Rhea M – Es begann ohne Warnung


"Imagine your worst nightmare: machines take over the world!
Stephen King's masterpiece of terror directed by the master himself."


Originaltitel: Maximum Overdrive (1986)
Regie: Stephen King Drehhbuch: Stephen King
Darsteller: Emelio Estevez, Pat Hingle, Yeardley Smith FSK: 18


Panik in den Strassen, in den Häusern und auch sonst überall.
Die Maschinen spielen verrückt. Ob Autos, Automaten oder Eierkocher, alle technischen Gerätschaften scheinen nur noch Eins im Sinn zu haben, nämlich die Vernichtung ihrer Unterdrücker, den Menschen.
Was hier geschrieben dämlich klingt ist noch viel dämlicher, wenn man es mit eigenen Augen in der Glotze sieht. Einfach unfassbar blöde!
Da wird überfahren, attackiert, beschossen und geschnetzelt, dass einem das Hörgerät aus der Muschel hüpft.
Eine handvoll Leute retten sich in den nächstbesten Truckstop, den eine Schar von Killer-Brummis von nun an umkreist, auf der Lauer nach weiteren Opfern und ’ner Maß voll Benzin. Und das alles nur wegen eines Kometen, der in die Umlaufbahn der Erde geriet und von dort aus eine Ladung Strahlen auf unseren schönen Planeten absondert. So jedenfall erzählt es uns die Stimme im Vorspann. Praktisch ‘Night of the Living Dead’ mit Autos, in doof!

Doofe Menschen vs.

Nie war ein Titel so Programm, wie bei diesem Horror-Schrott aus der Feder und unter der Regie des ’Master of Horror’ himself, Mr. Stephen King.
Ebenso bezeichnend wie die uns armen Zuschauern schuldig gebliebene Warnung des Titels, ist auch die erste Begegnung mit einem verrückt spielendem Bankautomaten, der Stephen King (in einem seiner berühmten Cameos) ein Arschloch nennt.
Der Streifen ist so haarsträubend hahnebüchen und lächerlich langweilig, dass selbst die im Film verwendeten Maschinen sich gegen ihre Erbauer wandten. So geriet während der Dreharbeiten ein Rasenmäher ausser Kontrolle, fuhr in einen Holzstapel und die daraus resultierende Splitter-Explosion kostete den Kameramann ein Auge. Sowas kommt von sowas!
Das schlimmste am Film sind aber weder die lächerlichen Effekte, noch das unglaublich schlechte Script, sondern die Schaulspieler, welche locker die ersten 10 Plätze unter den ’100 nervigsten Darstellern der Welt’ ergattern könnten. Neben dem schwitzenden und blöde glotzenden Emilio Estevez (’Loaded Weapon’) in der vermeintlichen Heldenrolle und einem mehr als unterdurchschnittlichen Pat Hingle (’Batman’) als widerlicher Boss, ist Yeardley Smith’ (’Lisa Simpsons’ Originalstimme) Gekreische und Gequietsche wirklich der Gipfel des Unerträglichen. Und auch die Dialoge („Dieser kleine Laster kann mühelos einen Napalm-Truck zu Hilfe holen, der hier ales abfackelt…“) sind so schwachsinnig, wie sie hohl artikuliert werden.
Die Musik von AC/DC ist ok, kann aber den Film genauso wenig retten, wie der gute Name seines Regisseurs/Autors. Nach der erfolgreichen Verfilmung seines (thematisch nicht unähnlichen) Romans ’Christine’, wählte Stephen King die Kurzgeschichte ’Trucks’ (übrigens die mit Abstand schlechteste im gesamten Buch) für sein Regie-Debüt aus und produzierte damit einen Megaflop.
Als uns am Ende dann wieder die Stimme aus dem Off souffliert:
“Zwei Monate später wurde ein Ufo von einem Satelliten, der zufälligerweise mit Laser und Raketen bestückt war, zerstört und die Erde löste sich aus dem Schweif des Kometen!“ haben wir’s dann geschafft und sogar noch einen ironischen Seitenhieb auf Reagans Star Wars Programm bekommen. Wow!

... schlaue Autos.

Eigentlich bin ich ein Fan von obskuren und bizarren Ideen, diese hier ist aber im wahrsten Sinne des Wortes schon nach 2 Minuten Laufzeit ’abgefahren’. Dass ’King Verfilmungen’ nach dem Hit/Miss Prinzip gelingen wissen wir ja. ’Rhea M’ als Miss zu bezeichnen ist aber fast noch untertrieben. Ich kann nur hoffen, dass mir und jedem anderen Zuschauer so etwas nie wieder passiert…
Hilfe! Mein Notebook kuckt mich so komisch an…

Hudson