Sci-Fighters - Vorhof zur Hölle


‘Der Serienkiller aus dem All’


Originaltitel: Sci-fighters (1996)
Regie: Peter Svatek Drehbuch: Mark Sevi
Darsteller: Roddy Piper, Jayne Heitmeyer, Billy Drago FSK: 18


“Sieh mal, da ist unsere Erde. Der schöne, braune Planet!“

Aahh, Sätze wie dieser sagen mehr als 100 Bilder. Ein Film, der in der Zukunft spielt, ein Film der mit der Zukunft spielt.

2009. Boston. Die ’New Kids on the Block’ sind schon fast so alt wie die ’Tea Party’, natürliches Tageslicht gibt es nicht mehr und ’Rowdy’ Roddy Piper mischt als hartgekochter Bulle Cameron übelsten Cyber-Punk-Abschaum auf.

Schwammig...
Auf dem Mond sieht’s auch nicht besser aus. Da oben stehen in der schwarzen Zukunft nämlich die Gefängnisse dieser Welt und einer der Insassen, Adrian Dunn (Billy Drago) wird nach dem Mord an einem Knast-Kollegen von einem außerirdischen Parasiten angefallen und stirbt. Warum er trotzdem auf die Erde verfrachtet wird und nicht etwa neben Kraterloch 5.3 verbuddelt wird, weiß nur der unterbezahlte Drehbuchautor. Fakt ist: Dunn erwacht aus der Leichenstarre und ist nun ein fauliger Wirt für die ’Invasion der Körperfresser’ römisch 5. Gierig schändet er eine Frau nach der anderen und benimmt sich auch sonst nicht unbedingt gesittet. Als eines seiner Opfer auf der Wache ein Phantom-Bild von dem Bastard erstellt, klingeln Camerons gewaltige Alarmglocken. Er und Dunn waren einst Partner und beste Freunde…

Ich bin kein Experte in Sachen ’Roddy Piper’, weiß aber seine frühen Vehikel (vor allem ’Sie Leben!’ und ’The Hunter’) sehr zu schätzen. Leider scheint es, dass ein einfallsloses Drehbuch und kümmerliche Regie auch seine Schwächen nur allzu deutlich zum Vorschein kommen lassen.

... und Schwammiger
Brüllen, Brust rausstrecken und mit dem Finger energisch auf andere zeigen. Das alles lernte man bekanntlich in der ’WWF-School of Acting’. Gib dem Mann eine Knarre in die Hand und er kann auch schießen. Fertig ist der Action-Held.
Und wenn man einen braucht, der spastisch zuckend mit den Armen tunteln kann und die Mine verzieht, als steckte ein Burito im Allerwertesten, dann holt man sich Billy Drago, pappt hier und da ein Stückchen Glotter in die Maske und lässt ihn wie ’Brundlefliege’ durch die Gegend scheuern. Sein ’Weapon of Choice’ ist übrigens ein güldener Dildo aus dessen Eichel eine Klinge hervorschnellt. Tz tz tz… diese Cyber Punks!
Mit nebeligem Neon-Look und den ewig gleichen Future-Noir-Kamellen versucht man hier aber sowas von dringend beim ’Blade Runner’ abzupflastern, dass selbst ein Replikant den Lebenswillen verliert. Was die Action anbelangt kann man ein Auge zudrücken. Ballereien, Explosionen, ein Lächeln von Piper… your standard fare.

Ui, es wird ernst. Wir schalten lieber ab!

“Nicht schießen! Er ist voll von heißem Metall. Er wird explodieren!“
“Ja! Ja! Ja! Ja! Lass uns explodieren!“

Nee, macht mal. Dann ist endlich Ruhe im Karton. Aber bitte; wer immer noch Hoffnung für Roddy Piper und Billy Drago hegt, auch sonst auf Spätprogramm-Käse abfährt und schon immer sehen wollte, wie ein Zwei-Zentner-Wanst den Leuchtstab-Limbo tanzt… nich wahr?!

Hudson