RobotJox


‘The ultimate killing machine. Part Man. Part Metal.’


Originaltitel: Robot Jox (1990) Regie: Stuart Gordon
Drehbuch: Stuart Gordon& Joe Haldeman
Darsteller: Gary Graham, Anne-Marie Johnson, Paul Koslo FSK: 16


“50 Jahre sind vergangen, seit der nukleare Holocaust die Menschheit beinahe völlig ausgelöscht hat. Kriege sind nun geächtet. Sämtliche territorialen Konflikte zwischen beiden verbliebenen Großmächten werden nun durch Zweikämpfe entschieden. Hier auf dem Kampfgelände der Konföderation in Sibirien wütet eine Schlacht zwischen den beiden Robotergiganten der Supermächte, gesteuert von den jeweiligen Nationalhelden, den Robot-Jockeys.“

Hang on, Sloopy...
Aha. Na gut. Jetzt wissen wenigsten alle, worum es geht.
Auf Seiten der (sagen wir mal ’bösen’, weil russischen) Konföderation kämpft (der böse, weil russische, das waren nun mal die 80er, Kids!) Alexander (Paul Koslo, ’DerOmega Mann’). Und weil Regisseur Stuart Gordon uns gleich beweisen will, dass dieser tatsächlich böse ist, lässt er ihn mit seinem Konfed-Bot auch gleich dem längst kapitulierenden Kontrahenten auf den Kopf latschen.
Wo ein Bösewicht wirkt, darf ein Held nicht fern sein. Auf der guten (weil amerikanischen) Seite steht Superheld Achilles, Alexanders nächster Gegner. Ihr Kampf (dessen Gewinner übrigens Alaska bekommt, das “…an natürlichen Rohstoff-Vorkommen reich ist…“ und anno1800 auch mal eine russische Kolonie war. Was natürlich jetzt gar nichts mit dem Film zu tun hat, mich aber hier mal wieder als oberschlauen Klugscheißer dastehen lässt.) Jedenfall läuft bei diesem Duell einiges schief und schließlich ditscht einer der Robots direkt auf die Zuschauer-Tribüne. Der Kampf wird für ungültig erklärt und soll wiederholt werden. Doch Achilles will den Wahnsinn hinter sich lassen (jaja, das menschliche Drama des Riesen-Roboter-Kampfes) und nur noch der ’Onkel Jim’ für seine Neffen sein. Also soll aus dem Kader genmanipulierter Kämpfer ein neuer RobotJox gewählt werden. Die Entscheidung fällt auf Athena, die kürzlich mit Achilles auch im Bett Schlachten austrug. Als sich Anzeichen für einen Verräter in den eigenen Reihen häufen und Achilles ganz plötzlich seine Entscheidung revidiert, geht alles drunter und drüber…

Ganz groß!
Stuart Gordon, in den 80ern mit seinem Schock-Triplet ’Re-Animator’, ’From Beyond’ und ’Dolls’ noch als Meister des Horrors gefeiert, ließ spätestens mit dem vorliegenden, filmischen Blechgerüst durchblicken, dass sein Name nicht zwangsweise mit Qualität verbunden war. Einmal mehr finanzierte B-Movie-Geldsack Charles Band (’Jäger der verschollenen Galaxie’), der ein Jahr zuvor schon die ähnliche, aber um Längen bessere Space-Klopperei ’Arena – Todesmatch der Giganten’ präsentierte.
Nun sind bei ’RobotJox’ die zentralen Roboter-Duelle zwar durchaus unterhaltsam und mit anständiger Technik (u.a. der alt bewährten Stop-Motion) umgesetzt und führen auch zu einem actionreichen Finale, doch liegt der Hund im Personal begraben, das deutlich unter der Durchschnittsgrenze durch die Kulissen dümpelt.
Alle drei Sekunden wird die Parole “Zerstören und Verbrennen!“ von irgendeinem Komparsen oder Protagonisten rausgebrüllt, schwitzende Gesichter werden verzerrt und ein Cameo von Gordon-Spezi Jeffrey Combs (’Castle Freak’) bleibt völlig unbemerkt.
Dummerweise versucht Gordon auch noch einen gewissen, dramatischen Ernst in die Sache zu bringen, was natürlich so richtig schief geht, wenn ein Charakter mit dem Schrei ’Geronimooo!’ aus dem Fenster in den Tod springt.
Dem entgegen stehen einige recht spaßige Momente und immer wieder wird das Geschehen durch flotte Sprüche aufgelockert. So zum Beispiel als Achilles, auf die Anfrage, ob er nicht selbst etwas Gen-Material für die schöne neue Welt zusteuern würde, antwortet:
“Könnten wir nicht die Wichs-Ampulle vergessen und das Zeug gleich richtig deponieren.“ Davon abgesehen sind auch die meisten Dialog aus dem Nährboden uralter Klischees ausgegraben. Letztlich war ’RobotJox’ so teuer, dass er die produzierenden ’Empire-Studios’ in den Bankrott trieb. Trotzdem erblickte 1992 ein Sequel namens ’Robot Wars’ das Licht der Welt.

"Was machst du da, Dave?"

’RobotJox’ ist einer dieser Filme die genau in der Mitte stehen, weder gut, noch schlecht, weder zu langweilig, noch zu spannend. Fans von Riesenrobotern sollten sich das Ding mal anschauen. Andere, die eine durchweg unterhaltsame, weil wirklich spaßige Science-Fiction-Haue brauchen, kommen nicht an ’Arena’ vorbei.

Hudson