ausschlagend) Weise, was passiert, wenn sich die Shaw Bros mit den Machern vom ’Schulmädchenreport’ auf dem Oktoberfest treffen und in vortrefflichster Bierlaune auf die Idee kommen, doch mal etwas zusammen zu machen.

“Auf dir möchte ich durch die Wüste Gobi reiten.“


Resultat: Ein Film, der beinahe sämtliche Geschmacksgrenzen zur Seite walzt. Außer den urkomischen Sprüchen hat's hier natürlich auch eine hanebüchene Handlung, in der ein paar ’Damen’ von einem wilden Piraten-Haufen gekidnappt werden und zur Belustigung des noch wilderen Piraten-Kapitains auf eine Insel verschleppt werden, wo dann…

“Bring sie zu Jin Po. Die soll ihnen ein bisschen Matratzen-Karate beibringen! Oder kennst du vielleicht ’ne schönere Sportart?“

… Ja, genau. Dass sich die Damen dieses Martyrium der sexuellen Art in den ersten zwei Dritteln gefallen lassen, nur um im Finale ihren Peinigern, mittles selbst erlerntem Kung-Fu, die Nüssse zu malträtieren, versteht sich von selbst.

“Ich wird den Obermotz so lange bedienen, bis er keinen mehr hochkriegt.“


Beschreiben lässt sich das Ganze am besten als: ’Martial-Arts-Chaos mit Schlüpfer-Charme und Sprüchen, die selbst Rainer Brandt zu peinlich wären’…

“Jetzt dreh ich dir’s Gas ab und häng dich an die Chinesische Mauer.“

...inklusive Szenen, bei denen sicherlich jedem Sittenwächter anno ’74 der Hut vom Schoß gesprungen ist...

“Ihr werdet jetzt lernen, wie die chinesischen Männer Liebe machen. Legt euch auf die Betten und macht die gleichen Bewegungen wie dieses junge Mädchen hier. Als erstet üben wir die chineische Kneifzangenstellung. Hebt das linke Bein und lasst es kreisen uuuund kreeeiiiseeeen.“


So, jetzt ist aber mal gut hier! RUHE!

Im Ernst und alle Hysterie beiseite:
’Extrem-Kleider-vom-Leib-Reissing’, extra sleaziger Porno-Soundtrack und Handkanten-Haudrauf machen noch lange keinen guten Film. Das beweist auch ’Karate, Küsse, blonde Katzen’ mehr als einmal. Wer sich aber über schamlose Exploiter-Ware freut, wie ein Hecht im Bierfass und dazu noch dumme Sprüche über alles stellt, der ist hier bestimmt gut aufgehoben. Ganz bestimmt sogar!

Hudson