Secret Agent Club


‘It's 10 PM...do you know where your dad is?’


Originaltitel: The Secret Agent Club (1996)
Regie: John Murlowski Drehbuch: Rory Johnston
Darsteller: Hulk Hogan, Matthew McCurley, Lesley-Anne Down FSK: 12


Anno ’96 in der Umkleidekabine der WCWWFBO:
Bret Hart “Ich bin immer noch der Beste, war der Beste und werde immer der beste sein werden tun.“
Hulk Hogan: “Ja, aber hast du eine Hollywood-Karriere?“
Bret Hart: *grummelt etwas in sich hinein*
Hulkster: “Ha, in meinem neuen Film spiel ich sogar zweimal mit!“
Hulks Manager versucht zu klären: “Naja, sind eigentlich zwei Aspekte ein und derselben Rolle.“
Hulk & Hart: *schauen verdutzt*
Roddy Piper (kuckt zur Tür rein): “Ihr Flaschen!“

Ohje, Hulkster ohne Bart...
Ja, die goldenen Jahre, Mitte der 90’er, als ich endlich legal in den Videotheken herumstreichen durfte und dann bei den heißen Neuigkeiten doch nur Filme mit Thomas Ian Griffith, Billy Blanks und diversen Stars aus der Wrestling-Szene vorfand.
Ein gewisser Action-Hit mit Zahnstocher Arnold Schwarzenegger, von Genre-Guru James Cameron hatte ein Jahr zuvor wie eine Bombe eingeschlagen. Action, Familie, Humor. Das machen wir auch, dachten sich die Produzenten und Agenten von ’Hulkmania’-Videos und schickten den blonden Hünen vom Set seiner fast köstlichen Trash-Reihe ’Thunder in Paradise’ direkt zum Shooting dieser ’Toys’R Us’-Produktion.

Ergebnis: Hulkster goes ’True Lies’ im Kindergarten.

Story: Geheimagenten-Daddy hat zu wenig Zeit für seinen Sohn. Wenn er mal da ist, spielt er ihm und allen anderen natürlich den Doofy vor, sodass der Sohnemann keinen Grund hat, auf Daddio stolz zu sein. Eine böse Waffenschieberin (Lesley Anne Down, where have you gone?) hat die neueste Erfindung auf dem Markt der Strahlen-Kanonen herausgebracht und versucht sie an den Höchstbietenden zu verkloppen. Den Scheichs und Schuchen kommt aber Hulki Hulksen zuvor und kann den Schießprügel klauen und verstecken. Dann wird er gekidnappt und sein Sohn muss mit seinen blagigen Kumpis den Tag retten. Ende im Gelände.

L.-A. Down: Nomen est Omen?
Was für ein knalldoofer Akteur Hulk Hogan (sprich HULK HOGAN ->langes A) ist, wissen wir bereits. Leider Gottes ist dies auch noch einer jener Filme, in denen wir den mittlerweile ins überreife Alter fortgeschrittenen Wrestling-Musklor ohne Schnurre sehen. Ein Anblick, der selbst den humorlosesten Schlumpf in eine Grinsekatze verwandelt und der den Auftritt vom Mann mit dem Kopftuch (obwohl diesmal ohne) völlig versemmelt.
Da hift es auch nicht, dass der Film nach einer halben Stunde zu einer Kiddie-Action-Verfolgungs-Farce mit Zaubertricks verkommt. Aber hey, wer ’Die üblichen Verdächtigen’ will, muss ’Die üblichen Verdächtigen’ schauen.
Von M.C.Gainey (’Con Air’) und James Hong (‘Shadowzone’, hier mit einer Synchro, deren Grammatik scheinbar von Meister Yoda selbst konzipiert wurde) ist man ja Ausflüge ins C-Fach gewohnt. Was aber ’Eraserhead’ und David Lynch-Spezi Jack Nance in diesem Machwerk zu suchen hatte, kann ich nicht mal erahnen.

Fazit: ’Spy Kids’ in doof plus ‘Tu keinem weh!’-Action meets ‘Murks mit Sommesprossen’.

Hudson