Robot War


‘2038. Computer domination is a reality - Gunhed - man's last defence in the great robot war’


Originaltitel: Ganheddo (1989) Regie: Masato Harada
Drehbuch: Jim Bannon & Masato Harada FSK: 16
Darsteller: Masahiro Takashima, Brenda Bakke, James Brewster Thompson


Ihr kennt das: Mensch erschafft Supercomputer, Supercomputer erklärt dem Menschen den Krieg, Menschheit wird vernichtet, Überlebende bekämpfen im Tohuwabohu der Nachwelt die Maschinen und irgendjemand macht’n Film drüber.
Hierbei handelt es sich allerdings nicht um James Camerons ’Terminator’-Saga, sondern um ein von TOHO finanziertes ’Godzilla’-Script-Reject, das von Regisseur Masato Harada zum Robo-Tech-Vehikel ’Gunhed’ umfunktioniert wurde.

Stell dir vor, es ist Krieg und alle bringen ihren Riesenroboter mit!

’Gunhed’, der im Land der Dichter und Denker den wundervoll subtilen Titel ’Robot War’ verpasst bekommen hat, handelt von zwei rivalisierenden Gruppen aus Söldnern und Glücksjägern, die im Wust der Postapokalypse auf der Suche nach Plastik und Computerchips sind (laut Prolog ist der Krempel in der Zukunft wertvoller als Gold). Dabei stoßen sie auf dem synthetischen Eiland ’8JO’ auf eben jenen Supercomputer Kyron 5, der das Ende der Welt einläutete und nun die Eindringlinge mittels allerlei Techno-Krabimsel dezimiert.

ThumbWars?
Mithilfe der letzten Gunhed-Kampfmaschine versuchen Ranger Nim und Techniker Brooklyn Kyron 5, der das Element Texmexium anhäuft um seine Weltherrschaft aufrecht zu halten, zu stoppen.
Obwohl die Story recht simpel, die Ziele klar gesteckt und der Anspruch möglichst niedrig ist, kommt bei ’Gunhed’ mehr als einmal das große Stirnrunzeln. Der Film ist einfach zu konfus. Da rennen Figuren durch dunkle Gänge, reparieren Maschinen, fahren dann mit diesen von hier nach da, während woanders von ’Texmexium’ die Rede ist und der Bord-Computer mit Sätzen wie “Ein Lichttorpedo nähert sich von Ebene 17!“ die Spannung antreiben soll. Trotzdem lässt einen das Gehetze kalt, was sicher auch den beiden Hauptdarstellern Brenda Bakke und Masahiro Takashima anzulasten ist, die mit argen Charisma-Lecks zu kämpfen haben. So weit, so üblich, im Wust der Science Fiction-Schinken. Doch ’Gunhed’ hat eine solch verdammt schnittige Ausstattung, tolle visuelle und praktische Effekte und einen phantastischen Kulissen-Reichtum, dass es zum Heulen ist. Die Vernachlässigung der Charaktere steht im krassen Gegensatz zur tollen Atmo und fetzigen Action und lässt den Film als verpasste Chance im Randnotiz-Regen der Science Fiction stehen.

Endzeit pur: Die Kabalsalat-Ernte hat begonnen.

Fazit: Action satt, Story platt, Akteure matt. Schade drum. Die technischen Mittel für eine heiße Kickass-Tech-Keilerei waren bei ’Robot War’ durchaus vorhanden. Fans flott getrickster Mecha-Krawall-Orgien sollten dennoch einen Blick wagen.


Hudson