Ritter der Zeit



Originaltitel: To the Ends of Time (1996) Regie: Markus Rothkranz
Drehbuch: Daniel Benton & Markus Rothkranz
Darsteller: Joss Ackland, Christine Taylor, Tom Schultz FSK: 12


“Ich träume von einer Welt, in der Fantasie und Kunst einen höheren Stellenwert haben, als Macht und rohe Gewalt.“

... und in der riesige Pfeilschussanlagen die Freiheit sichern!

Es war einmal, vor langer Zeit, in Aralon, dem Reich der fliegenden Schiffe und singenden Burgfrollein, da hatte König Francis die Nase voll vom ewigen Kampf gegen seine Feinde und bat seinen Magier Aeschylus eine Waffe zu kreieren, die dem Übel ein für allemal ein Ende bereiten würde. Schwupps hatte Arschylus eine magische Uhr gebastelt, welche die Menschen in einer Woche um ein Jahr altern lässt. In Anbetracht eines solch monströsen Gegenstands wurde König Francis plötzlich klar, dass Frieden doch die einzige Möglichkeit sei und unterließ die Anwendung der Zauberuhr.

Posen für die Weltherrschaft
Alle lächelten nett, nur die finstere Hexe Karnissa grinste fies und bemächtigte sich bald der Uhr, um ihre eigenen gemeinen Pläne zu verwirklichen. Alle Menschen alterten bald schnell und aus Jimmy, dem kleinen niedlichen Kochgehilfen wurde James, der tapfere Recke, ein Leibwächter des Königs und Geliebter seiner Tochter Stephanie. Nachdem Karnissas Magie die Menschen geschwächt, und ihr mächtiger Sturmzauber die Flugschiff-Flotte Aralons versprengt hatte, begab sich James auf seinem treuen Ross Fellhuf auf einen gefährlichen Weg, die Hexe allein zu besiegen und das Königreich zu retten…

Nette Geschichte, gelle? Kann man gut den Kindern im Bettchen vorlesen oder am Lagerfeuer oder in der Rollenspielrunde oder so tun, als hieße James tatsächlich ’Ceror’ und wäre ein Barbar der Berserkerstämme des Nordens und Karnissa ein Gummimonster namens ’Kingor’. Aber bleiben wir bei der Sache.

Oh, äh... Spoiler?
’To the ends of time’ ist ein wirklich eindrucksvoll ausgestattetes Fantasy-Märchen, mit all seinen altbekannten Zutaten, wie Magie, Liebe, Prinzessinen, Helden, Hexen, Verrätern, Schwertkämpfen, Kostümen und ’ner Mende Fantasie (außer Gummimonstern).
Die Zeit zur zentralen Gefahr zu machen ist eine willkommene Abwechslung zum üblichen Genre-Einerlei und führt zu einigen lustigen, aber auch höchst dramatischen Momenten im Film.
Unter den Schauspielern sticht lediglich Joss Ackland (’Lethal Weapon 2’) hervor, beschweren kann man sich über die stetig mittels MakeUp alternden Nebendarsteller allerdings auch nicht.
Das Highlight der aufwändigen Fernseh-Produktion sind die tollen Sets, fantastischen Bauten und Effekt-Handwerkskunst, die Luftschlachten zwischen fliegenden Schiffen und ähnliches Tohuwabohu auf den Schirm zaubert.
In Sachen unfreiwilliger Komik hält sich der Film (sicher zum Leidwesen des einen oder anderen Trash-Fans) zurück, nur zu Beginn gibt es eine Szene, die mich beinahe vom Stuhl fallen ließ. Eine handvoll Luftschiffe ist gerade dabei, sich für den Kampf bereit zu machen, schwebt majestätisch und perfekt inszeniert durch den Himmel, während sich der Feind bedrohlich nähert, da findet die Kamera plötzlich den Fokus auf der Spitze eines nahegelegenen Turmes. Es tritt eine junge Dame in Prinzessinen-Tracht hervor und beginnt einen Schmachtfetzen a la Celine Dion zu schmettern, dass einem Hören und Sehen vergeht.

“Du sahst so lustig aus, mit meinem Vogel auf dem Kopf.“
“Ja es war sehr lustig.“

Und ab ins nächste Kitschabenteuer!

Fazit: Familienfreundliches Fantasy-Spektakel der etwas anderen Art. Humorvoll, kitschig, fantasievoll, nicht fehlerfrei, aber durchaus unterhaltsam und toll ausgestattet. Anschauen erwünscht.


Hudson