Schlafwandler


‘They feast on your fear - and it's dinner time.’


Originaltitel: Sleepwalkers (1992)
Regie: Mick Garris Drehbuch: Stephen King
Darsteller: Brian Krause, Mädchen Amick, Alice Krige FSK: 18


Charles und seine Mama sind Schlafwandler. Was das heißt, kann ich euch nicht erklären, jedenfalls haben sie die Fähigkeit, ihr Äußeres zu verändern (was sie ja eher zu Formwandlern macht), sie können sich und Gegenstände unsichtbar machen und brauchen die ’menschliche Lebenskraft einer Jungfrau’ ™, um bei Kräften zu bleiben. In einer neuen Stadt angekommen, nisten sie sich im alten Haus der ’Waltons’ ein (kein Witz!) und suchen sich die erstbeste Jungfrau (oder junge Frau, ich hab nicht ganz aufgepasst), in die sich der junge Charles dummerweise verliebt. Das schmeckt Mama natürlich gar nicht. Lange halten Charles’ Gefühle jedoch nicht und die junge Dame (Mädchen Amick… die heißt echt so!) kommt dem makabren Plot der (auch noch inzestuös angehauchten) Bagage auf die Schliche. Das nehmen die sehr persönlich und bald ist die ganze Stadt im Monsterfieber…

Dinner Time

Stephen King Vielverfilmer Mick Garris (’Riding the Bullshit--- äh Bullett’) schuf nach einer vom Meister eigens für’s Kino verfassten Story ein seltsames Mischwerk aus Horror, Serienkiller-Groteske und Creature-Feature. Nur, dass die einzelnden Bestandteile mehr oder weniger wie mit dem Presslufthammer aneinander gefügt wurden.
So richtig passt das alles nicht. Erst auf der suburbanen Idyll-Schiene vorfahren, dann mit Grusel und Inzucht anfüttern und schließlich den Trashmonsterkopp und die Blutkonserven rausholen, das macht sich schlecht in der Kategorisierungsabteilung. Wofür genau will man dann später die Preise einheimsen? Aber ich geb mal einen Tipp: Wenn Charles starr und malträtiert mit Glottermaske auf dem Sofa sitzt und seine Mutter der entsetzten Angebeteten zuflüstert “Er ist ein guter Tänzer. Tanz. Tanz mit ihm.“, dann ist das weder Thriller, noch Horror, sondern einfach nur TRASH.

Ganz recht. Ein Film, in dem solche Masken:











Und Solche Typen:












auftauchen und jemand mit einem Maiskolben erstochen wird (WTF?!?), der gehört einfach in die Big T-Kategorie und zwar nicht zu knapp.
Für die Hauptrollen wurden Brian Krause (der grad aus der ’Blauen Lagune’ zurück kam) und Mädchen Amick (die kurz darauf nach ’Twin Peaks’ auswanderte) besetzt. Die beiden machen sich gar nicht schlecht, bedenkt man das kunterbunte Wirrwarr, in dem sie sich befinden. Alice Krige spielt einmal mehr die ’creepy bitch’ und das auch durchaus gelungen. Ron Perlman bietet sich erst für’s Arschversohlen an und bekommt dann die Gliedmaßen auf’s blutigste penetriert. Desweiteren gibt es ein paar nette Cameos von Mark Hamill, John Landis, Joe Dante, Clive Barker, Tobe Hooper. Ja, von der personellen Seite kann man nicht klagen.
Musik gibt’s von Nicholas Pike, der auch schon ’Critters 2’ und die Stephen King-Neuverwurstung von ’The Shining’ melodisiert hat. Das Hauptthema von ’Sleepwalkers’ wurde später von den ’Fugees’ für ’Ready or Not’ verwendet.

’When I neeeeed you...’

Anfang der Neunziger gab’s ja mehr Stephen King Verfilmungen als brennende Autos in L.A. und dementsprechend war auch die Qualität derselben sehr schwankend. Für jedes ’Misery’ gabs zwei ’Rasenmähermänner’ und für jedes ’Needful Things’ gab es fünf ’Manchmal kommen sie nochmal wieder’ und fünfzehn ’Kinder des Spreu vom Weizen’.
’Schlafwandler’ passt in keine der beiden Kategorien, da es zu schlecht für die eine und zu unterhaltsam bis albern für die andere ist. Denkt euch einfach, man hätte ’Katzenmenschen’ mit ’Serienkiller-Anleihen’ und ’Vampir-Thematik’ gekreuzt und vergessen, richtig durchzurühren.


Hudson