Im Angesicht der Hölle


‘When you raise Hell ... the Devil must be paid - in full!’


Originaltitel: Rock 'n' Roll Nightmare (1987) Regie: John Fasano
Drehbuch: Jon Mikl Thor
Darsteller: Jon Mikl Thor, Jillian Peri, Frank Dietz FSK: 18


I WANNA ROOOOOCK!
(Aber nich zu dolle! Mein Haar könnte drunter leiden.)

The Tritonz, eine haarige Hardrockband zweifelhaften Rufes, entschließt sich, ihr neues Album in einem abgelegenen Landhaus aufzunehmen, in dem vor einiger Zeit ein Dämon die Eltern eines Jungen in die Hölle schlonzte. Perfekte Rahmenbedingungen also, für eine Rock’n’Roll Session, in der Sänger John (Rock-Fratzor John Mikl THOR) seine stimmgewaltigen Künste und seine stählerne Brust unterm Galamour-Jacket unter Beweis stellen kann. Alles rockt und flockt ganz eisern vor sich hin, als aus einer Ecke des Hauses eine einäugige Monsterhosenschlange (mir fehlen hier eindeutig umschreibende Alternativen) einer der mitangereisten Groupie-Schlam… äh Band-Frauen eine suspekt aussehende Flüssigkeit in den Drink ejakuliert. Es dauert nicht lange, da hat sich die Dame in einen zähnefletschenden Dämonen verwandelt und die Jam-Session verwandelt sich in den blutigen Rock’n’Roll Nightmare…

Im Obstkeller liegt mehr als der Hund begraben!

Ach du mein lieber Rock-Satan, was war das denn?!?!
Emotionales Gelaber sensibler Rockband-Mitglieder mit Matten aus Stahl und Herzen aus Eigelb, völlig bedeckte ’Bumsi Bumsi’-Szenen, tuffige Hardrocksongs (“You give me energy. Eeeneeergyyy!“), doofe Pimmel-Dämonen und Jon Mikl THOR unter der Dusche?!?! Wer kommt denn auf sowas? Ganz einfach: John Mikle THOR himself! Der blonde Poser-Hüne war hier nämlich sowohl für’s Drehbuch als auch für die Produktion verantwortlich. Und für den Rest sorgt ’Freakshow’ Regisseur John Fasano. Ganz Recht, liebe Freunde des Hairspray-Rocks, genau so setzt man sich ein Denkmal!

Typisches Proberaum-Szenario:
Unfähige Rocker und toupierte Brote, die sie anhimmeln

Genau wie David Lee Roth-Lookalike THOR, der hier alles für die Pose tut, werden die dümmlich sülzenden Rockbrüder und -schwestern von schlecht frisierten Hobbyakteuren verkörpert, die danach wohl kaum einen Pferdefuß in der Branche gefasst haben dürften. Effekttechnisch beschränkt man sich auf glitschige Gummigerippe und tittengrapschende Monsterhände die aus Bäuchen platzen. Von einer ’Story’ kann hier eh nur im weitesten Sinne die Rede sein. Aber als es dann in Richtung Finale geht, zieht der Film sämtliche Trashregister (inklusive ’mindbending revelations’, Kautschuk-Kreatur-Wurfsternen und einem Monster-Showdown, musikalisch betitelt mit ’We accept the challenge!’) und steigt in den Olymp der hanebüchenen Legenden billigen Filmschrotts ein.
Man stelle sich einfach eine Mischung aus ’Evil Dead’, ’This is Spinal Tap!’ und ’TerorVision’ vor, subtrahiere die bedeutsamen Stellen, Kompetenz und Talent und das Ergebnis wäre wahrscheinlich der Film, der ’Im Angesicht der Hölle’ am nächsten käme. Natürlich ohne John Mikl THOR, der nach der Transformation seiner Freundin in einen lachhaften Rubberdemon folgendes sagt:

“Nice Effect, Randy. I like that look.“

Yeah, I like you too, Thor!

Es gibt Müll, der läßt mich mit den Zähnen knirschen und es gibt Müll, der läßt mich wie ein Idiot grinsen. Ihr dürft dreimal raten, zu welcher Kategorie ’Rock’n’Roll Nightmare’ gehört. Das hier ist Supertrash der Extraklasse, dem unbescholtene Bürger lieber fern bleiben sollten. Aber ist man erst einmal vom Hairrock-Bug angeknabbert oder vom Gummimonsterdildo angepieckst worden... Auh weiha, you’re in for a ride!


Hudson