Saturn City


‘Some*thing* is wrong on Saturn 3.’


Originaltitel: Saturn 3 (1980)
Regie: Stanley Donen Drehbuch: Martin Amis & John Barry
Darsteller: Kirk Douglas, Farrah Fawcett, Harvey Keitel FSK: 16


Ich erinnere mich noch genau an die Zeit, als mich (unbedarften, weltraum-verrückten Jugendlichen) ’Saturn City’ gepackt, begeistert und vortrefflich unterhalten hat.
‘Times they are a-changing’ sagte schon Dylans Bob und dass das zuweilen auch auf den Film-Geschmack zutrifft, ist bekannt.

"Hol's Stöckchen!"
Schauplatz des Films ist eine Station auf dem dritten Stern des Saturns, auf der Adam (Kirk Douglas) und Alex (Farah Fawcett) eine Art Hippie-Forscherdasein führen. Ihre traute Zweisamkeit wird gesprengt, als Astronaut Benson (Harvey Keitel) mit seinem Roboter ’Hector’ dort auftaucht. Dass Benson ein geisteskranker, gewaltbereiter Flüchtling von der Erde ist, wissen die beiden noch nicht. Als er sich in Alex verliebt und Hector, der durch einen cerebralen Link mit Benson verkoppelt ist, dessen Zuneigung teilt, laufen die Dinge bald aus dem Ruder. Der kleine Stations-Hund ist das erste Opfer, doch bald will die mit Psychosen verseuchte Maschine Adam an den Kragen…

“Darf ich ihren Körper benutzen.?“
“Ich bin mit dem Major zusammen?“
“Was denn, nur für seinen persönlichen Gebrauch?“
“Ja.“
“Also auf der Erde ist das strafbar unsozial.“

Ja, ’Saturn City’ war tatsächlich mal eines meiner Highlights der düsteren Science Fiction. Heutztage entlocken mir ein verrückt gewordener Riesen-R2, der durch die finsteren Gänge einer Raumstation wandert, die junge Farah Fawcett im Space-Negligé und Kirk Douglas beim Seilspringen gerade noch ein nettgemeintes Nicken.

Frauenklimmzüge
gelten nicht!
An adäquater Atmosphäre, stimmigem Set-Design und guten Darstellern mangelt es ja nicht. Was Regisseur Stanley Donen daraus machte, ist jedoch keinesfalls lobenswert. Seltsam genug, dass man ihm die Regie überließ, einem Mann, der zwar in den 50er und 60er Jahren mit ’Singin’ in the Rain’ und ’Arabeske’ Kinogeschichte schrieb, aber von ’Science Fiction’ so unberührt war, wie Hans Moser.
Motive von ’Alien’ und ’2001’ wurden mit anderen Versatzstücken des Genres vermengt und zu einer unbefriedigenden Tech-Grusel-Suppe aufgekocht. Seinerzeit mag das gereicht haben, heute sollte man es besser wissen.
Zu dumm, dass auch die rätselhafte Betonung von Elmer Bernsteins Score in der letzten Einstellung den Zuschauer dann noch mit der Frage: “Hab ich jetzt was verpasst?“ zurücklässt.

Fazit: Things ain’t what they used to be. Raider heißt jetzt Twix. Und ‘Saturn City’ kommt trotz düsterer Stimmung und Star-Besetzung nicht über den Durchschnitt hinaus. Entweder das, oder ich habe zu viele Filme gesehen… Vergesst was ich gesagt habe!

Hudson