R.O.T.O.R. - Die Killer-Maschine


‘Judge, Jury, and Executioner.’


Originaltitel: R.O.T.O.R. (1989)
Regie: Cullen Blaine Drehbuch: Cullen Blaine & Budd Lewis
Darsteller: Margaret Trigg, Richard Gesswein, Jayne Smith FSK: 18


“Die Schlagzeilen von heute:

Raub, Vergewaltigung, Mord, Brandstiftung.

Die Lösung von morgen:

R.O.T.O.R.“

Ganz recht, Freunde: R.O.T.O.R., was im englischen für “Robotic Officer Tactical Operation Research“ steht (öhm, auf deutsch dann wohl “Robotischer Polizist Taktische Operations Forschung“)

Moment mal... Dieses Bild greift in der Handlung vor!
Wie konnte es dazu kommen? Lest selbst!

Der R.O.T.O.R. ist ein Produkt der Fantasie von Professor Coldyron, einem Halbtags-Rancher, der seinem Pferd morgens um halb zehn in Texas Kaffee zu trinken gibt und sein Ackerland von Baumstümpfen mittels TNT befreit. Aber das nur am Rande. Sein Leib- und Magenprojekt ist der R.O.T.O.R., welcher im Auftrag eines machthungrigen Senators entworfen wird und nun endlich diversen Investoren in einer Vorführung präsentiert werden soll, die an Sternstunden der ’Sesamstraße’ erinnert.

Muss ich das kommentieren?!
“Verfügt die molekulare Struktur über irgendwelche Vibrationen, die sie nutzen können?“
“Ganz genau.“

“Heißt das, dieses Ding kann alles mögliche, von Aerobic bis Tai Chi?“
“Richtig, auch Karate, bis hin zu Todeskämpfen.“

“Was wollen sie erreichen? High Tech Rock’n’Roll zur Erhaltung von Gesetz und Ordnung?“
“Sie sind auf der richtigen Wellenlänge!“

Zu diesen Dialogen aus der Mad Scientist-Fibel erscheint im Hintergrund der faxenmachende, spastische Karate-Moves ausführende, steppende und wackelnde R.O.T.O.R.:

Ein Bild für die Götter des schlecht inszenierten Stop-Motion-Ulks.

Doch Coldyron vergeht bald das Lachen, als sein direkter Vorgesetzter vom Finanz-Senator den Befehl bekommt, das Projekt in spätestens 6 Wochen vollendet zu haben. “Unmöglich!“ meint der Prof. und unterzeichnet damit seine Kündigung. Den Job übernehmen nun sein dusseliger Assistent und ein sprechender Roboter mit SS-Mütze. Das kann ja nur schief gehen. Während Coldyron mit der eigenen Wumme die Straßen vom Abschaum befreit, bricht der R.O.T.O.R., welcher mittlerweile das schicke Kostüm eines Motorrad-Polizisten (inklusive menschlicher Haut und Schnurrbart) verpasst bekommen hat, aus dem Labor aus und erschießt Autofahrer wegen Geschwindigkeitsüberschreitung, verprügelt Karate-Hillbillies und haut auch sonst ordentlich auf den Putz. Jetzt helfen nur noch zwei Dinge: Schrille Musik und ...

DR STEELE!!!

Ach du Scheiße…
Entschuldigung, aber anders kann ich’s wirklich nicht mehr ausdrücken. Soviel bewegliches Blech auf einen Haufen gab’s schon lange nicht mehr. R.O.T.O.R. ist Supertrash der Klasse C und passt weder in gängige Kategorien, noch auf die größte Kuhhaut der Welt. Der Hauptdarsteller sieht aus wie eine Mischung aus Thomas Gottschalks Frisur und Ralph Möller und spielt auch dementsprechend.
R.O.T.O.R.S. zweites rotes Tuch ist eine Autofahrerin, die seiner Bestrafung entwischt und von nun an wie ’Sarah Connor herself’ von ihm gejagt wird.
Auftritt Dr. Steele, eine mit Anabolika vollgepumpte Power-Friseuse im Bauernkleid. Worin sie den Doktor gemacht hat bleibt ungewiss. Vielleicht im Schweineschlachten. So wird sie jedenfalls von Jayne Smith gespielt, deren einzige andere Leistung in Sachen Schauspiel die Darstellung der ’Kackmensch Mama’ bei ’Flesh Gordon 2’ war. (Und die ’Kackmenschen’ waren bekanntlich das beste an diesem Film!) Der R.O.T.O.R. selbst stapft durch den Film wie Urfins Holzsoldaten, der Rest der Belegschaft lässt Sätze wie “Ich hab mich so auf den Polterabend gefreut.“, “Hey, Herr General, warum schalten sie mir mein Radio aus?!“ und “Ich bin wie ein Friedhof, ich nehme jeden Körper.“ (und darüber hinaus auch ein paar Milton Zitate) aus der Lippe fallen lassen.

"Niesen in der Öffentlichkeit wird ab
sofort mit einem dritten Nasenloch bestraft!"

Wem ich jetzt noch erklären muss, dass dieser Film trashiger ist als der Hinterhofmüll eines Polizeipräsidiums und eines Versuchslabors zusammen, der hat nicht richtig aufgepasst oder irgendwo zwischen High tech ’Rock’n’Roll’ und ’Dr. Steele’ den Faden verloren. Flausköppe schalten hier unbedingt ein, alle anderen müssten die Behörden mit der Jacke ohne Ärmel einschalten.


Hudson