RobotJox 2


‘Crank up the Carnage


Originaltitel: Mindwarp (1990)
Regie: Albert Band Drehbuch: Jackson Barr & Charles Band
Darsteller: Don Michael Paul, Barbara Crampton, James Staley FSK: 12


“Die Macher des Blockbusters Robotjox setzen noch einen drauf: RobotJox 2!“
schrie der Trailer, den ich kürzlich im Anhang eines x-beliebigen Videos sah.
Wollen doch mal sehen, was an dem üblichen PR-Gekreisch dran ist…

Also schön, zu Bildern aus dem Finale von Teil eins kraucht ein Text über den Bildschirm, der ’RobotJox’-Kennern ebenfalls bekannt vorkommen dürfte.

O Käptn, mein Käptn
“Im 21. Jahrhundert entbrannte ein erbitterter Kampf um die letzten Rohstoffreserven des Planeten Erde. Dieser Krieg, der durch menschengesteuerte Roboter geführt worden war, endete mit dem Bau riesiger, unzerstörbarer Mega-Kampfmaschinen, die zum Zweck militärischer Spezialaktionen und der Erhaltung des Machtgleichgewichts entwickelt worden waren…“
’Moment mal, ist das nicht genau das gleiche Gesülz, dass wir schon…?’
Geduld!
“…Durch den Einsatz dieser Roboter wurde der Frieden erreicht und die beiden kriegsführenden Parteien schlossen sich zu einer Regierung zusammen, der ’New Federation’!“
’Na wenn das so ist, kann ich ja ausschalten und ’Krieg und Frieden’ weiter lesen.’ Moment!
“Die bewaffneten Kräfte wurden bis auf einen einzigen Mega-Roboter abgebaut, den MRAS-2, eine über 25 Meter hohe Roboter-Kampfmaschine.“
’Schau an. War’s das jetzt?’
Ja. Nein. Das Ding sieht übrigens aus, wie ein riesiger Robo-Scorpion, der formschön… Moment, ich bekomme soeben die Meldung, dass wir immer noch nicht im Text durch sind.
“Am Ende des 21. Jahrhunderts ist die Welt eine friedliche aber unfruchtbare Wüste.“
Wer hätte das gedacht?

Lego-Technik, auch in der Zukunft der Renner.

Irgendjemand hat mal gesagt, ’Wenn ein Film einen solch ellenlangen Vortext benötigt, um die Exposition vor der Exposition zu erläutern, sei er in Schwierigkeiten’.
Hört, hört!
Wenn dann noch eine dermaßen seichte Story wie die in ’RobotJox 2’ folgt, werden die Schwierigkeiten zu Ärgernissen.
Hauptfiguren in diesem Mech-Assault für Arme sind Captain Drake, der beste Robo-Pilot wo gibt und sein Co-Idiot namens Stumpy (hmh). Keine 20 Minuten im Film, werden diese beiden Heudegen von Chief Rooney (Peter Haskell, ’Chucky 2’) wegen Insubordination gefeuert. Dies nutzt ein böser, asiatischer General, um den letzten Riesen-Robi zu kapern und die friedvolle Menschheit damit zu bedrohen. Behilflich sind ihm dabei die Sentros, die aussehen wie chinesische Ladendiebe, die man mit Panzerknackern aus der Southside gekreuzt hat. Jetzt werden Drake und Stumpy aus der Suspendierung gerufen, um den MEGA-1 zu finden, den letzten noch intakten Kampfriesen, der irgendwo unter der Erde, im verbotenen, toxischen Ödland versteckt ist. Na, Waidmanns Heil!

Where the Hood at?
Schon Stuart Gordon war mit dem Erstling kein großer Wurf gelungen. Teil 2 setzt also lediglich nur in Sachen Schrott noch einen drauf und das noch nicht einmal wörtlich gemeint. Bis zum verdammten Finale müssen wir warten, dass endlich zwei Stahl-Giganten aufeinander preschen? Was will uns der Original-Titel ’Robot Wars’ sagen? Vielleicht ’Das war’s mit den Robots’, aber gewiss keinen Heavy-Machine-War.
Regie führte Albert Band (’Ghoulies II’, need I say more?), Papa von Trash-Produzent Charles Band (’Trancers’), der für diesen Blech-Fight nicht nur die Schecks, sondern auch die Story schrieb.
Einen konsequenten Nachfolger zu Gordons Roboter-Jockeys bekommen wir hier nicht. Dafür ist dessen Stamm-Schauspielerin Barbara Crampton (’Castle Freak’) immerhin in der weiblichen Hauptrolle zu sehen.
Der Rest der Besetzung fällt nur dehalb auf, weil einige der Nasen aussehen wie bekannte Schauspieler. So könnte Drake-Darsteller Don Michael Paul der Zwillingsbruder von ’Todesjäger’ John Allen Nelson sein. Chef Rooney hat eine solche Ähnlichkeit mit Peter Graves (’Cobra übernehmen sie’), dass es bald unheimlich ist und ein Typ, von dem ich mir sicher bin, er sei Delroy Lindo (’Schnappt Shorty’), ist nur irgendein Komparse.
Die Musik, die während der Credits zu Beginn noch ganz nett anzuhören war, hält das Niveau leider nicht und die ansehnlichen Stop-Motion-Effekte nützen gar nichts, wenn sie vor kargen Pappkulissen verbraten werden.

"Alle raus hier, der Film ist scheiße!"

’RobotJox 2’ ist sinnloser, uninspirierter und überflüssiger Techno-Ramsch aus dem Eimer für den Eimer. Vielleicht für Fans von Batic-Klamotten und purpurnen Laser-Strahlen erträglich, gehört dieses Machwerk aber in allen Videotheken schleunigst aussortiert, bevor es noch einen Unschuldigen trifft.

Hudson