Night of the Scarecrow


‘Terror has come home to harvest’


Originaltitel: Night of the Scarecrow (1995)
Regie: Jeff Burr Drehbuch: Reed Steiner & Dan Mazur
Darsteller: John Mese, Elizabeth Barondes, Stephen Root FSK: 18


“I could wile away the hours
Conferrin' with the flowers
Consultin' with the rain
And my head I'd be scratchin'
While my thoughts were busy hatchin'
If I only had a brain”

Jaha, so lauteten die Worte der berühmtesten Vogelscheuche der Filmgeschichte. Einen Horrorfilm über ein solches Scheuchmittel der Agrarwirtschaft zu machen, war natürlich der nächste logische Schritt, hatten doch schon diverse Künstler (zum Beispiel Zottelkopp Tim Burton) versucht, das ’Image’ einer gewöhnlichen Getreide-Puppe ins gruselig-grausame zu wandeln. Dass sich also nicht mehr nur die Vögel NICHT vor dem Vieh gruseln, sondern auch die, als Zuschauer gebranntmarkten Menschen.

Der hinter den
Bänken wandelt
Das geht dann auch schon gleich so los, dass man von jedem zweiten Kotzkopp denkt: ’Huch, der is bestimmt die Killerscheuche!’, um beim nächsten wieder zu revidieren. Als dann die echte Scheuche, ganz klassisch per Blitz, reanimiert wird, geht das Geröhre dann richtig los. Kaum wieder unter den Lebenden, scheucht sie auch gleich ins nächste Redneck-Territorium und beginnt das, was verfluchte Gartenarbeits-Utensilien so machen. MURDER! DEATH! KILL!
Scheuchi (erinnert übrigens nicht nur vom Erscheinungsbild, als auch vom Sprach-Motiv an den ’Wixxer’, sondern ist auch einer!) kann fugenlos mit seiner Umwelt verschmelzen (fast wie Cäsars Spion in ’Asterix und Cleopatra’), hat eine Vorliebe für Näharbeit und macht sich auch gerne mal über nackte Weiber her (hat der Typ eigentlich einen Stroh-Puller?). Außerdem hat ’Der hinter den Reihen bandelt’ scheinbar das Märchen vom Rumpelstilzchen fehlinterpretiert und verwandelt Menschen in Stroh. Später stellt sich übrigens heraus, dass der Geist hinter der Scheuche einst ein sexsüchtiger Magier war (Fickel-Rückblenden galore!), der jetzt sein altes Zauberbuch zurück haben will. Würde mich mal interessieren, wie er mit dem ollen Knopf-Auge noch etwas lesen will.
Zu allem Übel lässt sich in diesem Machwerk nicht ein bekanntes Gesicht blicken, da hätte man ja immerhin noch Hohn und Spott in deren Kappe ausladen können.
Vielleicht kommt ja irgendwann ein ’Rawhead Rex vs Scarecrow vs Kinder des Zorn’ Crossover. Quasi Dreier-Trash-Feldhorror zum Preis für einen!
Wie dem auch sei: Eine kurze Moment-Aufnahme von David Cronenbergs maskiertem ’Decker’ aus ’Cabal’ oder Cilian Murphys ’Scarecrow’ aus ’Batman Begins’ ist fraglos schauriger und überzeugender als die 90minütige Show und alle möglichen (uns hoffentlich erspart bleibenden) Sequels dieses lahmarschigen Spreusacks.

"...If I only had a brain!"


“I would not be just a nuffin'
My head all full of stuffin'
My heart all full of pain
I would dance and be merry
Life would be a ding-a-derry...





Mal schauen: Just a nuffin’? Check! Head full of stuffin’? Check! Heart full of pain? Double-Check! Dance and merry, ding & derry? Jau, nach dem Abspann und bei den knapp gesäten Szenen, in denen einer ins Heu beißt! ’If’ aber nur ’If I only had a brain.’ Haste aber nicht. Also biste raus!

Hudson