Robo Vampire



Originaltitel: Robo Vampire (1988)
Regie: Joe Livingstone Drehbuch: William Palmer
Darsteller: Robin Mackay, Nian Watts, Harry Myles FSK: 18


Oha, Genre-Krabumsel aus der Filmark-Schmiede! Wenn da mal nicht Godfrey Ho hinter dem Synonym Joel Livingstone den Trash vollzogen hat. Wir werden es wahrschienlich nie erfahren…

Dämlich genug ist ’Robo Vampire’ allemal und zwar sowohl in Sachen Handlung (naja, was heißt ’in Sachen’… eigentlich isse eher nackich), als auch beim Thema Ausstattung. Wie so oft bei Tomas Tang-Produktionen, wurden hier zwei unabhängige Filme ineinander verwoben, bzw. ein alter Fantasy-Hüpf-Vampir-Schinken mit neugefilmetem Gweilo-Material aufgefüllt. Fragt mich bitte nicht, was genau von beiden, ich bin hier Schnitt- und Plot-technisch hilflos überfordert.

Jump Around, Jump around,
Jump up, Jump up and get down!

Irgendwie dreht es sich um einen Ring von Drogendealern, die ihren Stoff in Rinderhälften schmuggeln oder auch eben erwähnte Hüpf-Vampire zu ihren Zwecken einspannen. (Ich glaube wir alle sind uns einig, dass wir mit der Erwähnung des Wortes ’Hüpf-Vampir’ jenseits der üblichen Konventionen geraten sind und uns für ein Träschfest Deluxe warm machen können). Die Regierung bzw. ein Geheimdienst ist den Gaunern längst auf der Spur und als es schließlich zur Konfrontation kommt, erwischt es ausgerechnet unseren netten Protagonisten. Für solche Fälle hat man in Hong Kong selbstverständlich hochqualifiziertes Personal, das den gefallenen Soldaten mit bionischen, kybernetischen und kinetischen Mitteln zu einer stählernen Kampfmaschine pimpt. Ich bin mal so frei…

Gloves of Plastic rule tonight!

An dieser Stelle muss ich improvisieren…
Nach einer Begegnung zweier Typen mit einem vor sich hin faulenden Vampir-Leichnam (in dessen Gebeinen Schlangen und Meerschweinchen umherkraulen), kommt es zum Auftritt einer Kung Fu-Hexe und folgendem Dialog:

“How dare you enter here, you witch!?”
“How dare you take my lovers corpse powers and turn him into a vampire beast?! Now he is condemned to be a living dead and we can never be togeter in the afterlife.”

Nach einem taffen Blödel-Fight in der Gruft (der verwesende Leichnam hat sich längst in einen Zombiegorilla verwandelt) schließen Vampir…ähm Gorilla und Kung Fu-Hexe sich irgendeiner Partei an. … Ähm… fragt nicht nach Sonnenschein.
Naja, jedenfalls (entschuldigt die Stotterei, aber der Plot ist einfach gehirnraubend verworren), tritt dann der Robokrieger auf den Plan und bald auch den Rauschgift-Lumpen, Hüpf-Vampiren, Wunderkerzen-Magiern und anderen fröhlichen Zeitgenossen in den Arsch…

Ping Pong und die scheiße Frau

Chop & Paste-Flicks aus Hong Kong sind wahrlich nichts Neues, aber bei ’Robo Vampire’, dem Film mit der kybernetischen Kühltüte, gingen die Macher so sehr auf’s Ganze, dass nicht einmal Jörg Draeger hinterher kommen würde.
Cuts hier, Kompositionen da, neue Charaktere daneben kurz eingefügt und dort hinten wieder rausgeschnitten… Ich schwöre, an einer Stelle glaubte ich sogar aus Versehen zurückgespult zu haben und jetzt den ganzen Käse noch einmal von vorne zu sehen.
Es wird geballert, es wird gelabert, es wird gehext, gekleckst, gehüpft und aufgemüpft und während RoboDuder in seinem stählernen äh kunstledernem Polster-Outfit die Welt hinter der Mattscheibe wieder in ihre Fugen rückt, wird auf der anderen Seite des Bildschirm eine Menge gelacht.
Überhaupt scheint die pappige Kampfmaschine immer nur aufzutauchen, wenn die Kacke gerade am Dampfen ist:

Dort! Ein altes Haus! Eine Zombiehexe treibt gerade ihr Unwesen. Schon ist Klapper-Klaus vor Ort und mäht sie nieder…

...mäh...

Da! Eine riesige Geisterhand, die wie eine wild gewordene überdiemensionale Fliegenklatsche über den Hof titscht! Schon ist Mr. Roboto zur Stelle und brutzelt ihr den Saft aus dem Überbein…

...brutzel...

Hier! Dieser Strand! Lauter Hüpf-Vampire. Schon ist Robor (Name von der Redaktion offensichlich vergessen) vor Ort und ballert den Haufen zusammen…

...baller...

Dabei (so zeigt es uns der Film zu Beginn) sind asiatische Hüpf-Vampire/Zombies eigentlich viel leichter in den Griff zu kriegen als ihre westlichen Schlurfgenossen:

Man titscht ihnen einfach einen Zettel mit einer magischen
Formel aus der Sutra an die Omme und schon ist Ruhe im Karton.

Ich bin noch nicht einmal dazu gekommen, die Prison-Flick-Elemente des Films zu erwähnen, oder die Exekutierung eines ganzen Dorfes oder die Rettungs-Mission einer Frau im ’Dirty Dozen’-Stil…
… ja, ich gebe zu, ich hab nix kapiert. Aber der Film hat Spaß gemacht. Auf die Art, wie es Spaß macht, einem Betrunkenen obszöne Symbole auf die Stirn zu malen und seiner Mutti einen Abzug zu schicken. Kurz gesagt Trash bis zum Abwinken und Anwinkeln.


Hudson