Robot Holocaust


‘It's machine vs. man in the ultimate battle for the future!’


Originaltitel: Robot Holocaust (1986) Regie & Drehbuch: Tim Kincaid
Darsteller: Norris Culf, Nadine Hartstein, J. Buzz Von Ornsteiner FSK: unbekannt


Wo andere Endzeitstreifen immer mit dem gleichen Big Bang und atomarer Strahlung protzen, hat sich ’Robot Holocaust’ (der Titel verrät es fast) ein ganz anderes post-apokalyptisches Ausgangszenario auf die Fahnen geschrieben. Kurzfassung: Robo Rebellion – Menschen versklavt – Endzeit.
Der Robocaust wurde von dem Supercomputer ’Dark One’ angezettelt, einem blinkenden, in röhrender Stimme sprechenden Kühlschrank, der irgendwo im Keller eines Trafo-Häuschens einer vollbusigen Tante souffliert. Die Maschinen unterwarfen ihre ehemaligen Herren jedoch nicht nur, sie verpesteten auch die Luft der Erde und machten sie lediglich in Regionen wieder atembar, die von menschlichen Sklaven nach Energie-Vorräten abgebuckelt werden sollten.

The Good

Enter Neo! Der schmuddelige Endzeit-Hoschi stammt vom Clan der Superröchler und die können (entweder dank genetischer Mutation oder Ricola-Rachenkracher) mittlerweile überall frei atmen. Als er und sein Robo-Kumpel in der Sklavenzentrale (in der Menschen für Dark One Energie heranmalochen) ankommen, trifft er die junge Deeja, die ja auf der Suche nach ihrem Vater ist, der angeblich ein Duftbäumchen gegen die schlechte Luft erfunden hat. Da die Uschi nicht schlecht aussieht und ihm die Aussicht auf Sex und die Rettung der Menschheit besser gefällt als die miefigen Quartiere und das ziellose Herumwandern, entschließt er sich, der Dame zu folgen und man tritt eine beschwerliche Reise durch das (was hier als) Wasteland (durchgeht) an. Kaum am nächsten Wald angelangt (es gibt Wälder, ein weiterer Pluspunkt für die Ausrottung durch Roboter), fällt auch schon ein Stamm wilder Amazonen aus dem Gebüsch und es kommt zu folgendem Gespräch:

“Who is this woman who walks through the She-Zone with man scum? “
“The woman is with us!”
“I speak to the woman!”
“I walk with these men on a mission to save my father.” “Another man? Have you no principles?”
“I love my father. These men have promised to save him.”
“No man is to be trusted.”
“Then how can your tribe survive?”
“We use men, to breed with us to create future warrior women. Then we dispose of them”

CUT TO:

“Look! He is the last man to have ventured into our territory. He has mated with all of us till we were ready to conceive and now will be destroyed.”
“And he has nothing to say about this?”
“First thing we do, when we find one of you is to remove your tongue.”

Freilich retten unsere Helden den armen Tarzan und rekrutieren ihn samt seiner Amazonen-Herrin gleich für ihr lustiges Trüpplein, das bald in noch größere Schwierigkeiten gerät. Inklusive einer Wand voller schnappender Socken-Schlangen, ganze Keller voller Killer-Bots und Wiesen voller Mutanten…

The Bad

Manchmal ist es selbst für Trash-begeisterte Hobby-Alkoholiker schwer zu verstehen, wie weit das Spektrum cineastischer Qualität in jedwede Richtung auseinander driften, sich um die eigene Achse drehen und in seltenen Fällen eine Art Antimaterie entstehen lassen kann, aus welcher wiederum solch hirnverbrühter Bockmist wie ’Robot Holocaust’ entschlüpft.
Am ehesten als eine Art Mix aus den Epen Brett Pipers (’Mysterious Planet’, ’A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell’) und einer vollgeschissenen Babywindel beschreibbar, ist ’Robot Holocaust’ (schon angefangen bei seinem wirklich unglaublichen Titel) der Inbegriff eines Trash-Heulers, der dem Zuschauer so lange die Ohren mit absurd tranigen Dialogen und die Augen mit absurden Bildern vollhaut, bis dieser schließlich a.) bewusstlos zu Füssen seines Fernsehers liegt oder b.) betrunken vor sich hin kichert.

And The Ugly

Ich mache an dieser Stelle keine weiteren Angaben und ich meine es ernst: Blackout oder Vollrausch. Alles dazwischen kann und wird zu irreparablen Schäden führen. ’Robot Holocaust’ ist dampfender, stinkender, wabernder Trash, der durch die Sümpfe der Zähigkeit und die Grotten der Obskurität, vorbei an einem bekloppten Set nach dem anderen, entlang der billigsten FX-Basteleien Richtung Süden marschiert und links wie rechts nur ungläubiges Staunen und Unverständnis hinterlässt.



PS: 1999 drehte man mit ’Matrix’ ein eigenwilliges Remake dieses Films.

Hudson