Das Blut der roten Python



Originaltitel: Tian long ba bu (1977) Regie: Hsueh Li Pao
Drehbuch: E. Charles McBroom
Darsteller: Danny Lee , Chen Chi Lin, Ni Tien FSK: 18


Donerlittchen und ein dreifaches ’Kerle!’
Willkommen in der verrückten Welt des ’Shawscope’ Quatsch Fu!

"Skywalker? Nie gehört!"
“Oh Liebster, ich bin schwanger!“
“Und was sagt dein Mann?“
So oder so ähnlich endet der erste Dialog in diesem filmischen Prachtstück der altehrwürdigen Shaw-Brothers.
Und dann kommt auch schon besagter Ehemann zur Tür hinein, kriegt vom Nebenbuhler per Laserstrahlbehandlung (direkt aus dem Zeigefinger) erstmal die Beine amputiert und schwört daraufhin ewige Rache. Die Ehefrau mag der lüsterne Tuan nun aber auch nicht mehr haben, schließlich ist er von oberem Stand und schon der Tochter des Fürsten versprochen. Das kann die frisch begattete Dame natürlich nicht einfach schlucken und schwört auch nochmal ewige Rache.
20 Jahre später.

Ab zur Fußpflege!
Der gehörnte Gatte von einst hat inzwischen metallene Teleskop-Krähenbeine, mit denen er zwar locker einen Steinbrocken zerschmettern kann, aber trotzdem einen Mutanten-Lümmel mit ausfahrbarer Krebsklaue engagiert, welcher den inzwischen erwachsenen Sohn des damaligen Nebenbuhlers ermorden soll. Die ergraute Ehefrau hat ähnliche Pläne und schickt ihre, zur Killermaschine gedrillte Tochter los, um die vormalige Schmach zu rächen.
Ausbaden muss diesen Hokus-Pokus der sanfte Yi Tuan (HK Star Danny Lee, ’The Killer’), Sohn des Filous von Szene eins, der sich eher für die Studien der Literatur, denn für Hiebe und Tritte interessiert. Die Verlockungen seines Vaters (“Bevor ich dich in das Geheimnis der Todesstrahlen einweihen kann, musst du allen anderen überlegen sein!“) und seine eigene Philosophie (“Gewalt ist schlecht, aber ich werde sie brauchen!“) bringen ihn aber zur Vernunft. Als er erfährt, dass derjenige der vom Blut der roten Python nascht unbesiegbar wird, macht er sich auf eine gefahrvolle und von verrückten Begebenheiten gespickte Reise ins Land des Shaw-Irrsinns…

Dr. Best Junior
Als da wären: Schlangen, die in den Körper eindringen und sich bis zum Herz durchfressen, eine grünleuchtende und tödlich giftige Killerkröte, Knochen aus denen Laserblitze schießen, feurige Müsli-Schalen, ein Assasin mit Dracula-Gebiss und Badekappe, die gummigste Gummischlange der Filmgeschichte und Shakespearsche Familientragik. Hier ist wirklich alles drin, was sowohl Trashfans, Hong Kong Aficionados und Film-Perlentauchern den Tag versüßt. Keine Frage: Der Film ist Schwachsinn PUR, aber eben wie in ’Whisky Pur’ und nicht wie in ’Komm mit ins Abenteuerland Pur’.
Schauspieler? Jaja. Ausstattung? Klar, gibt’s auch. Musik? Na sicher! Ist aber alles Nebensache. Warum? Menschenskinder, soll ich euch den ganzen Zeichentrick-Laser-Kröten-Feuer-Badekappen-Kram nochmal vorkauen?!
Ach ja! Der Typ mit den Krähenbeinen hat die Synchro von Homer Simpson und hält in seiner Burg einen Kampf-Gorilla, der aussieht wie ein Monchichi auf Steroiden. Wen so etwas nicht interessiert, der schaut sich lieber nochmal 'Million Dollar Baby' an, verpasst dafür aber eines der abgefahrensten Finale seit ’Fliegende Guillotine vs Einarmiger Boxer’.

Mogli kann's nicht lassen.

Leute, tut euch den Gefallen und versucht, diesen Film zu ergattern. Ganz großes Kino zum Totlachen und danach als Kung Fu-Zombie weiterschauen!

Hudson