Samurai Cop



Originaltitel: Samurai Cop (1989) Regie & Drehbuch: Amir Shervan
Darsteller: Robert Z'Dar, Matt Hannon, Jannis Farley FSK: 16


Genau so einen Typen hatte
Nino de Angelo im Kopf, als
er vom 'Samurai' sang.
In Little Tokio ist die Kaka am Dampfen. Und mit Kaka meine ich die Katana-Kanaillen, eine Gang schlecht frisierter Yakuza-Eumel, die allen rivalisierenden Kanaillen das Leben zur Hölle machen. Die Polizei ist (ihr ahnt es sicher) machtlos. Da muss ein Spezi her und zwar: Joe “Hey, welches Shampoo benutzt du?” Marshall, Samurai Cop. Ganz recht, Freunde. Der Mann ist in Japan von einem zertifizierten Meister ausgebildet und in East L.A. von einem schwulen Hairstylisten onduliert worden. Jetzt wühlt er im Dreck und scheucht bald allerlei Gang-Gesocks aus den Schickimicki-Lokalen, Uptown und den Suburbs, Downtown …

“Wer ist euer Auftraggeber!“
“Okamura!“
“Wie sieht er aus?“
“Ein dicker Mann mit Glatze.“
“Jetzt seine Adresse!“

Lass mich raten… ’ein weißes Haus mit Dach’?

Der Maniac Cop ist auch dabei.
Muss wohl so etwas wie ein
Gewerkschaftstreffen sein.
’Samurai Cop’ ist ein typischer Low Budget-Videotheken-Reißer, wie er zu Hauf in den späten Achtzigern an den Mann geprügelt wurde: Ein furchtbarer Synthie-Score, der an Tröpfchen-Folter erinnert (anstelle der Tröpfchen nehme man ein und denselben Akkord und hämmere ihn dem Zuschauer immer und immer wieder auf die Lauschlappen), unfähige Darsteller, deren stärkste Ausdruckskraft aus den Haaren kommt und voll von schmierig, soften Nacktszenen, mieser Synchro, schlecht getimter Action, allerdings auch gewürzt mit einigem Blutvergießen und natürlich hanebüchenem Trash.
Highlights:
Ein Hitman, der versucht seinen Baseballschläger elegant wie ein Schwert zu schwingen, ihn dabei aber nur nach vorne und hinten fuchtelt, wie wir damals im Kindergarten, wenn wir das gleiche probiert haben.
Ein Verbrechersyndiat, das so clever ist, Robert Z’Dar (dessen Kinn mit Vollbart noch exorbitanter wirkt) in Doktor-Verkleidung ein Spital infiltrieren zu lassen, um einen Hit-Job zu erledigen (also bitte!)
Ein lediglich mit Schlüpper bekleideter Samurai-Beach-Cop trägt seiner Torte, ’Happy Birthday to you’ singend, eine Torte ins Zimmer, um sie dann zu vernaschen (Torte 1, nicht Torte 2! Übrigens die vierte Sexszene im Film, nachdem Robert Z’Dar (üärgh) und Gerald Okamura (ÜÄRGH) schon jeweils eine hinter sich hatten.)

Böser Frisur-Yakuza: “Ich will seinen Kopf auf diesem Klavier! […]”
Robi Z’Dar: “Ich werde ihnen noch heute seinen Kopf bringen und das Klavier dekorieren.“

"Den hab ich selbst geschossen. Beeindruckt?"

Fazit: Grimassen-Geballer, Katana-Gedöns, eine Sexszene mit Robert Z’Dar, abbe Arme aufm Boden, lange Haare unter Mützen und ein schwuler Kellner… wie komm ich da jetzt wieder raus... nee, im Ernst all das macht leider immer noch keinen guten Film.



PS: Wenn man Gerald Okamura (‘Big Trouble in little China’) einen Yakuza namens Okamura spielen lässt, geht das schon in Ordnung. Wenn man aber Robert ’Maniac Cop’ Z’Dar einen Yakuza namens Yamashita spielen lässt…


Hudson