Samstag der 14. schlägt zurück


‘WARNING: This movie starts where the others chicken out!’


Originaltitel: Saturday the 14th Strikes Back (1988)
Regie & Drehbuch: Howard R. Cohen
Darsteller: Ray Walston, Avery Schreiber, Patty McCormack FSK: 16


Howard R. Cohen machte sich in den Achtzigern als Handlanger von Roger Corman einen Namen und zeichnete sich unter anderem als Autor für den Inhalt der ’Todesjäger’-Reihe (zieht’s euch rein!) und ’Barbarian Queen’-Filme (lasst’s sein!), als auch für die Regie bei ’Space Raiders’ (kein Kommentar) verantwortlich.

Terror from the Spiegelschrank
Mit ’Samstag der 14.’ schrieb und drehte er 1981 einen recht amüsanten, wenn auch nicht wirklich zündenden Effekt-Horror-Spoof, der auf dem Videomarkt scheinbar mehr Zuschauer erreichte, als es üblich war. Die Fortsetzung folgte 1989 und sie hätte unmöglich langweiliger und unlustiger ausfallen können.

Der junge Eddie Baxter zieht mitsamt seiner schrägen Familie nach dem Tod eines Onkels in dessen gruseliges Spukhaus, in dessen Keller ein Nachfahre von Mumion, Kharis genannt, sein Unwesen treibt und aus einer Ritze im Boden mörderische Dämpfe in die Butze strömen lässt. Eddie ist der einzige, dem sich Kharis offenbart und er warnt den Jungen, dass am Samstag dem 14. das Tor zu einer anderen Welt geöffnet werden soll. Bis es soweit ist, sammelt sich im Keller ein Monster nach dem anderen an. Als Wolfman, Schrecken vom Amazonas, Vampir-Braut, Dr. Jekyll, Dschinghis Kahn, Michael Berryman und ein paar Trashmonster regelrechte Basement-Parties veranstalten und sogar Eddies Familie vom Nebel des Grauens zu hirntoten Freaks gemacht werden, zieht der Junge die Notbremse…

’Samstag der 14. schlägt zurück’ und es tut echt weh.

Der Großbildpool des Bösen
Gags, die nicht zünden sind eine Sache, aber gar keine Gags… das ist echt eine ganz andere Liga der Traurigkeit. Im besten Fall kriegt der Zuschauer hier verkackten Dialogwitz (“Glaubst du wirklich, dass deine läppische Polizei das aufhalten kann?“ “Meine Wippe?“), schnarchige Musical-Nummern und altbackene Zombie-Zoten präsentiert. Sogar der Badewannen-Gag aus Teil 1 wird noch mal aufgewärmt und der war schon beim ersten Mal nicht so lustig.
Wo der Erstling immerhin noch einige gediegene Effekte hatte, begnügt sich Cohens Sequel mit trashigen Halloween-Masken und Puff-Puff-Rauch aus der Dose. Ach und was sehe ich da? Julie Cormans Name in den Credits? Dann könnt ihr euren Arsch drauf wetten, dass hier zum Finale eine ordentliche Dosis ’Random Stock Footage’ ™ aus allen möglichen ’Concorde’/’New World Pictures’-Streifen aufgefahren wird, um noch mal kräftig von der Gehaltlosigkeit des Filmes abzulenken.
Hatte Ray Walston (’The Stand’) es wirklich nötig, hier den Deppen-Opi zu geben? Keiner der Leute an seiner Seite ist auch nur ein halbwegs fähiger Schauspieler. Leid tut es mir nur um Michael Berryman (’The Hills have Eyes’). Filme wie dieser verpassen Leuten wie ihm einen schlechten Ruf.

Deswegen kuckt er hier auch so traurig, inmitten dieser Schreckgestalten.

“Denk an die drei wichtigsten Gruppen von Nahrungsmitteln. Zur guten Ernährung gehört: Viel Knusper, reichlich Knabber und auch Klebriges.“
“Er denkt, eine Lebensmittelgruppe ist eine Band, die zum Essen aufspielt.“

Es gibt kaum etwas schlimmeres, als eine Komödie die nicht lustig ist. Über einen schlechten Horrorfilm könnte man zur Not noch lachen. Bei ’Samstag der 14. schlägt zurück’ kann man nur eins machen: Zurück-Zurückschlagen und ausschalten! Allerdings nur, wenn man überhaupt erst eingeschaltet hat. Und davon sei euch hiermit abgeraten.


Hudson