Scavenger Hunt


‘Winner takes all!’


Originaltitel: Scavenger Hunt (1979) Regie: Michael Schultz
Drehbuch: Max Cuff & Quinn Donoghue
Darsteller: Richard Benjamin, James Coco, Scatman Crothers FSK: unbekannt


Wo soll ich unterschreiben?

Kaum hat der alte Millionär und Spielzeugerfinder Parker (Vincent Price) beim Analog-Frogger mit der sexy Krankenschwester den Löffel abgegeben, da sind auch schon die gierigen Hinterbliebenen am Start, um das reichlich vorhandene Erbgut abzugreifen. Doch Spielfreak Parker hat sich für den Verbleib seiner Millionen ein gewieftes Spiel im Stil der klassischen Schnitzeljagd ausgedacht.
Nicht nur seine zickige Schwester (Cloris Leachman), ihr missratener Sohn, ihre Stieftochter und ihr schmieriger Awalt, auch ein angeheirateter Witwer mit einer handvoll Blagen, die Belegschaft samt Butler (Roddy McDowall), Chauffeur, Koch und Zimmermädchen, sowie ein Neffe (Dirk Benedict) und ein trotteliger Taxifahrer sind zur ’Scavenger Hunt’ geladen, bekommen je eine Liste mit Hinweisen und werden auf die Jagd nach diversen Objekten geschickt. Objekte? Ja, ein Losbuden-Kuschelbär, ein komplettes Klo, der Totempfahl eines alten Indianers und ein Bienenstock sind erst der Anfang der absurden Schnitzeljagd…

It's a mad mad mad...

Wie schon zuvor mit ’Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten’ und ’It’s a Mad Mad Mad World’, als auch später mit den ’Cannonball Run’-Filmen und ’Rat Race’ wurde bei ’Scavenger Hunt’ eine Ensemble-Cast ins wilde Rennen um einen Preis und damit in etliche amüsante Goofball-Situationen geschickt.
Der Humor könnte direkt aus einem ’Best of Looney Tunes’-Cartoon stammen. Hier werden schwere Objekte auf verpeilte Darsteller geworfen, Schaumlawinen schwemmen Komparsen von dannen, ein Vogelstrauß wird mit bloßen Händen getackelt und selbst eine Sprinkleranlage kann Feuer fangen, wenn es dem Witz dient. Da gehört ein bisschen Over-Acting natürlich dazu. So geben sich vor allem Cloris Leachman (’Frankenstein Jr.’) und Richard Masur (’ES’) reichlich überdreht. Neben Cameos von Scatman Crothers (’Shining’) und Meat Loaf (’Rocky Horror Picture Show’) gibt es hier auch einen Kurzauftritt des weltberühmten Zahnstochers Arnold Schwarzenegger zu bewundern. Arnie spielt den Gym-Instructor Lars (“Ei äm Lars. Eim instrackting hia.“), der den alten ’Medizinball in die Leistengegend’-Trick zum Besten gibt. Nur dass das Opfer hier dummerweise zu nahe an einem Fenster steht, durch welches ihn die geballte Arnold-Power mitsamt des Balls krachen lässt.
Albern ist das Stichwort. Und dieser Film weiß, wie albern er ist. Das einzige, das man ’Scavenger Hunt’ ankreiden kann, ist die Laufzeit von knapp 115 Minuten. Für einen Film, der den Grenzen einer Komödie unterliegt, die sich ununterbrochen bei Cartoon-Humor und Screwball-Mechanismen bedient ist die Sättigung einfach zu schnell erreicht.
Dementsprechend zäh fällt dann leider auch das hektische und mit Geschnatter überladene Finale aus.

...mad mad mad Schnitzeljagd.

Fazit: Schnitzeljagd - The Movie. Ein zu Unrecht vergessenes Kleinod aus der ’Ensemble on the Run’-Ecke mit gut aufgelegter Cast, jeder Menge Lachern und der Extra-Portion guter Laune, allerdings auch einer Extra-Portion Länge.


Hudson