The Seventh Curse



Originaltitel: Yuan Zhen-Xia yu Wei Si-Li (1986)
Regie: Ngai Kai Lam Drehbuch: Jing Wong & Gai Chi Yuen
Darsteller: Chin Siu-hou, Maggie Cheung, Chow Yun-Fat FSK: 18


“Jede gute Geschichte beginnt mit einem Glas Cognac.”

“Ehehe, ehey!“

Leute, stellt den Alk auf’s Fensterbrett!
Ein Asiatischer Trash-Adventure-Fantasy-Heroic-Bloodshed-Shit ist im Anrollen und nichts und niemand kann ihn aufhalten.

Worum es hierbei geht, ist nicht leicht in logische Zusammenhänge zu fassen. Die Story wird sehr wirr erzählt und dann auch noch von ellenlangen Rückblenden und Sub-Plots unterbrochen (in der ersten Szene zum Beispiel, muss der Protagonist eine Bombe in ein Gebäude voller Geiseln und deren Entführer schmuggeln, was nicht nur völlig widersinnig, sondern auch storytechnisch ohne Belang ist… aber witzig!)

Ich versuch es trotzdem mal:

Dem Blutfluch ist nicht mit
Stützstrümpfen beizukommen!
Der junge Cop Chen (oder war er Arzt?) rettet im thailändischen Dschungel eine junge (nackte) Dame aus den Klauen eines Bösen Stammes, der diese opfern will. Aus Rache wird er vom bösen Hohepriester mit einem Blutfluch belegt. Mit einem? Nicht ganz. Es sind tatsächlich sieben Blutflüche, die sich periodisch als wulstige Krampfadern auf seinen Beinen bemerkbar machen. Ist der siebte Fluch vollendet soll ihm endgültig die Fontanelle platzen. Doch das gerettete Mädel zeigt sich dankbar und belegt den Fluch mit einem Gegen-Fluch, der ihn ein ganzes Jahr aufschiebt. Wieder zu Hause sucht der Chen (oder hieß er Yuen?) seinen alten Kumpel auf: Einen smarten, mini-golfspielenden, weinbrandglas-schwingenden Chow Yun Fat, der mal wieder so lässig ist, als hätte er dieses Wort erfunden. Auf sein Anraten begeben sich die beiden (mit einer nervigen Reporterin im Gepäck, die Chen anfangs ununterbrochen um ein Nacktfoto bittet!) zurück nach Thailand, um ein Heilmittel zu finden und sich dem bösen Stamm zu stellen…

Kids look: It's Aylmer!

…und dem Bösen Hohepriester mit den magischen Fähigkeiten und dem Baby-Dämon namens ’Alter Vorfahre’ und dem Skelett-Monster mit den glühenden Augen, dass sich in ein fliegendes ’Alien’ verwandeln kann.

Trash-Fresser look no further!
Nackte Haut, Todesfallen, deftige Martial-Arts-Kloppereien nebst typisch grottigen Asia-Synchro auf Porno-Niveau (dem sich dann und wann auch die Musi anpasst) treffen auf herrlich unästhetische Monster.
Hier geht alles, was woanders aus dem Script gekürzt wurde (Kunststück, denn von einem Script ist hier keine Spur).

Vorher/Nachher
Den ’Alten Vorfahren’ kann man sich als Mischung aus ’Elmer’ und einem Killer-Fötus vorstellen. Sein Kumpan, das Skellett-Monster aus dem Jade-Sarg sieht aus wie der Bruder vom ’Crypt-Keeper’. Die Kreaturen sind wirklich zum Schießen und schon allein ein Grund für jeden B-Movie-Liebhaber, hier mal rein zu schauen (Zudem wird reichlich bei ’Indiana Jones’ gemopst; so werden z.B. Kinder von einem blutsaugenden Priester entführt und steinerne Kugeln scheuchen rasende Reporer durch uralte Höhlen-Systeme, etc.) Immer von Vorteil: Die Präsenz von Cho Yun Fat (’Cover Hard’), der hier zwar als Hauptdarsteller aufgeführt wird, dessen Bildschirm-Zeit jedoch leider arg begrenzt ist.
Hauptdarsteller Siu-hou Chin kann da leider nicht mithalten. Und Maggie Cheung, die man aus allen Spektren des Hong Kong-Kinos (von ’In the Mood for Love’ bis zum ’Heroic Trio’) kennt, nervt als asiatische Ausgabe von Karla Kolumna.

“Das hier ist eine tödliche Falle!“
“Nur dir Ruhe! Als ich in den USA war, habe ich viel über die Taktiken der Vietkong gelesen!“

Been there, done that...

Lasst mich dieses unglaubliche Misch-Masch nochmal kurz zusammenfassen:
Kung Fu, Shoot-Outs, Humor, Matsch-FX, Abenteuer, Trash-Monster und Chow Yun-Fat, Gottes Botschafter der Coolness. Aber bevor ihr jetzt alle durcheinander schreit: “Wo muss ich unterschreiben?“: Gemach! ’It’s only a movie!’ And a pretty stupid one, too.

Hudson