Road House


‘Dalton's the best bouncer in the business. His nights are filled with fast action, hot music and beautiful women. It's a dirty job, but somebody's got to do it.’


Originaltitel: Road House (1989) Regie: Rowdy Herrington
Drehbuch: David Lee Henry & Hilary Henkin
Darsteller: Patrick Swayze, Kelly Lynch, Sam Elliot FSK: 18


Dalton (Patrick Swayze) ist Rausschmeißer in einem Schicki-Micki Club.
Als ihn eines Tages Barbesitzer Tilghman besucht und ihm anbietet, seinen Schuppen in den Backwoods aufzuräumen, bricht er seine Zelte in der Großstadt ab.
Im Redneck-Kaff angekommen, erwartet ihn das ’Double Deuce’, eine Kaschemme der ganz üblen Art, in der man laut Aussage der Angestelllten: „Jeden Abend die ausgeschlagenen Zähne zusammenfegen kann.“ (Was auch gleich in der ersten Kneipenschlägerei bewiesen wird!)

Crazy Swayze vs. Hilli Billi
Schon bald bekommt Dalton von Tilghman die Vollmacht, jeden unqualifizeierten Angestellten zu entlassen. Der neue Bouncer macht Nägel mit Köpfen ("Du, du und du: RAUS!") und sich damit eine Menge Feinde.
Als (tausend und eine Kneipenschlägereien später) die Dinge aus dem Ruder geraten, und der örtliche Tycoon (Ben Gazzara, ’The big Lebowski’) dem Laden die Sprit-Zufuhr sperrt, ruft Dalton seinen alten Kumpel, die Rausschmeißer-Legende Wade (Sam „Das Lutschen der Beckensteine ist verboten!“ Elliot), auf den Plan. Das führt jedoch nur zu zig weiteren Kneipenschlägereien, die viel größeren Streß mit sich bringen, als es jemand hätte ahnen können…

Heißa! Die sterbenden 80er treten nochmal so richtig nach, bevor sie röchelnd im Rinnstein der Vergessenheit hinfortfließen!
Das waren Zeiten, als der Begriff ’stark’ noch inflationär benutzt wurde, man Porno-Sonnenbrillen trug und Männer, die auf die Toilette mussten: „Ich bin gleich wieder da, muß nur mal mein Komma ausschütteln!“ gröhlten. Als Zeitdokument ist ’Road House’ also fast schon wieder wertvoll.
Davon abgesehen liefert Regisseur Rowdy (passt!) Herrington uns aber nur die übliche Action-Blanko-Kost: Prügeleien im Sixpack, dämliche Sprüche („Ein Eisbär hat sich an mir vergangen!“), blanke Brüste, noch mehr dämliche Sprüche („Flachwichser ist nur ein zusammengesetztes Hauptwort, das eine bestimmte Reaktion hervorrufen soll!“), ein paar nette Explosionen und eine quer eingeschraubte Romanze zwischen Bouncer 'Boy Toy' Swayze und der lokalen Ärztin (Kelly Lynch, ’Cocktail’). Das ganze wickelten die Macher in die x-te Version des ’Walking Tall’ Themas und packten wenigstens Charakterkopf Sam Elliot (’Hulk’) mit hinein, der dann bei seinem ersten Auftreten auch gleich Swayze und den Rest der Laien an die Wand spielt.
Auch strotzt der Film nur so vor schmalzigen Bildern:
Herrlich, wie Swayze seine Haarpracht zurecht schüttelt, nachdem er einen Störenfried von der Tischplatte hat kosten lassen, oder am frühen Morgen mit verschwitzem Oberkörper am Teich seine Tai Chi Figuren ausprobiert!

"Baby, ich sollte dir von meiner finsteren Vergangenheit erzählen!"
"Ach, so schlecht fand ich ’Dirty Dancing’ gar nicht!"

Ebenso schön; die zahlreichen Diskussionsbeiträge:
„Was haben sie studiert?“
„Philosophie.“
„Hatten sie ein Spezialgebiet?“
„’Braucht der Mensch einen Glauben’ oder so.“
Kaum zu glauben, dass eine Frau an dem Skript mitgearbeitet haben soll. Oder doch, wenn man bedenkt, dass Swayzes Charakter Gewalt verabscheut (eine Grundvorraussetzung für Rausschmeißer), großherzig betrunkenen Pennern gegenüber ist und Bücher liest.
Viel zu sagen hat er trotzdem nicht. Die einzig interessante Botschaft im ganzen Film kommt dann auch überraschenderweise vom Bösewicht, der zum Thema 80er Synthie-Pop folgenden Kommentar abgibt: „Ich kann diesen Scheiß nicht hören, da liegt kein Herz drin!“ Hört, Hört!
’Road House’ ist ein eher alberner Blechverschlag von einem Film, der von seinen Charakteren kurz und klein gekloppt wird. Für Swayze Fans und 80er Jahre Action Veteranen aber bestimmt nicht ganz uninteressant.

Hudson