Resident Evil: Apocalypse


"Our lives are in their hands."


Originaltitel: Resident Evil:Apocalypse (2004) Regie: Alexander Witt
Drehhbuch: Paul W.S. Anderson
Darsteller: Milla Jovovich, Sienna Guillory, Oded Fehr FSK: 18


Immer Ärger mit den Leichen.

Was uns ’Resident Evil’ (Teil Eins) am Ende prophezeite, wird im Nachfolger bittere Realität. Keine Angst, das ist nicht etwa eine Anspielung auf die Qualität des Films. Dieser ist nämlich, im Gegensatz zu seinem Vorgänger, (ja ich wage es zu sagen) gut gelungen!

Alice is back.
Mit den alten Posen im Gepäck.
’Racoon City’ ist ein Schlachtfeld. Nachdem Wissenschaftler die, im Erstling verseuchte, unterirdische Forschungsstation erneut öffnen, brechen die Untoten aus und beginnen, die Stadt als Speisekammer zu missbrauchen. Die ’Umbrella Corporation’, unter der Leitung des finsteren Major Cain (Deutschlands Hollywood-Import Thomas Kretschmann, ’King Kong’), lässt darauf hin die Tore der Stadt dicht machen (!) und überlässt den Großteil der noch nicht infizierten Bürger ihrem Schicksal. Denen zur Seite stehen nur noch einige zurückgelassene Patrolien der S.T.A.R.S., (die Racoon City Elitecops), unter ihnen Jill Valentine (Sienna Guillory) und Carlos Oliviera (Oded Fahr, der coole Wüstenkämpfer aus den ’Mumie’ Filmen). Gemeinsam mit Alice aus Teil Eins (Milla Jovovich, hust*cooler*hust als je zuvor) versuchen sie der Todesfalle ’Racoon City’ zu entkommen. Nicht nur, dass ihnen dabei Horden von Untoten, die widerlichen Licker, Zombiehunde und der zur Killermaschine ’Nemesis’ mutierte Matt aus dem Erstling im Nacken hängen…Nein, sie kämpfen auch gegen die Zeit, denn die A-Bombe, die den Seuchenherd von der Landkarte wischen soll, tickt schon…

Und auch ein Chick Nr. 2
ist im Sequel dabei.
(sogar ein brandneues!)
Wer hätte das gedacht? Nach Paul W. S. Andersons Fehlversuch, hatte ich dem Nachfolger schon keine Chancen mehr eingeräumt. Umso größer die Überraschung! Regisseur Alexander Witt, der zuvor hauptsächlich als Second Unit Director für Ridley Scott tätig war, hat mit ’Resident Evil: Apocalypse’ einen wirklich unterhaltsamen Horror-Actioner abgeliefert, der Thrills, Kills und Kurzweil pur bietet. Natürlich ist das keineswegs großes Kino, will es aber auch nicht.
Bis auf Milla Jovovich, die wohl meint, um als coole Action-Heldin zu gelten, dürfe man keine Miene verziehen, sind die Schauspieler ihren Rollen entsprechend gut.
Gott sei dank haben sich Witt und Mr. Anderson (der hier als Produzent und Autor fungierte) nun endlich auf die Wurzeln der Capcom-Serie zurück besonnen und praktisch den Film zum 3. Spiel, ’Nemesis’, gezaubert. Allen Unkenrufen; so ein Spiel originalgetreu zu verfilmen sei überflüssig; zum Trotz, haben sie es geschafft, Fans und Mainstreampublikum gleichzeitig zu bedienen.

Resident Evil Knievel
Klar, der Plot ist ein Mix aus Carpenters ’Klapperschlange’ und diversen anderen Klassikern des Action-, Science Fiction-, und Horrorfilms und bedient sich nun wirklich keiner Logikanleihen bei Wittgenstein und platonischer Philosophianstösse. Garstige Genre-Klischees (ich sag nur: Lustiger Schwarzer mit ‚Muthufuckah’-Sprüchen und Gangsta-Attitüde) haben sich ebenso in die Produktion schleichen können, wie das ewige Gerenne von Setting zu Setting (die aber brauchbar genug sind) und die üblichen ’Matrix’-Effekt Anleihen. Aber halten wir’s hier einfach mal wie Joe Brown: ’Nobody’s perfect!’ , solange es unterhaltsam produziert wird.
Positiv überrascht hat mich der Score. Schöne Gruselklänge, mal sanfter, meist härter. Genauso stelle ich mir die musikalische Untermalung eines solchen Genre-Films vor. Da stört es auch keinen, wenn mal ein paar Rocker was dazwischen zu schremmeln haben.
Die Action ist zünftig, die Optik düster, die Effekte gelungen. Auf großen Einsatz von CGI hat man augenscheinlich verzichtet, die praktischen Effekte sind aber überzeugend und teilweise so grantig, das auch die FSK 18 gerechtfertigt ist. Und, unter uns, ein Film, der Tom ’Voll Normaal’ Gerhardt als Zombie in der Besetzungsliste aufführt, kann nicht wirklich schlecht sein.

Wer Tom Gerhardt findet, bekommt ein Beißholz.

Es ist nicht die populärste Meinung, aber es ist meine: ’Resident Evil: Apocalypse’ ist ein hirnloser, aber kurzweiliger Kracher, der ohne große Anstrengung oder Überlegung zu genießen sei. Basta.

Hudson