Seeding of a Ghost



Originaltitel: Zhong gui (1983) Regie & Drehbuch: Chuan Yang
Darsteller: Man-Biao Bak, Jaime Mei Chun Chik, Norman Chu FSK: unbekannt


Shaw Brothers. Zwei Worte, eine Legende. Bei diesem Namen rasen einem gleich unzählige Titel durch den Kopf, zumeist allerdings Titel aus dem klassischen Wuxia und dem Fantasy Genre. Gerade in ihrer späten Phase Ende der 70er hat das Studio um die Brüder Run Run und Runme Shaw einiges an feinen und äußerst exotischen Horrorperlen produziert, die sich, besetzt mit einigen der üblichen Verdächtigen, fix zu Kassenschlagern mauserten. "Black Magic" aka "Omen des Bösen" ist der wohl bekannteste davon und auch wohl der einzige, der hierzulande das schummrige Licht der kleinen Videotheken erblickt hat, wenn auch leicht gekürzt. Der zweite, interessantere Teil "Black Magic 2" ist bis heute nie in Deutschland erschienen.

Passendes Productplacement
"Seeding of a Ghost" sollte ebenfalls Teil der "Black Magic" Trilogie der Shaws werden, jedoch entschied man sich, den Film abseits davon zu veröffentlichen. Hauptsächlich wohl, weil der Streifen hier massive Probleme mit der Zensur bekam. Nicht verwunderlich, bei den damaligen Standards...
Irene ist Croupier in einem kleinen Casino und verheiratet mit dem Taxifahrer Chow (Phillip Ko). Das hält sie jedoch nicht davon ab, sich in den Charmeur und Gelegenheitsgambler Fong Ming (Norman Chu Siu-Keung) zu verlieben. Als sie eines Abends im Auto unterwegs sind und Ming sich weigert, sich scheiden zu lassen, kommt es zum Streit. Irene steigt aus, geht allein weiter und wird prompt von zwei Halbstarken in ein leerstehendes Haus gehetzt, vergewaltigt und versehentlich getötet. Chow findet seine tote Frau, doch die Polizei ist keine große Hilfe, denn obwohl sie die beiden Schuldigen finden, können sie niemandem etwas nachweisen. Nach einigen erfolglosen Versuchen der Selbstjustiz entscheidet sich Chow für den Weg der schwarzen Magie. Einen Schwarzmagier hat er bereits kurz vorher "kennengelernt", indem er ihn versehentlich über den Haufen gefahren hat.

Epische Sauerei
Kurzerhand wird Chows tote Frau ausgebuddelt und allerlei Zaubergewusel mit ihr angestellt. Seltsamerweise sieht die Leiche aus, als wäre sie bereits 'n Jahr oder so unter der Erde. Ziemlich fleischlos und ausgedörrt. Lecker. Jedenfalls zeigt der Zauber Wirkung und ihre Peiniger und ihr Ex-Lover kriegen‘s zu spüren. Die beiden jugendlichen Rowdies dürfen Würmer kotzen und Hirn fressen, während Irenes Lover Ming von seiner Frau mit einem Riesenstreichholz malträtiert wird (echt, das Ding sieht so aus!). Die wurde nämlich kurzfristig besessen. Das äußert sich in unkontrollierten Wutausbrüchen und lustiger Augenfarbe (comicdemonic, hehe). Dass dies alles nicht mit rechten Dingen zugehen kann, erkennen alle Parteien recht fix und man beginnt, entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen. Tja, eigentlich ist das schon die ganze Geschichte, denn ab hier dreht sich alles um den Kampf zwischen gutem und bösem Zauber und der hat's in sich. Wer Filme wie "Black Magic", "Black Magic 2" oder den famosen "Boxer's Omen" (ebenfalls mit Phillip Ko) gesehen hat, der dürfte eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie ein solches Kräftemessen in Filmen wie diesen auszusehen hat. Naja... UNGEFÄHR. Auf der Goreebene toppt das Finale so ziemlich alles, was ich aus dem Bereich kenne.

Toon-Nekrophilie
Ansonsten hat der Streifen wirklich alles, was man so braucht als ganz normaler Irrer. Wo sonst bekommt man Hokus Pokus, full frontal nudity und Menschen die Würmer kotzen? Hong Kong Horror Movies! Eine Leiche allerdings, die mit dem Geist von einem ihrer Peiniger verrückten Toonsex hat (schwebend... natürlich), um danach ihren ungeborenen Sohn als dämonischen Geist loszuschicken, welcher dann die Frauen der auszulöschenden Personen besetzt, damit jene ihre Kerle um die Ecke bringen, das hab' ich so noch nicht gesehen. Der Schluss allerdings hat mich wirklich ein wenig überrascht. Da wird so richtig schön rumgematscht und uns wird wieder einmal vor Augen geführt, wie einflussreich Carpenters "The Thing" wirklich gewesen ist. Tentakel, Leute, Tentakel! Die Hütte sieht hinterher aus wie Sau. I loved every minute.


Goatscythe