Rurik der Wikinger

aka

Eine Handvoll blanker Messer



Originaltitel: Coltelli del vendicatore, I (1966) Regie: Mario Bava
Drehbuch: Mario Bava, Giorgio Simonelli & Alberto Liberati
Darsteller: Cameron Mitchell, Fausto Tozzi, Elissa Pichelli FSK: 16


Seit 12 Jahren streunert die von König Harald verstoßene Horde um Hauptmann Aghen in der Wildnis herum.
“In stille Dörfer sind wir eingefallen! Haben geplündert, haben getötet, haben die Frauen der Getöteten vergewaltigt.“

'Der Wiking King'
Als Aghen die Kunde von Haralds angeblichem Tod erhält, schickt er seine Häscher durch’s Land, um dessen Frau Karin und seinen Sohn Moki zu finden. Sollte er Karin heiraten, würde er sich nämlich zum König erheben können. Als die Häscher Karin gefunden haben, eilt glücklicherweise der tapferer Wikinger Rurik (Cameron Mitchell, ’Geheimnis der Todesinsel’) zur Hilfe, der Mutter und Sohn nicht nur rettet, sondern sich auch von nun an um sie kümmert. Als ihm Karin jedoch aus ihrer Vergangenheit erzählt, erkennt Rurik, dass er es tatsächlich mit der Familie eines alten Erzfeindes zu tun hat…

Machen wir uns nichts vor. Der Film ist eine Italo-Produktion irgendwo zwischen Sandalenfilm und Western, aus dem Jahre 1966.
Für die unter euch, die nicht wissen was das bedeutet, gebe ich noch einen Tipp aus der Speisekammer: SCHINKEN!
Trotzdem bin ich der Meinung, dass sich dieser hier vom gewohnten Einheitsbrei insofern lösen kann, da er 1.) eine recht ansehnliche Rache-Story und 2.) eine stimmige Optik hat. Letzteres ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass wir es hier mit Regisseur Mario Bava (’Die Stunde, wenn Dracula kommt’) zu tun haben, der für seine intensiven Bilder bekannt ist (auch wenn es hier einige Belichtungsprobleme gibt).
Musik und Setting erinnern eindeutig an einen Western. Hauptdarsteller Cameron Mitchell mit seiner ’Handvoll blanker Messer’ würde auch als Antiheld eines ’Django’ Streifens durchgehen.

"Bist du mein Papa?"
"Ja, aber sag's deiner Mama nicht!"

Objektiv gesehen ist ’Rurik der Wikinger’ oder ’Eine Handvoll blanker Messer’ ein schnell runtergekurbelter Spaghetti-Western im Gewand einer Wikinger-Schnür-Sandale. Nichts desto trotz ist die mit Wendungen gespickte Geschichte einen Blick wert. Der Film hat was.

Nool