Schatten des Todes


‘3000 volts couldn't kill him...it just gave him a buzz’


Originaltitel: Destroyer (1988) Regie: Joseph Lai & Godfrey Ho Drehbuch: Peter Garrity, Rex Hauck & Mark W. Rosenbaum
Darsteller: Deborah Foreman, Clayton Rohner, Lyle Alzado FSK: 18


Welcome to Tool Time - Psycho Edition

"Maybe he’s like the guy in the Halloweens, that keeps getting killed, but Bobby Ewings wife keeps wakin’ up?"
Interessante Theorie, jedoch handelt es sich beim originaltitelgebenden ‘Destroyer’ um den ehemaligen Footballstar Lyle Alzado (‘Neon City’), der hier als brutale Killermaschine Ivan Moeser unterwegs ist. Wer jetzt die Nase rümpft und meint "Ex Footballer als Slasher-Grobian in einem 80er Jahre-Horrorstreifen, das kann nix Gutes bedeuten." der hat im Fall von ’Schatten des Todes’ zwar im weiten Sinne recht, sollte das allerdings nicht Alzado zur Last legen. Tatsächlich ist der Hüne noch mit das Beste an diesem schnarchigen Knast-Schnitzler, in dem ein Filmteam die abgewrackten Hallen eines ehemaligen Gefängnisses als Set für die Dreharbeiten des Horrorfilms ’Death House Dolls’ nutzt und es bald mit dem Geist des just hier exekutierten Killers, Vergewaltigers und Püppchenköpfe-Quetschers Moeser zu tun bekommt.

Trainingsmontage mal anders
Das klingt nach Video-Dutzendware und genau das ist es auch. Dabei fängt der Film so vielversprechend mit der Einführung des gewaltigen Killers und dessen Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl an. Alzados schwitzende Muskelwelten und sein furchteinflößendes Gebaren sind dann auch des Films größte Schauwerte. Man sollte keine darstellerischen Wunder von dem Fleischberg erwarten, aber in Sachen Leinwandpräsenz steckt er seine Co-Stars komplett in den Sack.
Dramaturgisch haben wir es mit einem dieser typischen "Ahja, is klar, der Unsympath da vorne soll sterben und der Arsch da hinten auch und die hysterische Alte erst recht."-Slasher-Schablonen zu tun, die mehr schlecht als recht von diversen B-Movie-Alumni wie Anthony Perkins (‘Psycho 1-4’), Clayton Rohner (‘Hard Cover’) und Deborah Foreman (‘Waxwork’) ausgefüllt werden.

"Is it necrophilia when you do it with a dummy or something else."
"In your case, David, sex with a dummy would be called masturbation."

In den Achtziger hielten solche
Frisuren auch unter der Dusche.
Sicher gibt es für unverbesserliche Trashgourmets ab und zu einen Hingucker. Etwa eine trashig-sleazige Duschszene, zu der Alzado durchs peephole linst und sich einen von der Palme wedelt. Scheinbar machen das auch Geister. Wenn er denn überhaupt einer ist. Visuelle Transparenz und Kettenrasseln waren nicht auszumachen.
Unterhaltsam ist auch die Sequenz, der wir das urige Cover zu verdanken haben. Alzado läuft wie ein brünftiger Höhlentroll mit schweißtriefendem Tanktop durch die nebeligen Gänge der Anstalt und schwingt einen Presslufthammer, der offensichtlich über ein Kabel betrieben wird. Man muss sich unweigerlich vorstellen, wie der Killer von Raum zu Raum läuft, um nach einer neuen Steckdose zu suchen, damit er sein Brimborium auch 10 Meter weiter ungestört abziehen kann. Traurig genug, dass ich nichts amüsanteres über ‘Schatten des Todes’ zu verlautbaren habe. Breiten wir einfach den ‘Mantel des Schweigens’ drüber, gelle?


Hudson