Reise zur Insel des Grauens



Originaltitel: Misterio en la isla de los monstruos (1981) Regie: Juan Piquer Simón Drehbuch: Ron Gantman, Joaquín Grau, Juan Piquer Simón & Jules Verne
Darsteller: Terence Stamp, Peter Cushing, Ian Sera FSK: 12


Wenn einen Mann die Abenteuerlust packt, dann hält ihn selbst die schönste Frau nicht mehr. So ist es auch bei Jeff Morgan, dem Neffen des Millionärs Colderup (Peter Chushing), der zwar seine Herzdame über alles liebt, aber vor der Heirat unbedingt noch die Welt sehen will.

Heeeeeeeeeeeere's Johnny!
Nach langem Schnickschnack schickt Onkel Dagobert ihn und den schrillen Tanzlehrer/Professor der Vortragskunst und feinen Lebensart Tartelect auf die heiß ersehnte Abenteuerreise rund um die Welt. Jedoch nicht ohne Zwischenstopp auf einer geheimnisvollen Insel, für die der Millionär beim Antik-Ebay gerade 5 Millionen Pfund hingeblättert hat. Für einen solchen Haufen Kohle bekommen die beiden Schiffbrüchigen in spé und die Zuschauer bald auch jede Menche Plunder geboten:
Seetangmonster, Kannibalen, Gummi-Dinos, Riesen-Amöben, alberne Affen, verrückte Professoren, grausame Piraten und und und…
Und das alles angeblich basierend auf einem Buch von Jules Verne. Naja, da haken wir mal besser nicht weiter nach, sondern geben uns geschlagen.

’Reise zur Insel des Grauens’ ist einer dieser alten Schinken, die eigentlich aus den 80ern kommen, jedoch wie aus den 60ern wirken. Regisseur Juan Piquer-Simon, der schon mit ’Phantastische Reise zum Mittelpunkt der Erde’ ins Vernesche Universum ’eindrang’, versieht seinen Abenteuerstreifen darüber hinaus mit einer Extra-Portion Klamauk. Lustige Musik und Sound-Effekte, ein Affen-Sidekick, ein Papagei-Sidekick, Kokosnusskatapulte und eine Gatling-Gun, die Bananen verschießt; nichts ist Simon zu doof.

Genau das passiert, wenn
ihr euren Badewannenabfluss
monatelang nicht säubert.
Vor allem der hampelige Professor (eine Mischung aus Louis de Funes und Hausmeister Bloch) und seine körperlichen und akkustischen Ausbrüche (“Und dafür hat man nun Abitur.“) ist ein Hampelmann erster Kalauer-Güte, wie man ihn sonst nur aus den abgedrehtesten Klamotten kennt. Die ’Stars’ Peter Cushing und Terence Stamp sind leider nur sehr kurz zu sehen und hinterlassen auch keinen bleibenden Eindruck.
Ausstattung und Effekte bleiben konstant auf B-Film-Niveau (Amphibien-Monster mit Wunderkerzen in der Flosse, vibrierende Riesen-Gummi-Zehen und Höhlen, die so fein eingerichtet sind, als sei kürzlich ’Wohnen nach Wunsch’ vor Ort gewesen), aber wer sich daran stößt, ist selber schuld.
Auffällig sind da eher einige rassistische Tendenzen in der Darstellung aller Herrschaften, die nicht ’zivilisierter Herkunft’ sind. Wie zum Beispiel ein blinder, asiatischer Passagier, der sich selbst ununterbrochen “armer, dummer Chinaboy“ nennt oder der Robinsonade-obligatorische farbige Sidekick, der ständig am Grinsen ist und ein gutes Rythmusgefühl hat, wenn es darum geht, zwei Kokosnussschalen aneinander zu klopfen.

“Sie sollten in ihrer Kabine sein. Wir nähern uns einer Waschküche.“
“Ausgezeichnet. Ich wollte sowieso meine Wäsche waschen lassen.“

Das Ding aus dem Stumpf

Fazit: Übermäßig albern, ebenbürtig trashig und irgendwie sympathisch. Aber dann vielleicht auch schon wieder zu doof. Hach, ich kann mich nicht entscheiden. Schlimm, oder?

Memo von Mama Leone: Natürlich war der Film toll, schon alleine wegen dem lustigen Affen, der vom Professor Manieren lernte und gesietzt wurde.

Memo von Mir: Erinnert sich noch jemand an den ostdeutschen Puppentrickfilm 'Die fliegende Windmühle'? Also die Schiffmonster aus 'Reise zur Insel des Grauens' und die 'Oke-Quoke-Aliens' aus der 'Fliegenden Windmühle'...

... ähm, ich mein ja nur.













Hudson