Sador - Herrscher im Weltraum


"Rebels. Outlaws. Mercenaries. Seven magnificent warriors join to fight the... Battle Beyond The Stars."


Originaltitel: Battle Beyond the Stars (1980)
Regie: Jimmy T. Murakami Drehhbuch: John Sayles
Darsteller: Richard Thomas, George Peppard, John Saxon FSK: 12


John 'Sexy' Saxon!
Als 1977 Geoge Lucas mit seinem Sternenkrieg in die Kinosäle einmarschierte und damit ein Millionenpublikum begeisterte, fühlte sich Roger Corman bestimmt ein bißchen auf die Füße getreten. Hatte nicht ER über Jahre, Jahrzehnte gar versucht, die Space Operas seiner Schmiede an den Mann zu bringen (’Planet der toten Seelen’, ’Battle behind the Sun’ etc.), bis das Genre Ende der 60er letztlich für tot erklärt wurde?
Als dann dieser Lucas mit seinen seltsamen Wesen und Tricks, die jede Bahn brachen, plötzlich doch den Rubel rollen ließ, durfte sich Herr Corman natürlich nicht lumpen lassen und warf das Magische Spinnrad erneut an.
Heraus kam: ’Sador - Herrscher im Weltraum’, ein All-Abenteuer, das seinen Versuch, den Erfolg von ’Krieg der Sterne’ zu kopieren gar nicht groß verschleiert und deswegen schon wieder eine Mordsgaudi ist.

Und hab ich’s nicht gesagt: Am Anfang schwebt auch schon das (fast schon zu sehr an einen imperialen Sternenzerstörer erinnernde) Sternenschiff der bösen Malmori ins Bild.
An Bord herrscht der fiese (man hört’s schon am Namen) Sador, gespielt vom furchterregenden John Saxon, mit furcherregender Narbe über dem Auge.
Der arme Planet, den die Malmori soeben ins Visier genommen haben, ist Akir. Spätestens als sie den einzigen Außenposten im All nach der Begrüßung aus der Umlaufbahn gepustet haben, ist klar: Die bringen Ärger.

"Komm, Schätzchen, lass uns
an deinem Outfit arbeiten!"
Also redet Sador (vielmehr sein überdimensionales Hologramm) nicht um den heißen Brei herum, schließlich hat er auch einen Stellarkonverter, und fordert, wie schon so oft zuvor, den ganzen Planeten samt Ernte ein. Bei Ungehorsam: Zerstörung!
Da auf Akir die ’Varda’ (ein Gewaltzölibat) herrscht, wollen die Akira (!!!) lieber auch die andere Wange hinhalten als zurückzulangen.
Aber nicht mit Shad (Richard ’Gute Nacht, John Boy’ Thomas)! Er will seinen Planeten retten und macht sich auf den Weg in die Weiten der ’Lambda Zone’. Dort will er mit seinem Raumschiff (dessen Bordcomputer die asimovschen Regeln der Robotik völlig schnuppe sind) Weltraum-Söldner anheuern, die den Krieg gegen die Malmori für den schutzlosen Planeten gewinnen sollen.

Na, na? Runzeln die ersten von Euch schon die Stirn? Recht so!
Denn der Film ist ohne Frage eine moderne Sci-Fi Variante von Akira Kurosawas ‚Die Sieben Samurai’, dem Urvater aller Actionfilme. Und wer oder was ersetzt in Cormans Version die ehrwürdigen, japanischen Schertkämpfer, die damals so tapfer ein Dorf vor Banditen schützten? Mal sehen:
Da ist (sind) das Wesen Nestor, dessen fünf Körper sich ein Gehirn teilen.
George 'Hannibal' Peppard (mit Whisky-Spender am Gürtel) spielt den Opa von ’Lone Starr’ und der sprechende Leguan Cayman gibt den ’Cpt. Ahab from Space’ (er hat sogar einen Harpunier mit Namen Quo Peg dabei).
Unbedingt erwähnenswert ist vor allem Robert Vaughn, der hier seine tragische Rolle aus ‚Die glorreichen Sieben’ (dem anderen ’Sieben Samurai’ Re-Make) fortsetzt.
Und letztlich ist da noch Sybil Danning (’Herkules’) als albern behelmte Amazone, die quasi das Äquivalent zu Hotte Buchholz’ ’Chico’ darstellt.
Junge, Junge, da hatte wohl jemand endlich ein Ventil gefunden, um alles rauszulassen, was an verrückten und pahntastischen Ideen drin war.

Er liebt es, wenn ein Plan gelingt!
Regisseur Murakami (der 6 Jahre später den ebenso genialen, wie erschütternden Zeichentrickfilm ’Wo der Wind weht’ realisierte) und Drehbuchautor John Sayles (’Alligator’, ’Piranha’) vermischten urige Charaktere mit abgedrehten Ideen und packten alles in wunderbar schräg konstruierte Szenarios, die von (für ihre Zeit) exzellenter Tricktechnik begleitet wurden. Bei letzterer erhielt Corman übrigens Unterstützung von einem junger Zauberlehrling namens James Cameron, der ja später auch noch ein paar nicht ganz unbedeutetende Filme drehte. Die recht gelungene Musik von James Horner erinnerte mich anfangs an dessen eigenen Score zu ’Krull’ (welcher drei Jahre danach erschien), bedient sich aber später im Film einiger Instrumentalstücke, die so sehr nach John Williams ’Star Wars’ Soundtrack klingen, dass ich dachte jeden Moment würde dem alten Sador ein Schwarzer Helm wachsen.
Außerdem könnte ich schwören, dass das röchelnde Geräusch von Darth Vaders Atmung jedesmal zu hören ist, wenn sich auf Hephaistos’ Androiden-Station eine Tür schließt/öffnet.
Ob man das ein Rip-Off oder eine Hommage nennt ist völlig Wurscht.

Dinner for four.

Und während sich hochnäsige Cineasten und ewige Meckerköppe im selbst geschaufelten Grab drehen, jubelt der Rest. Denn das Ding ist Unterhaltung pur und macht Spaß im Kopf!

Hudson