Schlock - Das Bananenmonster


‘Due to the horrifying nature of this film, no one will be admitted to the theatre.’


Originaltitel: Schlock (1973) Regie & Drehbuch: John Landis
Darsteller: John Landis, Saul Kahan, Joseph Piantadosi FSK: 12


Affenkopp
Das Bananenmonster ist von der Leine und verringert die Einwohnerzahl einer kalifornischen Kleinstadt im Tagesrhythmus. Detective Seargent Wino ist ahnungslos und unfähig, aber Professor Shlibowitz weiß Rat. Bei dem Monster muss es sich eindeutig um den Schlockthropus handeln, dem fehlenden Glied zwischen Mensch und Affen… und Dinosaurier. Diverse Versuche der Behörden, das Biest dingfest zu machen scheitern. Als Schlock im Hinterhof der blinden Mindy auftaucht, verliebt er sich in das rothaarige Mädchen mit der gewaltigen Oberweite, die ihn für den netten Nachbarshund Willy hält. Als Mindy nach gelungener Operation ihr Augenlicht wiederbekommt, ist sie geschockt von der wahren Identität des Monsters, das schließlich von ihrem Freund verjagt wird. Doch nachdem Schlock seine Erfahrungen in der großen, weiten Welt der kalifornischen Provinz gemacht hat, kehrt er am Abend des Abschlussballs zurück, um sich Mindy zu holen…

“Haben sie Prinz Albert in der Büchse?“
“Ja, ich hab ihn.“
“Dann lassen sie ihn doch raus.“

Eimerkopp
’Schlock’ ist der Erstling des legendären Regisseurs John Landis, der uns später Klassiker wie ’Kentucky Fried Movie’ und ’Blues Brothers’ bescherte und hier höchstpersönlich in einem von Make Up-Spezialist Rick Baker (’King Kong’) designten Affenkostüm durch die Pampa huschte.
Die herrlich alberne Persiflage auf Fünfziger Jahre Monster-Filme lässt schon früh das komödiantische Genie von Landis erahnen, macht allerdings den Fehler vieler Parodien, sich auf eine episodenhafte Abfolge diverser Veräppelungen zu beschränken. Als Film funktioniert so etwas natürlich nur bedingt, doch übelnehmen will man es den Machern kaum. Zu viele Ulk-Eskapaden, Slapstick-Einlagen und clevere Anspielungen werden (im deutschen auch noch in Kombination zu einer Quatsch-Synchro) geboten, um Zweifel an den Motiven oder der dramatischen Qualität aufkommen zu lassen.
Wenn Schlock während einer ’Blob’-Matinee im Kino sitzt und sein Filmvergnügen immer wieder von störenden ’Mitmenschen’ sabotiert wird, weiß der B-Movie Fan, dass er richtig ist.

“Ihr verfluchter Haarschnitt hat noch Zeit! Das Ding hat Mindy!“
“Ist das was ansteckendes, du Punk?“

Schlock und wie er die Welt sah

Die Gags in ’Schlock’ mögen nicht immer zünden und ein klarer Handlungsfaden nicht immer nachvollziehbar sein, doch als Parodie auf klassische Creature Features und B-Movies funktioniert John Landis’ Regie-Debüt hervorragend und wird Kenner des preiswerten Genre-Kinos einen Aha(und Ach ja!)-Moment nach dem anderen bescheren.


Hudson