Screwballs II


‘More fun than you can shake your stick at!’


Originaltitel: Loose Screws (1985) Regie: Rafal Zielinski
Drehbuch: Michael Cory
Darsteller: Bryan Genesse, Lance Van Der Kolk, Alan Deveau FSK: 18


“Wir sollen auf ’ne Doofenschule?“
“Das ist genau der ideale Platz für vier Meisenprinzen!“

Nackte Autojagden
So isses. Brad Lovett, Steve Hardman, Hugh G. Rection und Marvin Eatmore sind nicht nur ein Haufen Lausbuben, sondern auch die geilsten Schlegel der Beaver High School. Und nein, mit den anzüglichen Namen hat’s hier noch lange kein Ende. Zur Strafe für ihre notgeilen Aktionen und schlechten Leistungen werden sie auf die ’Coxwell Adademy’ (ahem), eine Summer School für besonders schwere Fälle geschickt, auf der zum Glück auch ein Haufen blonder Bimbos die Nachhilfebank drücken muss. Genau das Richtige für die Jungs, die sich zum Ziel gesetzt haben, einen Punkte-Wettkampf im … naja ihr wisst schon. Zur Jagd wird gleich geblasen, als die Schlingel auf dem “Campus“ ankommen und sich als Schulärzte verkleiden, um die weibliche Belegschaft zur medizinischen Untersuchung zu bestellen…

“Die Untersuchung findet folgendermaßen statt: Ihr seid so liebenswürdig und zieht euch bis auf Zwickel und BH aus. Natürlich nicht hier, sondern da hinter dem Wandschirm.“
“Ich hab da ein kleines Problem, Doktor. Ich trage keinen BH.“
“Hmja, hmja. Aber einen Busen hast du doch, oder?“

“Loose Screws, breakin away! Summer School where everything is great!“ schallt es während des schmissigen Titelsong im trashig-charmanten Achtziger Highschool-Comedy-Stil. Nein, das ist keine offizielle Musikrichtung, allerdings werden die üblichen Verdächtigen schon wissen was ich meine.
Aber zurück zum (Original)Titel, denn genau darum geht es hier: Lockere Schrauben beim Nachhilfeunterricht, bei dem alles toll ist. Toll = Titten, nur zur Erinnerung. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Nackte Tatsachenberichte
In bester Tradition schweinischer Ferkelfilmchen a la ’Porkys’ und der ’Eis am Stiel’-Reihe (nur noch ein, zwei Niveau-Level tiefer) werden hier nackte Tatsachen präsentiert, sexuell orientierter Schabernack getrieben, junge Frauen in diversen Aerobic-Posen gezeigt, der stocksteife Dekan verarscht und ein ’Wet T-Shirt’-Contest mit Schlagsahne verfeinert.
An vorderster Front rackern sich unsere Helden ab: Der frivole Romantiker, der supergeile Stecher, der rallige Nerd und der juckige Dicke. Charaktere, die nicht etwa von professionellen Akteuren, sondern typischen Achtziger Jahre Schießbudenfiguren dargestellt werden, die wahrscheinlich selbst bis vor kurzem “Ich werde mich dem weiblichen Lehrkörper nicht mehr in U-Boot-mäßiger Weise nähern.“ 1000-mal an die Tafel schreiben mussten. Echte Schauspieler würden das Bild hier auch nur stören.
Rollennamen der Marke ’Mr. Arsenault’, ’Mona Lott’ und ’Hilda Von Blow’ sind auf dem gleichen Niveau wie die Spruchkultur des Streifens (“Ihr seid einfach wie geschaffen für meinen neuen Film: Halbtrockene Träume!”) und lassen die Zurechnungsfähigkeit der Verantwortlichen genauso fraglich erscheinen, wie die des deutschen Gremiums, das diesem Streifen eine Freigabe ab 18 zertifizierte.
Passend bekloppt ist hier auch die Musikauswahl, die neben dem knalligen Titeltrack u.a. einen Reggae-Song namens ’Circular Impressions’ vorweisen kann, dessen erste Zeilen ich an dieser Stelle zitieren möchte:

“I've got a rubber in my wallet. One of those little what you may call it’s
I'm saving it for that special day, when the right girl comes my way.
It leaves a circular impression, from all those years of compression.
I've had it since I turned thirteen. I got it in a vending machine.”

Nackter Horror

Fazit: Tits and Asses FTW, dumme Sprüche all day long und in den Hauptrollen eine Handvoll Frisuren mit notgeilen Hoschis dran. Wieder einer dieser umwerfend bekloppten Balla-Balla-Streifen, für den wir uns bei Super-Produzent Roger Corman bedanken können. Danke, Rog!


Hudson