Toll treiben es die wilden Zombies


‘Just when you thought it was safe to be dead.’


Originaltitel: Return of the Living Dead Part II (1988)
Regie & Drehbuch: Ken Wiederhorn
Darsteller: Michael Kenworthy, Thor Van Lingen, Jason Hogan FSK: 18


Da sind sie also wieder, ‘the living dead’. Nicht die aus Pittsburgh und auch nicht die italienischen Griepschgesichter, sondern die lustigen ’Schickt mehr Cops!’-Zombies aus Dan O’Bannons Kultfilm ’Verdammt, die Zombies kommen’ oder eben ’Return of the Living Dead’. Jedenfalls meint das der Titel. Tatsächlich ignoriert der zweite Teil die Ereignisse des Vorgängers, hat aber zwei der Hauptdarsteller (in anderen Rollen) und jeeede Menge Untote im Programm.

Return of ye olde Runkelrübe
Dennoch gibt’s mehr oder weniger die gleiche Story zum zweiten Mal aufgetischt. Das Militär verliert einen Zombie-Behälter und einen mit Untoten-Raumspray, der von zwei rüpeligen Kids geöffnet wird und das ausströmende Gas wird über dem nahe gelegenen Friedhof verteilt. Dort sind die Totengräber Joey und Ed (’RotlD’-Veteranen Thom Mathews & James Karen) gerade dabei eine Gruft zu säubern. Die beiden staunen nicht schlecht, als plötzlich alle Leichen aus den Gräbern taumeln und mit gruftigem ’Gehöööörn’-Gegrunze ihr Recht auf zerebrales Naschwerk fordern. Bald ist die ganze Stadt überrannt und ulkiger Quatsch vermischt sich mit untotem Grauen…

’Return of the Living Dead Pt. 2’ fällt ganz klar unter die Kategorie ‘Wenn’s den ersten Teil nicht gegeben hätte, würde jeder feiern, da es ihn aber gibt, kann der hier im Vergleich nur abstinken’. Unabhängig vom Vorgänger betrachtet, ist der Streifen also eine recht hysterisch-lustige Angelegenheit mit einigen herzhaften Schmadder-Einlagen und quaddeligen Darstellern. Ruft man sich dann aber Teil eins in Erinnerung hinzu (und dazu muss es unweigerlich kommen), kann er nur verlieren. Das Setting war damals einfach zu genial, die Idee um einiges frischer und die Musik fetziger (auch wenn hier Robert Palmer mit seinem Smash-Hit ’Bad Case of Loving You’ zu hören ist).

"Kann ich mir die Kauleiste
mal borgen? Meine eigene
macht's nicht mehr lange."
Ganz besonders aber hatte ’RotlD’ auch einige echte Schock-Momente und trotz allen Ulkes eine funktionierende Schauer-Atmosphäre. Davon ist hier nichts mehr zu spüren. Wenn das auch gar nicht die Intention der Macher war, hätten sie dem Streifen vielleicht einfach einen anderen Namen geben sollen oder zumindest keinem verdammten Rotzbengel eine Hauptrolle verpasst. Immerhin sind Thom Mathews und Ed Karen wieder am Start und vor allem letzterer haut hier ganz gewaltig den Dampf aus der Acting-Pipeline.
Punkten kann ’Toll treiben es die wilden Zombies’ vor allem in Sachen FX-Sülze. Die Masken und Make Up-Effekts sind zuweilen echt der Knaller. Angefressene Schädel, halbierte Zombies, eingeditschte Mus-Gesichter, abbe Gliedmaßen und sogar eine nette Hommage an den Michael Jackson ’Thriller’-Zombie werden zwar ökonomisch über den ganzen Film verteilt, unterhalten jedoch immer im richtigen Moment auf amüsante Art und Weise. Gruseln ist halt nicht, schon gar nicht bei dem ewigen “Gehiiiirn! Gehiiiirn!“-Gestöhne, dass einem spätestens nach dem 2637. Mal gewaltig auf die Lauschlappen drückt.

Yeah, beat it!

Was also tun? Gehirn löschen geht ja leider nicht. Ich empfehle einfach mal, das Teil mit Vorsicht anzutesten, wenn man Fan solcher Spinnereien ist, jedoch bloß nicht die Qualität des Originals zu erwarten.


Hudson