Lone Wolf: The Samurai Avenger


‘No Honor. No Mercy. Revenge is Blind.’


Originaltitel: Samurai Avenger: The Blind Wolf (2009) FSK: ungeprüft
Regie: Kurando Mitsutake Drehbuch: John Migdal & Kurando Mitsutake
Darsteller: Kurando Mitsutake, Jeffrey James Lippold, Domiziano Arcangeli


...happy days...
‘Samurai Avenger’ ist der zweite abendfüllende Spielfilm von Kurando Mitsutake, jedoch der erste, der internationale Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, insbesondere tatsächlich in Amerika und hier in Deutschland, mit dem Unterschied, dass wir mal wieder eine gekürzte Version bekommen haben. Zum Glück ist der Film in einer ungekürzten, vom Regisseur persönlich kommentierten und persönlich abgesegneten Fassung in Österreich erschienen.
Abgesehen von ’Samurai Avenger: The Blind Wolf’ hat Kurando Mitsutake noch einen Part in der Serie ’Heroes’ gespielt. Da ich diese aber nie gesehen habe, kann ich dazu nichts sagen.

Böse!!!
Der Film erzählt die Geschichte von Blind Wolf, einem blinden Schwertkämpfer auf der Suche nach Rache für seine getötete Familie. Nachdem der irre Killer Nathan Flesher (gnadenlos wahnsinnig gespielt von Domiziano Arcangeli aus ’Werewolf in a Women's Prison’) seine Frau vergewaltigt und brutal getötet hat, zwang er ihn, sich selbst die Augen auszustechen (Fulci lässt grüßen!), um so seine kleine Tochter zu retten. Aber da irre Killer selten die Wahrheit sagen, segnet seine kleine Tochter ebenfalls das Zeitliche. Auch Blindwolf bekam drei Schüsse verpasst, überlebt aber und beginnt eine harte Ausbildung im Schwertkampf bei einem Mönch. Flesher dagegen verbringt derweil acht Jahre im Knast für ein anderes Vergehen. Die Zeit nutzend macht Blindwolf sich auf den Weg, um seine Rache einzufordern. Währenddessen soll er von angeheuerten Killern ausgeschaltet werden.
Unterwegs trifft er einen Fremden ohne Namen, der sich ihm anschließt und ihn unterstützt, der aber ebenso seinen eigenen Weg zu verfolgen scheint. Soviel zur Story des Films, simpel aber zweckmäßig.

Sehet her, der Held!

Mit ’Samurai Avenger’ hat Mitsutake ein recht beeindruckendes Independent-Debüt gezaubert, welches zwar noch den einen oder anderen Makel hat, es aber umso sympathischer macht. Eine Homage an den Italowestern, aber insbesondere an den Jidai-geki bzw. das Genre des Chanbara. Ein Name, der auf jeden Fall genannt werden muss, ist Kenji Misumi, der Mann, der uns die geniale ’Lone Wolf & Cub’-Reihe gebracht hat. Es gibt sogar eine Szene, die sehr ähnlich auch in einem der ’Okami’-Filme zu sehen ist. Aber bevor ich hier anfange zu spoilen, halte ich lieber den Mund. Kenner werden's sehen.

Bin ich der Einzige, der NICHT auf
den Typen im Vordergrund achtet?
Dass ’Samurai Avenger’ so ein interessantes Projekt ist, verdankt er auch zu einem Großteil der Kameraführung und dem Schnitt. Es gibt 'ne ganze Menge echt feiner Aufnahmen, die den Film teurer aussehen lassen, als er tatsächlich war. Dazu kommen noch die leicht psychedelisch anmutenden Rückblenden und erklärenden Drop-Ins (woher diese Idee stammt, wird im Interview erläutert), die das Ganze noch ein wenig würzen. Das hat ein wenig Werbeclipflair mit einem gewissen Touch der alten Monty-Python-Animationen.
Ansonsten ist hier echt alles vorhanden, was der nach allen Seiten offene Filmfan mag. Fiese Killer, nackte Haut, auch in Kombination, Gore, Blutfontänen, 'ne Hexe... und Zombies.
Das schöne an den Gore-Effekten ist der comichafte Charakter, wunderbar übertrieben wie im Italien der frühen 80er. Wie schon gesagt, Fulci lässt grüßen. Natürlich abgesehen von den Blutfontänen, die sind eindeutig japanisch. Frühe 70er!

Lebende Tote gibt's auch

Nach dem Genuss des Bonusmaterials würde ich echt gerne Kurando Mitsutakes frühe Filme und Kurzfilme sehen. Aber die sind leider noch nirgends erschienen. Im Bonusmaterial sieht man einige Ausschnitte, die Lust auf mehr machen.
Zum Film: ’Blind Wolf’ ist ’Zatoichi’, ’Itto Ogami’ und ’Django’ in einer Person. Ankucken!



PS: Hier geht's zu Goatys Interview mit Kurando Mitsutake


Goatscythe