Samstag der 14.


‘Just when you thought it was safe to look at the calendar again.’


Originaltitel: Saturday the 14th (1981) Regie: Howard R. Cohen
Drehbuch: Jeff Begun & Howard R. Cohen
Darsteller: Richard Benjamin, Paula Prentiss, Jeffrey Tambor FSK: ungeprüft


Da fehlt doch was...
Howard R. Cohen ist am ehesten als Autor diverser B-Kracher der Marke ’Ein Mann wird zum Killer’, ’Stryker’ und ’Todesjäger’ bekannt, wurde in den glorreichen Achtziger Jahren von seinem Kumpel und Förderer Roger Corman jedoch auch das eine ums andere Mal auf den Regiestuhl gebeten, von dem aus er Genre-Kamellen wie ’Space Raiders’ und ’Time Trackers’ dirigierte.
Sein Regiedebüt ’Samstag der 14.’ kommt im effektgeladenen Gewand eines Horror-Ulks daher, wurde produziert von Cormans Ehefrau Julie, visuell getrickst vom späteren ’Hellraiser 2’-Regisseur Tony Randel und ist so unterhaltsam wie die Nostalgie-Skala seiner Zuschauer es zulässt.

Happy-go-lucky-Ehepaar John und Mary erben von Johns kürzlich dahingeschiedenem Onkel ein altes Spukhaus, das mitsamt den beiden Blagen Billy und Debbie ohne vorherige Inspektion Hals über Kopf bezogen wird. An der Butze ist allerdings auch ein altes Vampirpärchen (Jeffrey Tambor & Nancy Lee Andrews) interessiert, da sich irgendwo in dem halb verrotteten Gemäuer ein mächtiges Zauberbuch (’The Book of Evil’, nech) versteckt, mit dessen Hilfe man... joa, Weltherrschaft, gelle?!
Billy findet den Schmöker jedoch zuerst und beschwört aus Versehen eine handvoll Monster aus den ewigen Jagdgründen des Grundstückes. Die richten nun allerlei Unheil an, wenn auch die Familie davon vorerst nichts mitbekommt. Als Mami schließlich von seltsamen Fledermäusen attackiert wird, schickt der Hausverwalter einen gewissen Van Helsing in die Hütte. Kann der alte Vampirkiller der Familie helfen, die ausgerechnet für Samstag den 14. eine große Einweihungsparty geplant hat?

Schichtwechsel in der Küche

“Würde mir freundlicherweise jemand sagen, worum es hier geht? Schließlich bin ich der Hausherr!“
“Um das Buch alles Bösen!“
“Des Bösen?“
“Des Bösen!“
“Alles Bösen, das es jemals gegeben hat.“
“In einem Buch? Wahnsinn, die Schwarte muss doch nen Bestseller abgegeben haben.“

Book of Evil vs Zottel of Doom
’Samstag der 14’ mit dem Prädikat ’echt lustig’ zu edeln, widerstrebt mir zwar, doch prägen den Film eindeutig dutzende Ansätze für humorvolle Verarbeitung genau so vieler Horror-Klischees. Die käsige Atmosphäre, die ulkige Ausstattung, die gackernden Darsteller, selbst die konstante Unterbelichtung im düsteren ’Funhouse of Evil’ dürften bei einigen Fans des 80er Jahre Horror-Comedy-Zirkus bleibende Nostalgie-Schäden angerichtet haben, die von einigen Betroffenen heutzutage bestimmt als ’Qualität aus der guten alten Zeit’ misinterpretiert werden.
Das Highlight des Streifens sind die witzigen Kreaturen, die sich lose am Vorbild der klassischen ’Universal Monster’ orientieren. Eine Mumie wedelt in Mullbinden durchs Haus, der Wolfsmensch kümmert sich in Küchenschürze um den Haushalt, der Schrecken vom Amazonas terrorisiert die Tochter des Hauses in der Badewanne. Dazu ein Vampir, der charmant dödelig von Jeffrey Tambor (’Hellboy’) dargestellt wird und ein dicker, zauseliger Van Helsing, der ununterbrochen Sprüche klopft (“Wir brauchen Zwiebelsaft, Sodawasser und alte Barbra Streisand-Platten!“) und damit größtenteils die Nerven der Zuschauer strapaziert.
Effekttechnisch gibt’s hier das volle Programm. Toon-Creatures, Stop Motion-Fledermäuse, Fellmonster, Gummiköppe, Make-Up Yahoo. Recht amüsant, doch leider von uninteressanten Charakteren und allzu flachen Witzen umzingelt und zum Parlez gezwungen.

Nie ohne Gummi!

Fazit: Käsig und scheesig (Weiß noch einer, was ’ne Scheese ist?) Was soll’s! Say cheeeeeeeeeeeeeese and be happy! Anders klappt’s hier nicht. Wenigstens klappt’s hier im Gegensatz zum unsäglich unlustigen Teil 2 irgendwie.


Hudson