Rollergator



Originaltitel: Rollergator (1996)
Regie: Donald G. Jackson Drehbuch: Über Bewertet
Darsteller: Sandra Shuker, Conrad Brooks, Joe Estevez FSK: unbekannt


Neulich auf'm Rummel:

Joe Estevez macht Winke Winke. Ninja auf Treppe. Mädchen am Strand. Knallgelber Kassettenrekorder im Sand. Mädchen hört Stimme. Geht in Höhle. Findet sprechenden Baby-Alligator. Baby-Alligator spricht:

“Wazzup.”
“What are you?”
“I could ask that same question about you.”
“Youuu… You’re an alligator. A baby alligator.”
“Baby? Well, I’m almost 12.”
“But you’re purple and you can talk.”
“Biiiig deal. […]”
“So what are you doing here?”
“What does it look like, what I’m doing? The electric boogaloo.”

Rubbercroc & Rollergirl
Also schön, lösen wir uns vom Telegrammstil und rütteln uns aus dem unfassbaren Schock, in den uns Donald G. Jacksons ’Rollergator’ in seinen unglaublich schlechten, aber halt auch irgendwie unleugbar amüsanten ersten fünf Minuten versetzt hat. Es stellt sich heraus, dass der purpurne, sprechende Baby-Alligator auf der Flucht vor Joe Estevez (Bruder von Martin Sheen und ungleich mieserer Darsteller) ist. Der ist nämlich der Besitzer des lokalen Rummels und will die sprechende Kröte gewinnbringend als Gruselkabinett-Animateur ausstellen.
Zu diesem Zweck schickt er dem Babygator und seiner neuen Freundin, die ihn mittlerweile in einem Rucksack auf Rollerblades über die Strandpromenade bugsiert, Ninjas auf den Hals. Ninjas auf Skateboards. Doch Babygator (“I’m a teenage mutant alligator!“) und seine neue Freundin lassen sich nicht widerstandslos ins Boxhorn jagen…

’Rollergator’ ist ein weiterer No Budget-Streifen des amerikanischen Dauerfilmers Donald G. Jackson (’Rollerbalde’, ja der Typ hat scheinbar ’nen derben Rollschuh-Fetisch), der sich hier auch als Produzent, Autor, Kameramann und ’Voice Actor’ des Rollergator zum Affen macht. Und, Leute, der Wahnsinn beutelt mich. Ganz objektiv betrachtet ist das hier der schlechteste Film aller Zeiten. Wie passend, dass er auf einem DVD-Set mit Jacksons ’Big Sister 2000’ und ’The Toad Warrior’ zu finden war. Im Ernst, jeder normale Mensch (auch Leute, die sich gerne regelmäßig B-Filme reinziehen) hätte diesen Scheiß nach zwei Minuten abgeschaltet. Wahrscheinlich in der Annahme, irgendjemand hätte den Datenträger versehentlich mit einem bizarren Privatvideo überspielt.
Zu Beginn gesellt sich zur Entgeisterung tatsächlich ein Funken Amüsement, doch je weiter sich der Film in Richtung Credits (maximal fünf Namen!) hangelt, desto mehr verschwindet das dümmliche Grinsen und macht einem leeren Blick platz.

Diese Handpuppe mag beschränkt sein...

Eine sprechende Alligator-Gummipuppe aus dem 7/11, der jemand die Hand in den Arsch geschoben hat und die Fressklappen mit klassischer happa happa-Bewegung auf und ab bewegt, Arnold Schwarzenegger-Imitationen, einen Gator-Rap und flotte Flitzekacke-Sprüche zum besten gibt, ist halt nur für eine sehr begrenzte Zeitspanne unterhaltsam.
Als Sidekick wäre der Croc-Clown vielleicht noch zu ertragen gewesen, doch er ist neben Blondiebrot Sandra Shuker (she never worked in that town again!) tatsächlich der Protagonist dieses Filmes (der diese Bezeichnung in keinster Weise verdient hat!).

...sie übertrumpft in punkto Mimik
jedoch alle übrigen Darsteller
Hier gibt es weder Make Up, noch Beleuchtung, keine Sets, keine Schauspieler, keine Effekte, no production values whatsoever. Der Film kann nicht nur ’wenig’ gekostet haben, er kann auch nicht ’gar nichts’ gekostet haben, er muss WENIGER als ’gar nichts’ gekostet haben, so einen superbilligen Einsdruck macht das auf Homevideo eingefangene Material.
Das allerschlimmste ist jedoch die ’Musik’. Wieder einmal muss ich diesen Begriff wider besseren Wissens benutzen, denn die Geräusche die hier DAUERHAFT… JA, WÄHREND DER GESAMTEN LAUFZEIT… QUASI UNUNTERBROCHEN von einem verwirrten Gitarrenspieler vezupft werden, sind jenseits von Musikalität und ersticken auch noch die ohnehin schon ohne professionelles Ton-Equipment eingefangenen Nuschel-Dialoge.

“Aaaah, the swamp. Flying insect, slimy moss, hungry mosquitos. Home sweet home.”
“Oh, yuck. You’re a gross little gator ”
“Dont knock it, till you try it, oh queen of skating. There’s nothing like kickin’ back in the mud, two ounces of fungus, diggin’ some tunes.”

No Comment

Also ganz offiziell: Schlechter geht’s wirklich nicht. Oder doch? Wer mir einen mieseren Film als ’Rollergator’ zeigen kann, bekommt eine Spezialwidmung in unserer Teamsektion. Nein, das ist keine Aufforderung!


PS: In einer Nebenrolle als ’Swamp Farmer’ ist übrigens Ed Wood Regular und ’Plan 9 from outer Space’-Polizist Conrad Brooks zu sehen. Seit 1996 kann er also wirklich behaupten, im schlechtesten Film aller Zeiten mitgespielt zu haben.


Hudson