Satanic - Ausgeburt des Wahnsinns



Originaltitel: Sonny Boy (1989) Regie: Robert Martin Carroll
Drehbuch: Graeme Whifler & Peter Desberg
Darsteller: David Carradine, Paul L. Smith, Brad Dourif FSK: 18


All hail David Carradine!

Die Missus wollte ja nicht in dem schäbigen Motel übernachten, aber der Mister musste unbedingt ein Machtwort sprechen und da hatten sie den Salat. Keine fünf Minuten später sind die beiden tot und ihr Baby liegt auf dem Rücksitz ihres Wagens, den ihr Mörder (Brad Dourif) soeben gestohlen hat. Zuhause bei seinen ’Angehörigen’, dem fetten Brutalo Slue (Paul L. Smith) und der Transen-Momma Pearl (David Carradine), angekommen wird die Situation erst einmal evaluiert. Pearl wollte schon immer ein Baby, doch Slue will davon nichts wissen. Schließlich setzt sich die Wannabe-Mutti durch und auch Evil Daddy-o begreift, dass er mit einem Kind, dass er nach seinen Wünschen erziehen kann, allerlei Unheil stiften kann.

Family Ties

Sonny Boy, so der Name des Kindes, wird nun über Jahre hinweg von seinem ’Ziehvater’ eingekerkert, misshandelt und auf jedwede Art und Weise erniedrigt. Alles mit dem Ziel, ihn zum perfekten Killer zu machen, den sein irrer White Trash Daddy als Werkzeug für seine irren Zwecke (“Wir erobern Bel Air und Beverly Hills. Wir haben ein Kind, dass sich selbst durch die Golden Gate Bridge beißt!“) einsetzten kann. Als er endlich ins Mannesalter kommt, wird Sonny Boy auf die ersten ’Einsätze’ geschickt. Mord und Totschlag sind die Folge. Doch Sonnies gequälte Seele sucht Liebe. Kann er die bei der jungen Rose finden, bevor es zu spät ist?

“Der Junge ist im Training. Er wird eines Tages der Größte sein. Ich mach ihn zum Champion. Dazu muss er böse, mager und hungrig sein.“

Sonny Boy - Der Name sagt's schon

Um Himmels Willen!
’Satanic’ ist eine krass-kranke Genre-Melange, wie man sie nur selten zu sehen bekommt. In welche Richtung der Steppenwolf humpelt, merken wir schon, als Paul L. Smith Brad Dourif mit den Worten “Mann oh Mann, du wirst auch immer hässlicher und in so was hab ich mich mal verkuckt“ begrüßt. Es folgen unglaubliche Bilder, Folter und Beleidigungen am laufenden Band, ein sichtlich gut aufgelegter David Carradine in Drags, Brad Dourif (’Fire Syndrome’) auf Crazy-Kurs, Paul L. Smith (’Dune’) als Big Bad White Trash Motherfucker (alle drei großartig!), ’Road Warrior’-Style Lynchmobs, ein Bang Boom Bang-Finale, große Gefühle, gespenstisch harmonische Musik und ein Titelsong, der von Carradine persönlich komponiert und gesungen wurde. Die Worte ’pervers’, ’exzessiv’ und ’skurril’ treffen es hier wohl am besten.

“Vielleicht sollten wir ihm irgendwo ne Frau klauen.“
“Wenn du meinst. Hauptsache mein Liebling kommt zurück zu mir.“

Paul L. Smith lüftet's Laken von der Morgenlatte.

Fazit: How bizarre, how bizarre. Kult? Trash? Crash? Ich bin nicht sicher. Auf jeden Fall seltsam, exlpoitive, brutal, aber auch emotional. Ein Film, wie man ihn eigentlich eher aus den verrückten Siebzigern kennt. Für die breite Masse denkbar ungeeignet. Für Freaks und Geeks mit festem Magen und offenen Hirnlappen sicherlich ein gefundenes Fressen.


Hudson