Roboter der Sterne



Originaltitel: Sûpâ robot Maha Baron (1974) Regie: Koichi Takano
Drehbuch: Haha! Das hat der Esel im Trab verloren.
Darsteller: Ein Haufen Verrückte in urigen Klamotten! FSK: 16


Der kleine Kai ist mit seinen Eltern auf Kreuzfahrt durch das Bermuda-Dreieck, als sich aus dem Wasser ein Riesen-Roboter vom ’Toten Stern’ erhebt und mit seinen Harpunen-Händen das Schiff zerstört

Ja damals, als bei Sat.1
noch die Bälle fielen!
20 Jahre Später. Seit Jahren terrorisieren die Außerirdischen das Bermuda-Dreieck.
Der kleine Kai ist jetzt groß und Mitgleid einer Anti-Alien-Terroreinheit, die eine Superwaffe gebaut hat: Einen weiteren Riesen-Roboter namens ’Magischer Ballermann’, bespickt mit Flammenwerfer, verschießbaren Power-Fäusten und in einem schicken Grell-Rot lackiert. Die Aliens unter der Führung des erhabenen Koordinators (der die wohl größte Frisur aller Zeiten trägt) wollen nun endlich „Die totale Vernichtung. Bis zum Ende!“ einleiten. Dabei schicken sie nicht nur ihre ’handelsüblichen’ Super-Robots in den Kampf, die mit Laser-Rädern und allerlei ähnlichen Gimmicks aufwarten können, sondern auch ein Killer-Football Team. Zwischen beiden Fraktionen entbrennt ein furioser Kampf inmitten von Pappstädten und Landstrichen voller Plastebäume. Frei nach dem Motto:
„Ihr seid die Elite, die die Erde von diesen Terror-Robotern befreien könnt. Macht sie fettich!“ „Gemacht!“

Soweit alles klar?
Oh Junge! Spätestens als (der in einem schicken Schlaghosen-Jeansanzug gekleidete) Kai während des Kampfes gegen die Killer-Football-Elite (mit Bomben-Bällen) Unterstützung von einem Typen namens Specki erhält, der auf einem Moped herbeischwebt, welches an einem ’Sat.1’ Ballon hängt (und die Bösewichter mit einem explosiven Blasrohr attackiert) ist klar: „Hier wackelt die Heide gleich bis nach Lüneburg!“ (Ja, ein Zitat!)

Und dieser Typ nennt sich
'Der Große Ko-Ordinator'!
A propos Sprüche! Die sind noch bekloppter, als die überdrehte und visuell an einen LSD-Trip erinnernde Action, die sich sowohl zu Land, in der Luft als auch auf dem/unter Wasser abspielt. So kommentieren Specki und Kai (der übrigens von Bobby De Niros Leib und Magen Synchro & Doku-Sprecher Christian Brückner vertont wird) nach der Ermordung eines wichtigen Zeugen, dessen erdolchten Zustand wie folgt:
„Wetten, das ist aus Solingen!“ „Oder aus Hong Kong!“
Während des Kampfes ertönen Wilde Schlachtschrei a la:
„So Prinz Eisenschmerz: Jetzt wird’s lustig. Es gibt Roboter in eigener Soße!“
Und wenn es darum geht, die Lage einzuschätzen:
„Sieht aus, als ob da ein Büffel geparkt hat!“ „Das war kein Büffel, das waren Torpedos vom großen Co!“
Fraglos eines der gewaltigsten Sprüche-Attentate, das jemals auf meine Ohren verübt wurde und verdient auf jeden Fall den ’Rainer Brandt Gedächtnis Preis’.
Man vermische das Ganze mit witizger Swing-Mucke, urigen Sets und herrlich absurden Requisiten, wie dem ’Folter-Metronom’ und einem Stuhl-Gruppe, dessen Rückenlehnen ein Peace-Zeichen als Motiv haben.
Da ist es auch egal, dass die Story um außerirdische Knallköppe, die die Erde vernichten wollen nur eine Entschuldigung für den spaßigen Wahnsinn ist. Kein Wunde, denn ’Roboter der Sterne’ ist lediglich der Zusammenschnitt einer mehrteiligen japanischen Serie, die man getrost als DIE Inspiration für die ’Power Rangers’ bezeichnen kann.

'Bohrer-Bot vs. Magischer Ballermann'

’Roboter der Sterne’ ist so irre, dass einem beim puren Anschauen dieses Kleisterwerks die Worte fehlen. Das macht garnix, denn im Film wird genug Blödsinn gelabert. Das Ding ist ein Zuckerschock für die Sinne, der visuellen und akkustischen Unfug auf herrliche Art und Weise kombiniert und einfach nur Spaß macht. Für alle, die denken, sie hätten schon alles gesehen!

Hudson