RoboForce



Originaltitel: Tie jia wu di Ma Li A (1988)
Regie: David Chung & Hark Tsui Drehbuch: Hark Tsui & Gai Chi Yuen
Darsteller: Tony Leung Chiu Wai, John Sham, Hark Tsui FSK: 16


“Du weichgefüllter Handkäse!“

“Du willst Whiskey? Hast du denn Knete, du Mäusebussard?“

“Ey Zement mal bitte. Schön auf meinen blasierten Busen zielen!“

“Ja, hallo! Sieben gegen Einen? Ich bin doch nicht das tapfere Schneiderlein!“

“Wir waren ärmer als die Kirchenmäuse. Sonntags aßen wir Fensterkitt und wochentags bunte Knete mit der Käthe.“

Ich glaube die fünf eben aufgeführten Zitate dürften reichen, um euch auf das Synchro-Niveau des vorliegenden Films einzustimmen. Ich könnte an dieser Stelle noch 50 weitere dumme Sprüche bringen (und werde das im Laufe des Gutachtens womöglich auch tun), doch ich denke, vorerst habt ihr den Dreh raus.

Mariaaaaa
You gotta see her!
’Roboforce’ handelt von den Machenschaften der übeln Robogang, die mit ihren beiden Kampfmaschinen Dominator 1 und Dominator 2 versuchen, Hong Kongs Unterwelt in den Griff zu bekommen. Die Polizei ist machtlos gegen die Attacken des kolossalen Dominator 1 und des blitzschnellen Dominator 1, der nach dem Abbild der Robogang-Chefin Maria (Sally Yeh, ’The Killer’) modeliert wurde. Von einer Beziehung mit letzterer versucht sich gerade das ehemalige Gang-Mitglied Whiskey (HK-Regisseur & Produzent Tsui Hark) zu erholen, als er in einer Bar den fusseligen Poilzei-Wissenschaftler Loony (John Sham, ’Winners & Sinners’) kennenlernt und im Suff Freundschaft mit ihm schließt. Nachdem beide die Verhältnisse geklärt haben (dauert echt zu lange, diesen Wirbel jetzt zu erklären, Leute!), schmeißen sie sich zusammen und programmieren mit Glück und Spucke den Dominator 2 in die freundliche ’Blechlotte’ um, die nur auf ihre Befehle hört.
Während nun beide Männer von ihren jeweiligen Organisationen verdächtigt werden, zur jeweils anderen Seite übergetreten zu sein, versuchen Whiskey und Loony ihre persönlichen Differenzen zu überbrücken und die ’Blechlotte’ für einen guten Zweck einzusetzen…

“Eine alte Pekinger Wandkachel sagt, füttere kein Pferd, dass du nicht reiten kannst!“

Meine Herren, hier ist was los!
Wirres Gehampel, irre Grimassen, blitzender Stahl, ballernde Knarren, rüstige Robos, flotte Sprüche und dummes Gelaber. Und damit habe ich gerade mal EINE Minute von ’Roboforce’ beschrieben. Dieser Film hat nämlich echt was zu laufen und zwar nonstop, laut und zappelig, dass eine Deppen-Synchro á la Rainer Brandt von vornherein die einzige Option war.

Ich meine mich zu erinnern, als Kind
mit einer ähnlichen Rakete die doofe
Nachbarschaft beschossen zu haben!
Die Action wird uns satt in Form von Ballereien, Wire Fu Martial Arts-Gezänk und Robo-Battles serviert. Die Blechlawinen sind zwar keine ’Transformers’, aber für ihre Zeit erstaunlich fesch designt, ballern Projektile aller Art, verfügen über ausfahrbare Extremitäten und bewegen sich erstaunlich flott.
Obwohl der Film in ungeschnittener Form einige recht garstige Szenen hat, setzte man bei den Schauspielern eher auf komödiantisches Talent, welches von John Sham, Tsui Hark und selbst Wong Kar Wai-Regular und ’Hard Boiled’-Killer Tony Leung, der hier einen nerdigen Reporter spielt, auch adäquat geleistet wird. Die deutsche Synchro ist dabei natürlich hilfreich, allerdings befinden wir uns hier schon fast auf den Pfaden neurologischer Nötigung.

“Diese Welt gehört den Perfekten und Starken, den Robotern! Weichflöten wie du müssen verschwinden.“
“Robogang, ich bin Terry Zing, Topfotograf von der City Time.“
“Verdammter Dummkopf, ich habe dir doch gesagt, du sollst verschwinden, sollst du.“
“Ich lasse mich von euch Gangstern nicht beleidigen. Ich vertrete alle, die vegetarisch essen. Ich vertrete auch die Hamburger-Esser, Feuerwehrleute und Pappkartons. Und darum wird es auch Zeit, dass man aufsteht und sagt ’Genug ist genug!’.“

Tja... sowas hatten wir im Osten leider nicht.

Fazit: Top inszenierte Maschinen-Action, knalldoofe Grimasseure aus Hong Kong und grenzwertig debile Vertonung verhelfen ’Roboforce’ zu einem Platz in unserer Abteilung: Leute, schaut’s euch an, aber heult dann später nicht bei Muttern rum!


Hudson