Look What's Happened to Rosemary's Baby



Originaltitel: Look What's Happened to Rosemary's Baby (1976)
Regie: Sam O'Steen Drehbuch: Ira Levin & Anthony Wilson
Darsteller: Stephen McHattie, Patty Duke, Broderick Crawford FSK: unbekannt


Ja, ihr habt ganz recht gelesen, Leute und der Titel sagt’s auch schon. ’Look What's Happened to Rosemary's Baby’ spinnt den Garn um Satans Sohn Adrian, nein Andrew, nein Adrian acht Jahre später weiter und das Unglaublichste an diesem Film ist (Achtung, jetzt kommt’s), dass er nicht halb so schlecht ist, wie er von Rechts wegen sein müsste.

Oh Schreck, oh Schreck, das Kind ist weg...

’LWHTRB’ beschreibt die weiteren Abenteuer von Rosemary und ihrem Nachwuchs und teilt sich dabei in drei Kapitel auf. Wir sehen wie Adrian als Kind erste Anzeichen für seine verdorbene Herkunft zeigt, was aus seinem Stiefvater wurde, wie sich seine Paten, ’Onkel’ Roman (Ray Milland) und ’Tante’ Minnie (Ruth Gordon), um die Ausrichtung seines Lebensweges kümmern und wie sich der zwanzigjährige Adrien letztlich gegen sein düsteres Schicksal auflehnt…

He's got Betty Devils eyes
Mal im Ernst, mit welchen Erwartungen geht man an einen Film heran, der als Sequel für einen der besten Horrorfilme aller Zeiten fürs TV gedreht wird und den Titel ’Look What's Happened to Rosemary's Baby’ trägt? Um es mit Clint Eastwood zu sagen: “Expectation’s got nothing to do with it!“
Umso überraschender, dass ’Rosemary’s Baby II’ zuweilen tatsächlich mit Hoffnungslosigkeit verheißender, alptraumhafter Atmosphäre und dank der überzeugenden Darstellung Stephen MacHatties (’Pontypool’) punktet. Vor allem im ersten Drittel kann dank unheimlichen Zeitlupen-Einstellungen und gespenstischen ’Hail Satan! Hail Adrian!’-Chorälen mitunter echter Horror aufkommen.
Neben der übernatürlichen Manipulation durch den satanischen Orden, gibt es hin und wieder ein paar eher amüsante Szenen, wie die in der Adrian nach einem Ritual der Kultisten in einem Nachtclub geschminkt den Tanzbär macht (Marcel Marceau auf Ecstasy) und sogar amüsante Seitenhiebe auf Hollywood. So ist Adrians Stiefvater mittlerweile eine erfolgreiche Hollywood-Type und bittet die satanischen Paten seines Stiefsohnes um die Arrangierung der Zusammenarbeit mit Paul Newman für seinen neuen Film.

Mit Pateneltern wie diesen gibt's
immer Karten für Black Sabbath
Besetzungstechnisch wird hier neben MacHatties fabelhafter Leistung eher Durchschnittskost geboten. Nichts allzu Aufregendes, aber auch keine Totalausfälle. Der neuen Rosemary Patty fehlt die Zerbrechlichkeit Mia Farrows, obwohl sie selbst eine der ursprünglichen Kandidaten für die Rolle war. Beinahe alle Darsteller aus dem Original wurden ersetzt, lediglich Ruth Gordon konnte überzeugt werden, den Part der ’Satanic Godmother’ erneut zu übernehmen.
Urigerweise wurde ihr Mann dieses Mal von Ray ’Der Mann mit den Röntgenaugen’ Milland gespielt. Man stelle sich vor, er hätte die Rolle schon im Original gehabt. Auf Rosemary’s “What have you done to his eyes, you maniacs?“ hätte er garantiert die passende Antwort gehabt.

Rosemary & Baby - The Mime Years

“Rosemary. Give him back. He’s not out of us.“
“He’s out of meee!“

Klar, der Grundgedanke ist exploitiver Natur, aber wollen wir nicht heiliger sein als der Papst. Selbst in Buchform erschien ein Sequel von Ira Levin, mit dem der Film allerdings nicht viel zu tun hat. Dem Original kann hier wie da nichts das Wasser reichen und auch seinem Spannungspotential kann der Film nicht immer gerecht werden, doch sollten Fans obskurer Horror-Ideen ’Look what’s happened with Rosemary’s Baby’ eine Chance geben. In diesem Sektor und vor allem aus dem TV-Bereich gibt es weitaus mehr weitaus weniger sehenswerten Schund.


Hudson