Roboman


‘Eine tödliche Kampfmaschine gerät außer Kontrolle…
und beginnt ihren eigenen Kampf!’


Originaltitel: Robowar - Robot da guerra (1988) Regie: Bruno Mattei Drehbuch: Rossella Drudi & Claudio Fragasso
Darsteller: Reb Brown, Catherine Hickland, Mel Davidson FSK: 18


OH … MEIN … GOTT!

Ein Film mit Reb Brown (’Einer gegen das Imperium’), von Bruno Mattei (’Die Sieben Glorreichen Gladiatoren’) aka Vincent Dawn (’Heroin Force’), nach einem Skript von Claudio Fragasso (’Zombie 3’) aka Drake Lloyd (’Troll 2’) aka Clide Fergusson (’Libido-Mania 2’)!

Diese irre Italo-Mische (plus California-Football-Dude Brown) machte sich 1988 auf den Weg, um eines der wohl dreistesten Plagiate aller Zeiten auf die Beine zu stellen. Den ’Predator’-Klon ’Roboman’. Einen Film, der so besch… aber lest selbst:

Atze, Ralle und Nille

Gleich nach dem Intro, in dem der titelgebende ’Roboman’ im Dschungel Amok läuft und ganze Barbarendörfer mit seinem granatenstarken Granatenwerfer zerstört, werden uns die Protagonisten dieser filmischen Obergurke in einer Dia-Show vorgestellt. Ich zitiere:
(Bild von muskulösem G.I.) “Hier sehen sie Corporal Neill Cory, Waffenexperte. Ein Mann wie aus Stahl.“ (Bild von weniger muskulösem G.I., mit Pornobrille) “Private Larry Guarino, ein exzelleter Fährtensucher. Genannt ’Diddy’ oder ’Diddy Bob’.“ (Bild von dicklichem G.I. mit Föhnwelle und einer Pfeife im Mund) “Albert Pray. Er war Stabsarzt in Vietnam, genannt Papa Doc.“ (Bild von farbigem G.I., der versonnen in den Sonnenuntergang stiert) “Sonny Peel, eine menschliche Kampfmaschine. Wird ’Blood’ genannt.“ (Bild von Phillipino-G.I. der verwirrt in die Kamera schaut) “Nun Quo, der beste Späher weit und breit. Nennt sich Quang. Er hat einen 6. Sinn, der ihn vor Gefahren warnt.“ (Und schließlich das Bild vom sichtlich gealterten Reb Brown) “Und hier der Kopf der Truppe. Major Murphy Black. Ein Officer, der sämtliche Tapferkeitsorden verliehen bekam. Bekannt als der Killer.“

Ein Kaugummi-Automat
mitten im Dschungel?
“Das sind Profis!“ ergänzt der befehlhabende Offzier. “Die Besten, Anti-Guerilla-Experten. Sie kennen das Gebiet.Und glauben sie mir, sie werden unseren vermissten Freund Omega-One finden!“
Die Jungs werden per Boot und noch in Zivil (Reb Brown trägt das schickste hellbraune, bauchfreie Top, das ich jemals an einem männlichen Oberkörper betrachten durfte) an Land gebracht und los geht sie, die Jagd auf Omega-One, den Roboman.

Mehr brauche ich hier zum Thema Handlung gar nicht preisgeben, denn ’Roboman’ ist (wie schon eingangs erwähnt) eine ’Predator’-1 zu 1-Kopie und eine ganz, ganz miese obendrein. Von den Charakteren, über ganze Szenen, bis zum Score wird sich kräftig an dem 87er Action-Horror-Kracher orientiert und bedient. Wo damals dichte Atmosphäre, exzellenter Schnitt, Grusel, Spannung und grandioses Make-Up herrschte, zählen bei ’Roboman’ nur Ballereien aus Reih und Glied, Close-Ups auf Mündungsfeuer, schwitzende Oberarme und peinlich gebrüllte Macho-Sprüche. Hinzu kommt das Titel-Monster, das nicht nur gleich zu Beginn des Filmes völlig enthüllt wird, sondern dessen ewig wiederholte ’Eigenkommandos’ (“Höchste Bereitschaftsstufe einschalten! Zu Befehl. Feinde anpeilen! Zu Befehl. Gefecht vorbereiten! Zu Befehl. Feinde ohne Ausnahme vernichten! Zu Befehl.“) den Zuschauer bald in den Hörschaden treiben. Verbindet man das mit einer ’Terminator’-Klau-’Roboman’-Perspektive (ein grobpixiliger Ansichts-Modus vom Erfinder der Bindehautentzündung) und einem dazugedichteten Twist gegen Ende, hat man eines der grottigsten Sagengestalten des modernen Trashfilms. Rein optisch gehört das Ding in die ’Neopren-Anzug silbern lackiert und ’nen Motorrad-Helm draufgestülpt’-Schublade. (der ’Roboman’ kann übrigens nur erledigt werden, indem man eine kleine Fernbedienung im richtigen Winkel, 50 cm entfernt vor seinem Schädel betätigt).
Was bleibt sind: Italienische Dümpel-Deppen in den Hauptrollen, Dschungel-Rennerei ohne Sinn und Verstand und etliche Ungereihmtheiten (ein Dorf in Südamerika “…wimmelt nur so von Schlitzaugen!“).

Och Mann! Jeder Idiot weiß doch, dass man die
Dinger nie aus der Packung nehmen darf!

Liebe Freunde, lasst es sein und zieht euch nochmal McTiernans Original rein.
’Roboman’ gehört schlicht und einfach in die Altfilmtonne.

Hudson