Im Schatten des Kilimandscharo


‘Violent death was the easy way out!’


Originaltitel: In the Shadow of Kilimanjaro (1986)
Regie: Raju Patel Drehbuch: Jeffrey M. Sneller & T. Michael Harry
Darsteller: John Rhys-Davies, Timothy Bottoms, Irene Miracle FSK: 16


Tierhorror die 362. Diesmal im Programm: Affen greifen Menschen an!

Kenia, 1984:
Es herrscht eine furchtbare Dürre im Land, unter der sowohl Menschen, als auch Tiere leiden. Als die ortsansässigen Paviane weder Wasser noch Nahrung finden, fangen sie nicht etwa an, sich gegenseitig anzuknabbern, sondern organisieren sich und beginnen, die Einwohner einer nahe gelegenen Siedlung anzugreifen. Der (weiße)Wildhüter Jack Ringtree (Timothy Bottoms) erkennt die drohende Gefahr und versucht bei allen Instanzen, durchzuboxen, dass die Bewohner evakuiert werden. Doch sowohl der lokale (schwarze) Verantwortliche, als auch der (schwarze) Innenminister lehnen sein Gesuch ab. Schließlich könne man keine von Pavianen gefährdeten Menschen in von Löwen bedrohte Gebiete umsiedeln.
Während Ringtrees Diskussionen scheitern, entwirft der (weiße) Minenbesitzer Tucker (John Rhys-Davies) den genialen Plan, ein paar der Anführer-Affen (!) abzuknallen, um ihre Kadaver den restlichen (100.000) Tieren zum Fraß vorzuwerfen und sie somit zu besänftigen. Doch die Paviane haben sich längt zu riesigen Horden zusammengerottet und planen den Großangriff…

Mini-Stampede

Einen Film in Afrika spielen zu lassen, gibt ja schon allein wegen der wundervollen Landschaft einen Pluspunkt. Und genau das ist auch der größte Schauwert des vorliegenden Affen-Schockers. Hübsch fotografiert ist dieser nämlich durchweg, wobei es natürlich eines wirklich miesen Amateurs bedürfte, die Schönheit des schwarzen Kontinents zu versauen. Der Film beginnt recht spannend. Die ersten vereinzelten Ape-Attacks sind stimmungsvoll und furchterregend in Szene gesetzt. Auf Special-FX wurde, mit Ausnahme von ein paar blutigen Kratzern und ein, zwei animatronischen Affenköpfen größten Teils verzichtet.

Ronny der Affe empfiehlt:
Haubentauchen nie
auf Motorhauben
Das Element des Schreckens liegt allein auf den Schultern der dressierten Affen. Wenn diese in riesigen Massen choreographiert die Berghänge hinabschwärmen, kann man nur staunen. Erstaunt war ich auch einmal mehr über die fragliche Darstellung der Verhältnisse zwischen schwarz und weiß. Ohne hier ein Fass aufzumachen, muss ich doch zugeben, dass (obwohl der Film natürlich für ein westliches Publikum gemacht wurde) die Rollenverteilung ’Weiß = besonnen, intelligent und im schlimmsten Falle überheblich aber mutig’ ’Schwarz = irgnorant, hilflos und Pavianfutter’ - schon irgendwie dämlich und rassistisch anmutet. Ich war zwar noch nie in Kenia, möchte aber behaupten, dass, wenn es zu einer solchen (auf wahren Begebenheiten beruhenden) Situation käme, es doch wohl die Ureinwohner wären, die am besten wüssten, wie man den Pavianen den roten Arsch verdrischt.
Zudem bewegen sich die Schauspieler im qualitativen Mittelfeld. Selbst John Rhys-Davies kann als hitzköpfiger Brummelkopp die Messlatte nicht heben.
Hier und da kommt es auch zu seltsamen Schnittwundern. So rätselt der Zuschauer, warum Ringtree einen riesigen Bart durch die heiße Steppe trägt. Mitten im Film ist der Sauerkohl plötzlich ab und man wundert sich, wer dieser neuer Typ ist. Dann sind da noch die genreüblichen Klischees, wie eine Affen-Attacke in der fliegenden Passagiermaschine (aus der Hungerhilfe-Kiste) und ein Finale im Gewand der beliebten Alamo-Stellung, nachdem dann (ihr ahnt es sicher) der erlösende Regen endlich fällt.

Für die einen sind es todesängstliche Menschen
Für die anderen die buntesten Bananen der Welt

Fazit: Technisch überzeugend, inhaltlich mau, zuweilen spannend, gelegentlich sogar furchterregend. Bleibt ein nettes Filmchen, interessant für die üblichen Tierhorror-Verdächtigen und andere Freiwillige. Wer Afrikanischen Tierhorror mit Niveau und exzellenten Darstellern sehen will, greift aber zu ’Der Geist und die Dunkelheit’.


Hudson